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Martin Walser
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Seite 4 von 5

Autor:  JMaria [ So 25. Mär 2012, 11:00 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Martin Walser

Hallo zusammen,

im Artikel der FAZ....


Ein Lustwandler seiner Ausdruckswelt


erfährt man, dass Walser seinen neuen Roman beendet hat und im September rauskommen wird. Das Buch wird "Das dreizehnte Kapitel" heißen und ist eine Liebesgeschichte, die in Briefform beginnt und in einen E-Mail-Roman übergeht.

Martin Walser zu seinem Roman:
„Das ist ein Paar, das kann moralisch nur existieren, wenn ihre Beziehung unmöglich bleibt. Denn die sind beide glücklichst gebunden, und schreiben sich trotzdem aufeinander zu - weil sie feststellen, dass sie einander etwas sagen können, was sie sonst nirgends sagen können.“

wir dürfen gespannt sein.

Autor:  Petra [ Mo 26. Mär 2012, 11:40 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Martin Walser

Hallo Maria,

in der Tat können wir gespannt sein - das klingt verheißungsvoll. Danke für die Infos, ich werde den Roman dann in Augenschein nehmen, und gespannt verfolgen, was über ihn gesagt wird.

Autor:  JMaria [ So 1. Apr 2012, 18:23 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Martin Walser

Hallo zusammen,

die habe nun "Ehen in Philippsburg" beendet und obwohl es ein oder zwei Szenen gab, die befremdlich auf mich wirkten, fand ich das Buch sehr ausdrucksstark.

bereits der erste Satz läd zum Weiterlesen ein. Sehr gut ausgewählt:


In einem überfüllten Aufzug schauen alle Leute aneinander vorbei



"Ehen in Philippsburg" war Martin Walsers erster Roman, kam 1957 raus und das brachte ihm auch den Hermann-Hesse-Preis ein.

Thematisiert wird die Nachkriegsgesellschaft, die neuen technischen Errungenschaften, das Wirtschaftswunder. Das gefühlte Recht auf Wohlstand und das Streben dorthin. Doch wer bleibt dabei auf der Strecke? ...

Das lineale Erzählen macht es streckenweise leicht der Geschichte zu folgen, doch wenn Walser experimentiert mit Inneren Monolog, Tagebucheintragung, filmartige Montagetechnik, dann fordert er volle Aufmerksamkeit ein.

Auffallend auch, dass die männliche Sicht dominiert, die Frauen sollen repräsentieren oder sexuell verfügbar sein, das Heim dem Manne angenehm machen. Sauberbild der 50iger und 60iger Jahren. Eine Gesellschaft versucht sich neu zu definieren, doch es fehlen noch die nötigen Begriffe.

Ein starker Roman und manche Szenen wirken aktuell wie vielleicht jahrzehnte nicht mehr!

Jetzt noch eine Frage:

Hat jemand von euch eine Buchausgabe, die nicht aus der SZ-Bibliothek stammt?

darin gibt es nämlich einen Druckfehler, der zweimal auftritt. Es kann sich nur um einen Fehlerteufel handeln .... seht selbst:


S. 210
An diesem Abend war es wieder einmal Harry Büsgen, der plötzlich in die Hände klatschte und nicht aufhörte, bis einige den Mut fanden, sich ihm anzuschließen, worauf denn ein langes Geklatsche anhob, das Dr. ten Bergen vergeblich durch ein@emspI4;paar bescheiden abwehrenden Handbewegungen beizulegen suchte.

S. 247
Leider ist es mir nicht erlaubt, solche@emsp14;Geschenke zurückzuweisen, obwohl ich weiß, dass jeder Mensch Blumen verdient, nur unser Oberspielleiter nicht.


Vielleicht ist ein Unicode reingerutscht?

wäre toll, wenn jemand weiterhelfen würde und die Stellen berichtigen würde.

Autor:  Petra [ Mo 2. Apr 2012, 15:43 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Martin Walser

Hallo Maria,

zu Deiner Frage kann ich Dir leider nicht weiterhelfen. Aber neugierig hast Du mich gemacht durch Deine Beschreibung von "Ehen in Philippsburg". Ebenso mit Deiner Neuerrungenschaft ("Anselm Kristlein- Trilogie"), von der Du im Buchkauf-Thread berichtet hast. Ich habe derzeit große Lust auf Bücher, die in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg spielen.

Danke für Deinen Bericht. :)

Autor:  JMaria [ Mo 2. Apr 2012, 16:23 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Martin Walser

Hallo Petra,

mich interessieren derzeit ebenfalls Romane, die in der noch jungen Bundesrepublik spielen, deswegen habe ich mir die Anselm Kristlein Trilogie bestellt, besonders der 1. Teil "Halbzeit" der 1960 herauskam, kann man dieser Kategorie zuzählen, wie auch "Ehen in Philippsburg".

und ich habe gerade eben für 6,50 Euro "Muttersohn" bei ebay ergattert :-)

Autor:  Petra [ Mo 2. Apr 2012, 16:38 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Martin Walser

Hallo Maria,

freut mich, dass wir das Interesse an den Romanen, die in der noch jungen BRD spielen, derzeit teilen. Das lässt auf Austausch hoffen.

