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Colum McCann
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Seite 1 von 1

Autor:  JMaria [ So 13. Apr 2014, 19:09 ]
Betreff des Beitrags:  Colum McCann

Hallo zusammen,

Zwischen dem ersten Satz...

Das Haus stand am Ufer des Loughs.

und dem letzten Satz...

Wir müssen der Welt Bewunderung dafür zollen, daß sie nicht einfach endet und uns im Stich lässt.

liegen nicht nur knapp 380 Seiten, sondern auch 166 Jahren und vier Generationen von Frauen über zwei Kontinente hinweg wie eine Möbiusschleife verbunden.

Vor ein paar Minuten habe ich Transatlantik mit einem Seufzer zugeschlagen, mit dem zufriedenen Gefühl einen wunderbaren Roman gelesen zu haben. Ich bin noch sehr gefangen von der Geschichte, die nicht chronologisch erzählt wird, sondern wie ein Nest geflochten (Metapher das auch im Buch vorkommt) ist, aber zarte Fäden verbinden die Zeitebenen.

Transatlantik
http://www.amazon.de/s?ie=UTF8&Los=Los& ... bucherf-21

(...) Dublin, 1845: Der amerikanische Abolitionist Frederick Douglass reist durch das von Hungersnot gepeinigte Irland, wo die Leute schlimmer leiden als unter der Sklaverei. Neufundland, 1919: Die beiden Flieger Jack Alcock und Arthur Brown unternehmen den ersten Nonstopflug über den Atlantik mit Kurs Irland. New York, 1998: US-Senator George Mitchell verlässt seine junge Frau und sein erst wenige Tage altes Baby, um in Belfast die nordirischen Friedensgespräche zu einem unsicheren Abschluss zu führen. «Transatlantik» verwebt drei ikonische historische Momente mit dem Schicksal dreier Frauen: Angefangen bei der irischen Hausmagd Lily Duggan, in der Frederick Douglass die Liebe zur Freiheit weckt, folgt der Roman ihrer Tochter Emily und ihrer Enkelin Lottie in die USA und, später, zurück auf die Insel. Ihr Leben spiegelt den Verlauf der bewegten Nationalgeschichte Irlands und Amerikas. Dabei spielt ein vergessener, über drei Generationen nicht geöffneter Brief eine entscheidende Rolle. «Transatlantik» ist ein kraftvolles Epos über die Kollision von Geschichte und persönlichem Schicksal – geschrieben mit unvergleichlicher dichterischer Intensität, mit leuchtenden Szenen und klingender Sprache.(...)


Die Sprache ist wunderschön, in den Dialogen, in der Landschafts- und Wetterbeschreibungen, in den wechselnden Stilen, manchmal stakkatoartig, dann wieder ausholend, wenn es um die Frauen geht, in gekonnten stream of consciousness, wobei auch ehrenhalber (vermute ich mal) zwei der Frauen ein Buch von Virginia Woolf bei ihrer Überfahrt 1929 von Neufundland nach Irland dabei hatten und sich daraus vorlasen. Im letzten Teil wird dann die Urenkelin Hannah zum Ich-Erzähler.

Die Stimme besaß eine außergewöhnliche Traurigkeit. Gereinigt von allem Körperlichen, gereinigt von allen Leidenschaften trat sie hinaus in die Welt, allein unbeantwortet, an den Felsen zerschellend - so klang sie.

Erkennt jemand den Satz?
Ich habe etwas suchen müssen und bin dann fündig geworden. Es ist aus Jakobs Zimmer. Die Sucharbeit hat mir viel Freude gemacht, da ich ja immer gerne in Woolfs Werk stöbere und lese.

Wie erzählt wird, sagt das Buch im Grunde selbst und zwar mit einem Zitat aus Rising von Wendell Berry...

Doch ist dies nicht die Summe eines Lebens.
Vielmehr die vieler, eng verstrickt,
Einander nacheinander überlappend
Und auferstehend aus dem Meer von Gräbern.

Auch das Cover ist so schön gewählt, ein Weißkopfseeadler (Wappentier der USA) mit einem dreiblättrigen Kleeblatt im Schnabel, das inoffizielle Nationalsymbol Irlands.

Ein wundervoll gewebter Roman !

http://www.rowohlt.de/magazin_artikel/C ... 44730.html

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