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Lyrik
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Seite 3 von 4

Autor:  JMaria [ Mi 18. Mai 2011, 14:28 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Lyrik

Hallo zusammen,

Johann Gottfried Seume hatte Anakreon in seinem Tornister. Ein Grund für mich, mich seinen Versen in einem Auswahlband zu widmen.

Anakreon gehört zum Kanon der neun Lyriker (zu denen auch Sappho gezählt wurde) :arrow: http://de.wikipedia.org/wiki/Kanon_der_neun_Lyriker

ich habe hier zwei Versauszügen, die mir gut gefallen haben:

XLVI
Auf die Liebe

Nicht zu lieben, und zu lieben,
Alles beydes ist was hartes;
Aber dieß das allerhärteste:
Ohne Gegengunst zu lieben.
.....


LV
Auf die, welche lieben

.....
Ich kenne gleich Verliebte.
So bald ich sie erblicke.
Ihr schmachtend Aug entdecket
Des unverwahrten Herzens
Verborgenstes Geheimnis.


In seinen Gedichten es geht es meist um Liebe, Götter und Mädchen (wie meist in der griech. Klassik)

Grüße von
Maria

Autor:  JMaria [ Di 20. Mär 2012, 11:06 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Lyrik

Hallo zusammen,

einen schönen Frühlingsanfang euch allen :-)

Frühling
Hoch oben von dem Eichenast
Eine bunte Meise läutet
Ein frohes Lied, ein helles Lied,
Ich weiß auch, was es bedeutet.

Es schmilzt der Schnee, es kommt das Gras,
Die Blumen werden blühen;
Es wird die ganze weite Welt
In Frühlingsfarben glühen.

Die Meise läutet den Frühling ein,
Ich hab' es schon lange vernommen;
Er ist zu mir bei Eis und Schnee
Mit Singen und Klingen gekommen.

Hermann Löns

Autor:  Petra [ Di 20. Mär 2012, 12:19 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Lyrik

Dankeschön Maria, Dir auch! Du stimmst mit diesem Gedicht sehr schön darauf ein. :-)

Autor:  JMaria [ Do 3. Jan 2013, 12:01 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Lyrik

Hallo zusammen,

ich habe ein Gedichtband von Mascha Kaléko geschenkt bekommen. Ganz unbekannt war sie mir nicht. Doch nun ist sie mir durch das Büchlein viel näher gekommen.

Mascha Kaléko schreibt 'Gebrauchslyrik'. Gedichte, die man zum Leben braucht, wie man es auch von Erich Kästner, Joachim Ringelnatz und Kurt Tucholsky kennt, doch zu ihren Gedichten kommt noch eine Zartheit dazu, die man sofort begreift und sich darin wiederfindet.

Sie wird als eine der prominentesten Dichterinnen des 20. Jahrhunderts bezeichnet und Gisela Zoch-Westphal, der Mascha Kaléko ihr literarisches Erbe anvertraute, hat in diesem Buch eine Auswahl von Hundert Gedichten zusammengestellt:


Mein Lied geht weiter


das Buch beginnt mit dem Gedicht "Die frühen Jahre" und das Gedicht endet mit der Zeile "Zur Heimat erkor ich mir die Liebe".


Mascha Kaléko emigrierte September 1938 in die USA, erhielt 1944 die amerikanische Staatsbürgerschaft. 1960 wanderte sie ihrem Mann zuliebe nach Israel aus, fühlte sich dort aber sehr isoliert und einsam. Den Tod ihres Sohnes und ihres Mannes verarbeitete sie mit folgenden Zeilen:

„Bedenkt: Den eignen Tod, den stirbt man nur; doch mit dem Tod der andern muss man leben."

http://de.wikipedia.org/wiki/Mascha_Kal%C3%A9ko

Autor:  NatiFine [ Sa 22. Feb 2014, 13:24 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Lyrik

Hallo meine Lieben,

da ich nicht weiß, ob und wo ich den folgenden Link hier im Forum einstellen darf, versuche ich es an dieser Stelle.

Es handelt sich um den Poetry-Slam-Vortrag von Julia Engelmann im Bielefelder Hörsaal. Ich bin von diesem Vortrag ganz begeistert und möchte zu seiner Verbreitung gerne mit beitragen. Wie gut kann ich dieses Gedicht aus der Sicht der Jugend betrachten, denn ich war schließlich auch mal jung. Aber auch mit dem Gefühl der Anfang 60-Jährigen ist es stimmig.
Ich freute mich gestern Abend sehr darüber, dass Julia Engelmann in der "NDR Talk Show" eingeladen war. Auch hier überzeugte sie mit ihrem Vortrag das Publikum voll und ganz.

