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 Ein Lese-Projekt: Nationalsozialismus 
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Registriert: Di 18. Jan 2011, 17:49
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Beitrag Re: Ein Lese-Projekt: Nationalsozialismus
Ich berichte auf jeden Fall, Petra. Ich denke, ich kaufe das Büchlein auf jeden Fall. So die beiden ganz alleine, sie im Bild und er im Text, ist bestimmt sehr schön.

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Lesende Grüße, Anne


Do 31. Mär 2011, 15:44
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Registriert: Do 27. Mär 2008, 13:34
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Beitrag Re: Ein Lese-Projekt: Nationalsozialismus
Hallo Didonia,

da hast Du sehr recht. Und schöner als Du hätte man es auch nicht sagen können - Deine Worte: So die beiden ganz alleine, sie im Bild und er im Text, ist bestimmt sehr schön.

Ja! :D

Und wegen dieser wirklich schönen Idee, habe ich es mir nun auf meinen Notizzettel gesetzt. Wie die DVA-Ausgabe mit den Kästner-Gedichten, die Teofila für ihren Marcel abgeschrieben hat, auch. Vielleicht werden es ja wirklich mal beide. In jedem Fall reizen sie beide. Wie schön dann letztendlich, dass die Bücher unterschiedliches behandeln und Du auf dieses schöne Insel-Büchlein hier so recht aufmerksam gemacht hast!

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Ich lese gerade: :lesen:
Erskine Childers - Das Rätsel der Sandbank (TB)
Georgette Heyer - Schritte im Dunkeln (ebook)
Ich höre gerade: :kopfhoerer:
Mary Shelley - Frankenstein oder Der moderne Prometheus (Hörspiel)

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Do 31. Mär 2011, 16:00
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Registriert: Di 18. Jan 2011, 17:49
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Beitrag Re: Ein Lese-Projekt: Nationalsozialismus
Liebe Petra,

mir geht zu Deinem Thema noch etwas im Kopf rum, zu dem es sicher auch jede Menge Literatur gibt. Die Judenverfolgung im Dritten Reich.
Ich habe vor Jahren, als ich noch an der Ostsee lebte, alles Textmaterial gesammelt, was ich über meine Heimatstadt in die Finger bekam. Texte aus Zeitungen, Zeitschriften, Broschüren, Beilagen aus den Museen, Bücher aller Art. Ich habe sogar Firmen angeschrieben, ob sie mir Material über ihre Geschichte zusenden, von einigen habe ich sogar richtig interessante Sachen bekommen. Aber ich schweife ab.

Unter anderem habe ich eine Broschüre gefunden über die Geschichte der Juden in meiner Heimatstadt. Über die Verbrennung der Synagoge, von der ein Einwohner unter Lebensgefahr ein Foto machte, und ihre Verfolgung im Zweiten Weltkrieg.
Dabei habe ich auch entdeckt, dass unsere Universität, eine altehrwürdige, weder im Zweiten Weltkrieg noch während der DDR-Zeit (in Verbindung mit der Stasi) eine rühmliche Rolle gespielt hat. Die Uni war es, die als erstes jüdische Gelehrte entlassen hat.
Es wurde auch beschrieben, wie die jüdischen Mitbürger von zu Hause abgeholt wurden, zum Bahnhof gebracht wurden und mit Zügen auf Nimmerwiedersehen verschwanden. Auch darüber, dass man einige warnen konnte, dass einigen die Flucht gelang, andere sich aber das Leben nahmen.
Ganz perplex war ich, als ich gelesen habe, dass die Juden die gelben Sterne beim Abholen auch noch bezahlen mussten, ebenso bezahlen mussten sie die Zugfahrt in die Konzentrationslager.

Dabei überlege ich gerade: Viele sind schon geschockt, wenn sie nur in Dokus sehen, wie es damals vor sich ging. Wie mag es mir wohl gehen, richtig über Einzelschicksale zu lesen. Das stelle ich mir ganz schrecklich vor. Ich mag zum Beispiel gar nicht darüber nachdenken, was Frauen alles tun mussten, um im Lager zu überlegen. Oder die schrecklichen medizinischen Versuche, die mit Menschen jeden Alters gemacht wurden.

Ein leichtes Thema hast Du Dir fürwahr nicht ausgesucht, liebe Petra. Aber ein Thema aus einer Zeit, die wirklich nie vergessen werden darf.

