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 Charles Dickens 
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Registriert: Mo 31. Mär 2008, 11:07
Beiträge: 12480
Beitrag Re: Charles Dickens
wegen "Bleak House" hole ich mal den Dickens Thread hervor.

Steffi schrieb:

....Inzwischen habe ich schon 10% gelesen und ich muss sagen, es gefällt mir gut ! Es gibt natürlich ein paar dickensmäßige Personen (eine alte Frau, die täglich im Gericht sitzt, ein obskurer Lumpensammler, eine exzentrische Afrikarechts-Kämpferin) aber auch schon ein paar Andeutungen, wie die Geschichte weitergehen könnte. Außerdem nett, dass Dickens auch eine weibliche Ich-Erzählerin auftreten lässt, die Teile erzählt.




und


Inzwischen habe ich ein knappes Drittel von Bleakhouse geschafft ! Dank meines Kindle liest sich das sehr flott, auch weil Dickens sich sehr schön auf seine Hauptfigur, Esther, konzentriert, die ja auch über weite Strecken als Ich-Erzähler fungiert. Eine sehr schöne weibliche Protagonistin, die zwar wohlerzogen und sittsam ist, aber mit beiden Füssen fest auf dem Boden steht und schon auch mal austeilen kann - die Figur erinnert mich schon ein bißchen an die Protagonistinnen von Jane Austen, auch wenn Dickens natürlich da ganz anders rangeht. Als weiblicher Gegenpart ist Lady Dedlock ebenfalls wunderbar geschildert, eingebildet und boshaft, aber sie durchschaut auch die anderen sehr.


Momo schrieb:

Bleakhouse habe ich auch gelesen. Ich fand es ein wenig sentimental. Bin gespannt auf deine Meinung. Könnte noch mehr dazu sagen, möchte aber nicht vorgreifen.



von Fevvers kam der Link zu einer Dickens-Ausstellung in Zürich:
http://www.stadt-zuerich.ch/content/kul ... ckens.html


vielleicht ergeben sich noch mehr Erkenntnisse.

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Schöne Grüße
Maria


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Geiger, Arno: Unter der Drachenwand

In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)


Di 2. Okt 2012, 10:56
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Beitrag Re: Charles Dickens
Schön, dass du den Dickens-Ordner hervorholst, JMaria ! Wie gefällt dir bisher Bleakhouse ?

Ich bin nach wie vor begeistert, vorallem, weil es sich so gut liest, auch wenn ziemlich viele Figuren vorkommen. Aber gut, dass ich auf dem Kindle lese, da ist recherchieren im Buch ja kein Problem.

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Gruss von Steffi

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Mi 3. Okt 2012, 11:42
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Registriert: Mo 31. Mär 2008, 11:07
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Beitrag Re: Charles Dickens
Hallo Steffi,

Bleak House:
mir gefällt es bisher auch sehr gut. Ich war über die Ich-Erzählerin überrascht, denn ich habe damit nicht gerechnet. Du hast Esther Summerson ja bereits gut charakterisiert.
Mir gefällt das Lachen der Protas (Esther , Ada, Richard) aber auch das ungeheuchelte Mitgefühl dieser für ihre Mitmenschen. Dickens Beschreibung in der ärmlichen Behausung und dem sterbende Säugling war so gut beschrieben, dass ich mir alles vorstellen konnte, das ganze Leid, wo Trost von richtiger Hand kommen sollte und nicht von psalmodierenden Matronen. Das war großartig erzählt.

Ich bin jedoch erst auf S. 143 im 9. Kapitel.

Edit:
Richard und Ada nennen Esther wegen ihrer neuen Stellung im Haus zärtlich und ironisch Alterchen, Mütterchen Hubbard, was evtl auf die Figur eines Nursery Rhyme zurückzuführen ist :

http://en.wikipedia.org/wiki/Old_Mother_Hubbard

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Schöne Grüße
Maria


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Mi 3. Okt 2012, 15:20
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Registriert: Mi 2. Apr 2008, 12:56
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Beitrag Re: Charles Dickens
JMaria hat geschrieben:
Dickens Beschreibung in der ärmlichen Behausung und dem sterbende Säugling war so gut beschrieben, dass ich mir alles vorstellen konnte, das ganze Leid, wo Trost von richtiger Hand kommen sollte und nicht von psalmodierenden Matronen.


Ich halte das auch für eines der großen Themen im Buch, nämlich der Gegensatz von Heuchelei/Egoismus und echtem Mitgefühl. Denn die Afrikahilfe oder die religiösen Ergüsse helfen wirklich nicht, das Leid oder die Umstände zu verbessern.

Ich bin auch von Esther als Frauenfigur überrascht, ich hätte so eine weibliche Protagonistin Dickens bisher nicht zugetraut. In Bezug auf Richard fällt mir Doderer und die Apperzeption ein ;) Außerdem finde ich Lady Dedlock erstaunlich geschildert, als uneheliche Mutter muss ihre doch einigermaßen sympathische Schilderung in der viktorianischen Zeit sehr gewagt gewesen sein.

Danke dir für den Hinweis auf Mother Hubbard (ich hab das immer meinen Kindern vorgelesen) - ich bin gespannt wie das Verhältnis Esther-Mr.Jarndyce sich entwickelt.

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Gruss von Steffi

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Do 4. Okt 2012, 08:27
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Moderator

Registriert: Mo 31. Mär 2008, 11:07
Beiträge: 12480
Beitrag Re: Charles Dickens
Hallo Steffi,

du wirst schon durch sein mit Bleak House. :?:
Bei mir geht's langsam voran, doch gefällt es mir immer noch sehr gut. Zwar fordert das gern von Dickens benutzte Diminutiv (Mütterchen...) auf die Dauer Geduld, der Tonfall strapaziert, doch auf der anderen Seite sprechen die vielen Namen für sich. Der Erguss über die Politiker war köstlich (Doodle usw. )

Vielleicht findest du ein paar abschließende Worte?