Poetry Slam: http://de.wikipedia.org/wiki/Poetry_Slam
Julia Engelmann: http://de.wikipedia.org/wiki/Julia_Engelmann

Der Vortrag: http://www.youtube.com/watch?v=DoxqZWvt ... ture=share

Ich wünsche Euch gute und nachdenkliche Unterhaltung.

Autor:  NatiFine [ Sa 1. Mär 2014, 13:22 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Lyrik

Hallo zusammen,

Gerne berichte ich von meiner letzten Neuanschaffung einer CD. "Frühling in Musik und Poesie" von audible.
Für mich ist diese CD ein sehr angenehme Einstimmung auf den Frühling. Im Kapitel 13 hörte ich ein Gedicht, dass mich aufhorchen ließ. Leider musste ich erst im Internet recherchieren, was ich da hörte. Es ist ein Auszug aus dem Gedicht "Bitte höre, was ich nicht sage" von Charles C. Finn
Den Text aus der CD findet Ihr im heutigen Post in meinem BLOG.
Das Original findet Ihr hier: http://www.poetrybycharlescfinn.com/pleasehear.html

Mir fiel auf, dass das Gedicht dem Vortrag von Jilia Engelmann (s. mein letzte Beitrag hier) nicht unähnlich ist.
Kann mir Jemand sagen, wie man diese Art von Lyrik nennt. Realismus o.ä.?

Autor:  JMaria [ Mo 3. Mär 2014, 11:13 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Lyrik

Hallo NatiFine,

danke für den schönen und nachdenklich stimmenden Text.

Zitat:
Kann mir Jemand sagen, wie man diese Art von Lyrik nennt. Realismus o.ä.?


das weiß ich leider auch nicht.
Aber die obige Lyrik trägt meines Erachtens schon realistische Züge.

Autor:  Lese-Liebe [ Di 15. Apr 2014, 13:54 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Lyrik

Die zarten Bilder von Emily Dickinson berühren mich mehr als manches, das heute als Lyrik gilt. Ich mag Hilde Domin, Eva Strittmatter, Rilke.. Das ist eine andere Ebene als vieles, das heutzutage geschrieben wird. Dann denke ich immer: Wenn es die Experten sagen, muss ja etwas gutes dran sein. So gehts mir mit Michael Lentz auch.
Hier ein paar Zeilen von Rumi (persischer Mystiker des 13. Jh. ), den ich leider nur in der Übersetzung lesen kann.

Ich erschuf dich aus einem Feuer
und gab dich zurück
einem anderen Feuer.
Du wurdest aus meinem Herzen
geboren wie ein Wort,
und wie ein Wort
verschweige ich dich zuletzt.

http://www.marschler.at/worte-rumi.htm

Autor:  Didonia [ Fr 1. Apr 2016, 14:30 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Lyrik

Moin, ihr Lieben,

im Island-Thema hatte ich schon angedeutet, dass ich mich auch langsam den Gedichten zuwenden möchte. Nun habe ich im Forum gesucht und tatsächlich ein Thema "Lyrik" gefunden, das ich jetzt wieder belebe.

Interessant für mich wären Dichterinnen, da ich derzeit verstärkt an einem Band Kurzbiografien über Schriftstellerinnen arbeite.

Ich werde mir mal in Ruhe durchlesen, was ihr hier bisher so geschrieben habt. Und vielleicht habt ihr ja noch den ein oder anderen Tipp für mich.

Derweil ein Frühlingsgruß von

Theodor Fontane
Frühling


Nun ist er endlich kommen doch
In grünem Knospenschuh;
"Er kam, er kam ja immer noch",
Die Bäume nicken sich's zu.

Sie konnten ihn all erwarten kaum,
Nun treiben sie Schuss auf Schuss;
Im Garten der alte Apfelbaum,
Er sträubt sich, aber er muss.

Wohl zögert auch das alte Herz
Und atmet noch nicht frei,
Es bangt und sorgt: "Es ist erst März
Und März ist noch nicht Mai."

O schüttle ab den schweren Traum
Und die lange Winterruh:
Es wagt es der alte Apfelbaum,
Herze, wag's auch du.

Habt einen sonnigen Tag :D

Autor:  Josie [ Fr 1. Apr 2016, 17:13 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Lyrik

Danke für den wunderschönen Frühlingsgruß, Didonia. :) Er kommt zur rechten Zeit.

Die Sonne lacht seit eben und wenn auch keine Apfelbäume, so habe ich heute unterwegs etliche Magnolienbäume in voller Blüte stehen sehen. Diese liebe ich und sobald sie blühen, ist für mich ganz persönlich der Frühling angekommen.

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