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Deutscher Buchpreis 2017
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Seite 2 von 3

Autor:  JMaria [ Mi 13. Sep 2017, 20:31 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Deutscher Buchpreis 2017

Hallo Hermy,

mich interessiert

-Marion Poschmann: Die Kieferninseln

und vielleicht komme ich noch zum lesen von

-Franzobel: Das Floss der Medusa

das ich mir ausgeliehen habe.

Thematisch liegen die beiden Bücher auf meiner Wellenlänge.

Anstrengend zu lesen fand ich die Leseprobe von "Thomas Lehr: Schlafende Sonne".

Autor:  JMaria [ Fr 29. Sep 2017, 14:13 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Deutscher Buchpreis 2017

Platz 1 auf der SWR Bestenliste

Marion Poschmann
Die Kieferninseln
https://www.swr.de/swr2/literatur/beste ... index.html

Autor:  Hermy [ Fr 29. Sep 2017, 20:00 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Deutscher Buchpreis 2017

Mittlerweile habe ich Die Hauptstadt von Robert Menasse gelesen und finde den Roman hinreissend, das Personal vielleicht ein wenig überzogen, aber immer wieder fliesst die Wahrheit unterschwellig darunter mit. Ich finde das Buch gibt einen würdigen Preisträger ab, sollte es gewählt werden.

Autor:  steffi [ Sa 30. Sep 2017, 12:05 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Deutscher Buchpreis 2017

Hermy hat geschrieben:
Mittlerweile habe ich Die Hauptstadt von Robert Menasse gelesen und finde den Roman hinreissend, das Personal vielleicht ein wenig überzogen, aber immer wieder fliesst die Wahrheit unterschwellig darunter mit. Ich finde das Buch gibt einen würdigen Preisträger ab, sollte es gewählt werden.


Das hört sich doch gut an !

@JMaria: Was macht der Franzobel ?

Autor:  JMaria [ So 1. Okt 2017, 10:34 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Deutscher Buchpreis 2017

steffi hat geschrieben:
@JMaria: Was macht der Franzobel ?



Er macht sich sehr gut. Aber ich schätze mal, die Ansicht zum Buch steht und fällt mit dem Erzähler im Buch, denn ich kann mir vorstellen, dass dieser Erzählstil, nicht jedem gefällt.

Auf der einen Seite gibt der Erzähler vieles preis, was der Leser durchaus selbst entdecken könnte, doch andererseits ein toller Kniff um aus der historischen Geschichte, die 1816 wirklich geschah, den Leser subtil in die Gegenwart zu bringen, oft auf ironischer Weise (wenn er sagt, dass der Kapitän kein Jean Marais ist..), allerdings nie mit erhobenen Zeigefinger. Und man erinnert sich unwillkürlich, dass auch heute noch viel zuviele Menschen als Schiffbrüchige auf dem Meer umkommen.

In Extremsituationen bleibt nicht viel übrig an Humanität.

Franzobels Stil ist echt vom Feinsten. Auch wenn er den einfachen Seemann sprechen lässt, verfällt er nicht in einen einfachen Dialekt, sondern benutzt einen Trick der Wiederholung. Ganz toll gemacht. In dieser Art....

Hast du sie gesehen? Hast du?....

Wirst sehen, das gibt Ärger, gibt es...

Der wird sich nicht durchsetzen, wird er nicht...

So einer kann sich stundenlang im Spiegel bewundern, aber er kann kein Schiff führen, kann er nicht.



Noch ein Beispiel für das transportieren des Themas in die Gegenwart:

Etwas ist eigenartig, die großen Katastrophen geschehen oft im Verborgenen. Wie bei den Konzentrationslagern, Völkermorden, Foltergefängnissen oder Tragödien um die Flüchtlingsschiffe im Mittelmeer bekam die Öffentlichkeit auch vom Unglück der Fregatte Medusa zunächst nicht mit.


Das ist ein typisches Beispiel wie der Leser regelmäßig von 1816 wieder in die Gegenwart geworfen wird, man entgeht der Aktualität nicht. Das ist mal eine neue Art des Erzählens, zumindest mir ist das so noch nicht untergekommen.


:daumen_hoch:

Als die Öffentlichkeit 1816 von der Geschichte der Überlebenden der Medusa erfuhr, entstand auch ein Wandel in der Malerei und Literatur, Man blendete nicht mehr das Schreckliche aus, sondern versuchte es zu thematisieren.

Einer der ersten war der Maler Gericault, sein Bild (ein Ausschnitt ziert auch das Cover des Franzobel "Medusa") hängt im Louvre...

http://www.geo.de/magazine/geo-epoche-e ... -floss-der

Autor:  Petra [ Mo 2. Okt 2017, 12:04 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Deutscher Buchpreis 2017

Hallo Hermy und Maria,

Du machst mich sehr neugierig auf "Die Hauptstadt", Hermy! Dafür hab lieben Dank! Im "Lesenswert Quartett" wird das Buch am 05.10.2017 besprochen. Ich freue mich drauf!

Interessant, was Du über "Das Floß der Medusa" schreibst, Maria. Danke fürs teilen Deiner Eindrücke. Zumal ich es vermutlich nicht selbst lesen werde, es mich thematisch dennoch interessiert, habe ich Deinen Bericht mit Interesse gelesen.

Autor:  steffi [ Mo 2. Okt 2017, 13:55 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Deutscher Buchpreis 2017

Danke, JMaria, für deine ausführliche Beschreibung ! Das spricht mich sehr an, gerade der Stil klingt super und das Buch kommt nun ganz oben auf meine Merkliste ! :cheerleader:

Autor:  JMaria [ Di 3. Okt 2017, 11:35 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Deutscher Buchpreis 2017

Hermy hat geschrieben:
Mittlerweile habe ich Die Hauptstadt von Robert Menasse gelesen und finde den Roman hinreissend, das Personal vielleicht ein wenig überzogen, aber immer wieder fliesst die Wahrheit unterschwellig darunter mit. Ich finde das Buch gibt einen würdigen Preisträger ab, sollte es gewählt werden.



Ich habe in die Lesung auf NDR reingehört und macht Lust auf mehr.


@shaftoe
Was macht die "schlafende Sonne"?

Autor:  Shaftoe [ Di 3. Okt 2017, 12:34 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Deutscher Buchpreis 2017

JMaria hat geschrieben:


@shaftoe
Was macht die "schlafende Sonne"?


Die pennt noch, ich versuche erst Nabokovs Katze von Lehr, bin noch nicht weit aber durchaus angetan (überhaupt nicht verschwurbelt, eher konventionell)

Grüße

Autor:  JMaria [ Mi 4. Okt 2017, 16:24 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Deutscher Buchpreis 2017

Shaftoe hat geschrieben:
JMaria hat geschrieben:


@shaftoe
Was macht die "schlafende Sonne"?


Die pennt noch, ich versuche erst Nabokovs Katze von Lehr, bin noch nicht weit aber durchaus angetan (überhaupt nicht verschwurbelt, eher konventionell)

Grüße



das ermutigt :-)
neugierig machender Titel !

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