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Lesende Grüße, Anne


Fr 1. Apr 2011, 12:36
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Registriert: Do 27. Mär 2008, 13:34
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Beitrag Re: Ein Lese-Projekt: Nationalsozialismus
Liebe Didonia,

Deine Gedanken finde ich sehr wichtig. Und ich finde es auch ganz toll, wie Du Dich engagiert hast, um Infos zu bekommen über die Judenverfolgung in Deiner Heimatstadt. Ist es nicht erschreckend, dass man in einem Land lebt, in dem solche Dinge (Hundertausenden, Millionen) Menschen passiert sind, ohne dass man konkrete Geschichten darüber kennt? Über alles wird Jahrzehnte später noch herumposant, wie es damals war. Aber über dieses traurige Kapitel deutscher Geschichte hört man nur Allgemeines, aber nichts Persönliches.

In unserer Familie gab es eine Bekannte (sie war bei Familienfeiern immer dabei), die viel kostbaren Schmuck hatte und ihn auch gerne zur Schau trug. Innerhalb unserer Familie kursierten Gerüchte, dass sie diesen Schmuck während des zweiten Weltkriegs von Juden bekommen habe. Wofür? Da denkt sich meine Familie nicht viel Gutes. Denn wenn sie darauf angesprochen wurde, woher der Schmuck denn stammte (die Familie war alles andere als wohlhabend), dann druckste sie nur herum und lenkte ab. Was an den Gerüchten dran ist, weiß ich nicht. Aber nehmen wir es mal stellvertretend für Dinge, die ganz gewiss zahlreich vorgekommen sind. Dass man Nachbarn, Freunden, Verwandten, Mitbürgern alles genommen hat. Sogar ihr Leben. Von ihrem Besitz und ihrer Würde ganz zu schweigen.

Du hast recht! Gar kein leichtes Thema, das ich mir da ausgesucht habe. Aber ich bin froh, dass ich mich derzeit damit befassen möchte. Denn das hätte ich nicht zu jeder Zeit gekonnt. Wenn man selbst gerade ein angegriffenes Nervenkostüm hat, verpackt man sowas nicht so leicht. Ich versuche die Zeit zu nutzen, um mich mit einem Teil der deutschen Vergangenheit zu befassen, den man wahrlich nicht vergessen sollte! Das alles ist in unserem Land, unserer Stadt, unserer Gemeinde passiert. Das ist unvorstellbar, aber wahr.

Was man den Menschen für medizinische Versuche angetan hat, ist so unvorstellbar grausam, dass ich mich damit nur ganz schlecht befassen kann. In irgendeinem Hörbuch (ich meine ein Feature?) ging es um einen der Fälle, wo aus menschlicher Haut Lampenschirme gemacht wurden. Lebendigen Menschen!!! Wie grausam bitte kann der Mensch sein?

Und richtig, was mussten Frauen für ihr Überleben wohl tun? Oder was wurde ihnen angetan, ohne die Option dafür ihr Leben wenigstens retten zu können? Unfassbar.

Übrigens: Wenn Dich einzelne Schicksale interessieren, dann kann ich Dir wirklich nur :arrow: "Mein verwundetes Herz - Das Leben der Lilli Jahn 1900-1944" von Martin Doerry ans Herz legen. Zumal Du ja biografische Bücher gern liest. Ich habe zur Spiegel-Edition verlinkt, obwohl die Ausgabe vergriffen ist. Bei Amazon gibt es derzeit aber noch recht günstig neue Exemplare über Marketplace zu kaufen. Ansonsten gibt es auch noch die Original-Ausgabe zu kaufen, aber die lag bei 24,90 €, falls jemanden das Buch hier interessiert.

Mich selbst erinnere ich dadurch auch mal wieder an was. Ich habe von Martin Doerry noch ein Hörbuch zum Buch :arrow: ""Nirgendwo und überall zu Haus": Gespräche mit Überlebenden des Holocaust". Das setze ich mir auch gleich mal auf meine Liste für mein Projekt. Schade, das Buch wäre sicher umfassender als das Hörbuch.

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Fr 1. Apr 2011, 14:08
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Beitrag Re: Ein Lese-Projekt: Nationalsozialismus
Lieben Dank für den Buchtipp. Das Buch habe ich sogar zu Hause stehen, unter den vielen Biografiebüchern, die ich noch nicht gelesen habe. Ich werde es mal schon in meine Nähe legen.