Auf "Halbzeit" und "Ehen in Philippsburg" bin ich durch Dich auch besonders neugierig geworden.

Über "Muttersohn" hatte ich vor einiger Zeit eine Besprechung (Podcast) gehört, und es reizte mich auch. Die oben genannten aber derzeit mehr. Ich bin jedoch gespannt auf Deinen Bericht.

Autor:  steffi [ Di 3. Apr 2012, 10:03 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Martin Walser

JMaria hat geschrieben:
Vielleicht ist ein Unicode reingerutscht?

wäre toll, wenn jemand weiterhelfen würde und die Stellen berichtigen würde.


emsp14 ist einfach eine Leerstelle, 1/4 von em, also ein Viertelgeviert, die Größe von em ist abhängig von der Schriftgröße:

http://de.wikipedia.org/wiki/Leerzeichen

Ehen in Philippsburg habe ich auch gerne gelesen, obwohl mir ebenfalls das Frauenbild nicht so gefiel.

Autor:  JMaria [ Di 3. Apr 2012, 10:19 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Martin Walser

steffi hat geschrieben:
JMaria hat geschrieben:
Vielleicht ist ein Unicode reingerutscht?

wäre toll, wenn jemand weiterhelfen würde und die Stellen berichtigen würde.


emsp14 ist einfach eine Leerstelle, 1/4 von em, also ein Viertelgeviert, die Größe von em ist abhängig von der Schriftgröße:

http://de.wikipedia.org/wiki/Leerzeichen

Ehen in Philippsburg habe ich auch gerne gelesen, obwohl mir ebenfalls das Frauenbild nicht so gefiel.


du bist ein Schatz ! Eine Leerstelle also, darauf wäre ich nicht daraufgekommen. Danke schön :-)

Ehen in Philippsburg:
Die minutiöse .... Spoilerschrift ... Abtreibung .... Spoilerschrift ende ... hat mich sehr schockiert, war aber ein kraftvolles Szenarium. Außerdem weist so manches auf einen expressionistischen Stil hin, wenn Walser die Gangart mancher Protagonisten roboterhaft beschreibt usw...

Zitat aus Wikipedia was durchaus auch in "Ehen in Philippsburg" zu finden ist:

Expressionistische Autoren lehnen sich auf gegen eine „Enthumanisierung“ durch die Industrialisierung und warnen vor einer Gesellschaft, die keine Rücksicht und Moral besitzt. Sie fühlen sich von der Anonymität der Großstadt und von Maschinen, die durch die sprunghaft wachsende Industrie allgegenwärtig sind sowie durch die diktatorische Autorität der Großunternehmer bedroht und selbst zur Maschine degradiert. http://de.wikipedia.org/wiki/Expressionismus_(Literatur)

ein vielschichtiger Roman !

Autor:  steffi [ Do 5. Apr 2012, 09:54 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Martin Walser

JMaria hat geschrieben:

Außerdem weist so manches auf einen expressionistischen Stil hin, wenn Walser die Gangart mancher Protagonisten roboterhaft beschreibt usw...


Ja, der expressionistische Stil kommt schon rüber, aber ich habe ja immer Probleme mit den Figuren Walsers, sie bleiben mir fremd und unnatürlich.

Ich freue mich aber, wenn du weitere Werke von ihm entdeckst, ich bin schon neugierig, was du über die Anselm-Krislein-Trilogie berichtest.

Autor:  JMaria [ Do 5. Apr 2012, 13:59 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Martin Walser

steffi hat geschrieben:
JMaria hat geschrieben:

Außerdem weist so manches auf einen expressionistischen Stil hin, wenn Walser die Gangart mancher Protagonisten roboterhaft beschreibt usw...


Ja, der expressionistische Stil kommt schon rüber, aber ich habe ja immer Probleme mit den Figuren Walsers, sie bleiben mir fremd und unnatürlich.

Ich freue mich aber, wenn du weitere Werke von ihm entdeckst, ich bin schon neugierig, was du über die Anselm-Krislein-Trilogie berichtest.



Hallo Steffi,

da muß ich dir zustimmen. Man möchte sich auch kaum mit seinen Figuren näher einlassen (außer mit Goethe, den Roman fand ich neckisch *g*)

ich glaube, die Kanten und Ecken die alles seine Figuren haben, ziehen mich an und stossen zugleich ab (manchmal).

Kennst du bereits die Anselm Kristlein Trilogie?

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