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Schöne Grüße
Maria


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Fr 2. Nov 2012, 19:15
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Beitrag Re: Charles Dickens
Hallo Jutta,

heute habe ich Bleakhaus beendet. Gegen Ende nimmt die Geschichte unerwarteterweise nochmal richtig Fahrt auf und wir zum spannenden Krimi plus Verfolgungsjagd. Überhaupt hat mich der Roman manches Mal überrascht, einige Wendungen und auch Personen, die sich weiterentwickelten, das ist man ja bei den früheren Werken von Dickens nicht immer so gewöhnt. Ich fand auch, dass es einige Themenkomplexe gab und spürbar wird, dass Dickens sich auch im Stil weiterentwickeln wollte. Gesellschaftsroman, Sozialstudie, Krimi und Justizroman - von allem ein bißchen und doch ergibt es dann für mich ein zusammenpassendes Ganzes, was nicht so einfach ist, zumal auch noch Stil und Erzählerperspektive gerne wechselt.

Mir hat dieser Dickens am besten gefallen bisher, obwohl Große Erwartungen auch tolle Momente hat, und ich meine, Dickens hat sich mit Bleakhaus auch ein bißchen in Richtung seines Freundes Wilkie Collins bewegt.

Sentimental fand ich es eigentlich nicht, klar, Dickens bewegt sich in einem bestimmten Milieu und schreibt auch für ein bestimmtes Klientel, das merkt man schon, aber ich fand es insgesamt nicht sehr viel und mir war schon am Anfang klar, worauf es bei bestimmten Personen hinausläuft ;) aber ich wäre auch entsetzt gewesen, wenn es nicht so geendet hätte. Wäre ja fast so, wie wenn bei Jane Austen die Protagonistin nicht ihren Mann kriegt, nö, das ginge gar nicht ! Vielleicht magst du noch etwas dazu schreiben, Momo ?

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Gruss von Steffi

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Sa 3. Nov 2012, 19:35
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Beitrag Re: Charles Dickens
Ja, Steffi, du hast recht, ich hatte Bleakhouse mit "Der Raritätenladen" verwechselt, obwohl es durchaus auch vorkommen kann, dass es verschiedene Meinungen gibt... Zu diesem Buch habe ich noch einmal in meinen Unterlagen geschaut und ich hatte zwanzig Seiten über das Buch geschrieben und war hellauf beigestiert :mrgreen: . Sorry, für diese Verwechslung.

Die Sprache fand ich toll, und die vielen Vergleiche, über die ich oft lachen musste. Wenige Monate später las ich in einer Leserunde "Der Raritätenladen" mit und der hatte mich zutiefst enttäuscht. Absolut sentimental, was aber auch typisch für Dickens ist, sorry, wenn ich das anders sehe, aber im Raritätenladen nochmals verstärkt.

Ich könnte noch mehr Punkte nennen, dadurch auch, weil ich einige Biographien gelesen habe, und ich meine Beobachtung bestätigt sah, dass Dickens auch Probleme mit Frauen hatte und man diese in seinen Büchern herauslesen konnte. Wenn ich wieder etwas von ihm lesen werde, werde ich dies an Textstellen belegen... .


Sa 3. Nov 2012, 20:34
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Beitrag Re: Charles Dickens
Momo111 hat geschrieben:
Ja, Steffi, du hast recht, ich hatte Bleakhouse mit "Der Raritätenladen" verwechselt, obwohl es durchaus auch vorkommen kann, dass es verschiedene Meinungen gibt...


Der Raritätenladen ist ja eines der früheren Werke, es wird allgemein ja eher von den späteren Werken (so ab Bleakhouse, meine ich), positiver gesprochen. Wenn es mehr in die sentimentale/kitschige Richtung geht, dann lasse ich da sicherlich meine Finger davon !

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Gruss von Steffi

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So 4. Nov 2012, 10:44
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Beitrag Re: Charles Dickens
JMaria hat geschrieben:
Zwar fordert das gern von Dickens benutzte Diminutiv (Mütterchen...) auf die Dauer Geduld, der Tonfall strapaziert, doch auf der anderen Seite sprechen die vielen Namen für sich.


Ich hab mal im Original nachgelesen, ich glaube, Mütterchen schulden wir der in diesem Fall nicht so gelungenen Übersetzung: little woman, dear child, darling girl, my love, my child, my dear, my dearest. Dame Trot, Dame Durden (beides auch aus Reimen). Ich finde, das klingt alles viel zärtlicher als "Mütterchen".

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Gruss von Steffi

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So 4. Nov 2012, 10:59
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Registriert: Sa 4. Aug 2012, 16:13
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Beitrag Re: Charles Dickens
steffi hat geschrieben:
Momo111 hat geschrieben:
Ja, Steffi, du hast recht, ich hatte Bleakhouse mit "Der Raritätenladen" verwechselt, obwohl es durchaus auch vorkommen kann, dass es verschiedene Meinungen gibt...


Der Raritätenladen ist ja eines der früheren Werke, es wird allgemein ja eher von den späteren Werken (so ab Bleakhouse, meine ich), positiver gesprochen. Wenn es mehr in die sentimentale/kitschige Richtung geht, dann lasse ich da sicherlich meine Finger davon !


Ja Steffi, dem stimme ich auch zu... .


So 4. Nov 2012, 15:19
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