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Lesende Grüße, Anne


Fr 1. Apr 2011, 14:15
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Beitrag Re: Ein Lese-Projekt: Nationalsozialismus
Hallo Didonia,

das ist ja klasse... da habe ich so richtig gelegen mit meinem Tipp, dass das was für Dich sein könnte, dass Du es tatsächlich schon hast! ;-)

Wenn es bei Dir mal an die Reihe kommt, bin ich sehr interessiert an Deinen Eindrücken!

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Fr 1. Apr 2011, 14:50
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Beitrag Re: Ein Lese-Projekt: Nationalsozialismus
Hallo zusammen,

gestern kam die Bildbiografie von Marcel Reich-Ranicki bei mir an. Ich hatte mich für die :arrow: gebundene Ausgabe entschieden, zumal die noch deutlich günstiger als die broschierte ist (manches muss man nicht verstehen).

Allzu viel Zeit hatte ich nicht, aber ich habe sie durchgeblättert. Dafür werde ich mir noch intensiv Zeit nehmen. Eine wunderbare Ergänzung zu seiner Autobiografie. Zu vielen Personen, über die er darin geschrieben hat, sind hier Fotos enthalten. Meistens mit MRR zusammen fotografiert. Auch die Abschrift von Kästners Lyrischer Hausapotheke, die Tosia ihm im Warschauer Getto schenkte, ist abgebildet. Manchen Fotos werden von kurzen, prägnanten Texten aus seiner Autobiografie begleitet, die sofort wieder eine Verbindung zum dort gelesenen herstellt.

Der Band enthält auch einige professionelle Fotos, die MRR alleine zeigen. Sie sind sehr ausdrucksstark und eine schöne Ergänzung zu den persönlichen Fotos. Denn MRR ist beides: Mensch, und bekannter Kritiker. Beiden Teilen wird das Buch gerecht.

Danke an Maria nochmal für den tollen Hinweis mit dieser Bild-Biografie! Denn Fotos hatten mir in "Mein Leben" gefehlt. So ist es aber noch besser. Denn der Bildband lädt dazu ein, öfters erneut darin herum zu blättern, und einzelne Stationen aus MRRs Leben aufzusuchen.

Viele seelenvolle Fotografien, und berührende begleitende Texte. Ein tolles Buch!

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Do 7. Apr 2011, 09:24
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Beitrag Re: Ein Lese-Projekt: Nationalsozialismus
Liebe Petra,

das ist ja wirklich noch eine schöne Ergänzung zu seiner Biografie. Sind da vielleicht Bilder von Isolde Ohlbaum bei? Ich liebe ihre Schwarz-weiß-Fotos von Schriftstellern.

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Lesende Grüße, Anne


Do 7. Apr 2011, 10:30
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Beitrag Re: Ein Lese-Projekt: Nationalsozialismus
Hallo Didonia,

Isolde Ohlbaum mag ich als Fotografin auch besonders gern. Ich habe gestern beim durchblättern nicht darauf geachtet. Werde ich aber bei Gelegenheit nachholen.

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Do 7. Apr 2011, 13:53
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Beitrag Re: Ein Lese-Projekt: Nationalsozialismus
Hallo zusammen,

ich habe eben meine Projekt-Liste ergänzt: Hans Falladas "Jeder stirbt für sich allein" habe ich darin als gelesen markiert, da ich es ja derzeit in unserer sehr interessanten Leserunde gemeinsam mit Maria und Steffi lese. Der Vollständigkeithalber hier ein Link zur :arrow: Leserunde, die zu verfolgen gewiss auch im Nachhinein interessant ist. Um nichts zu verraten, haben wir immer die Kapitel gekennzeichnet, über die wir uns gerade austauschen, um niemandem was vorweg zu nehmen.

Dieses Buch ergänzt mein Projekt aufs Beste. Des beleuchtet die NS-Zeit von einer anderen Seite her. Zeigt das Alltagsleben der einfachen Leute zu der Zeit auf. Und erzählt vom kleinen Widerstand der einfachen Leute, auf eine ausgesprochen eindringliche und besondere Art. Ich lese die lobenswerte Neuausgabe, in der die vorgenommenen Änderungen und Kürzungen des Lektorats weitestgehend wieder aufgehoben wurden. Auch das ist ausgesprochen interessant.

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Di 19. Apr 2011, 16:17
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