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Deaver, Jeffery: Die Menschenleserin - The Sleeping doll
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Autor:  Binchen [ Mo 21. Apr 2008, 12:17 ]
Betreff des Beitrags:  Deaver, Jeffery: Die Menschenleserin - The Sleeping doll

Inhalt:

1999 – Charles Mansons Sohn – alias Daniel Pell, löscht die Familie eines Computerexperten aus. Einzig Theresa, die Jüngste überlebt. Sie wurde damals nicht gefunden.

8 Jahre später

Kathryn Dance, die Körpersprache-Spezialistin des CBI, verhört Daniel Pell zu einem anderen Mordfall in einem weniger gesicherten Gefängnis. Sie erkennt schnell, dass er ein besonderer Widersacher ist. Die Drohungen gegen ihre Familie nimmt sie ernst, doch auch er, ein Meister der Manipulation, muss sich eingestehen, dass Kathryn nicht so leicht zu beeindrucken ist, wie er es gewohnt ist.

Pell gelingt, kurz nach dem Verhör ein spektakulärer Ausbruch aus diesem Gefängnis und schnell wird klar, dass Theresa droht. Schließlich ist Pell nicht allein.

Kathryn Dance, als Verantwortliche bei den Ermittlungen wird alles tun, um weitere Opfer zu verhindern. Dabei nimmt sie auch die Hilfe von Winston Kellog an, der ein Spezialist im Umgang mit Kult-Phänomenen ist.

Meine Meinung:

Kathryn Dance wurde in ‚Der gehetzte Uhrmacher’ eingeführt. Sie ist eine Kinesik-Expertin, die Lyncoln Rhyme und Amelia Sachs bei diesem Fall geholfen hat. Seither ist sogar Rhyme davon überzeugt, dass Zeugen für einen Fall wichtig sein können, wenn man sie methodisch verhört, wie Kathryn das vermag.

Die Einblicke in das Funktionieren eines Kult-Oberhauptes sind eindrucksvoll. So einfach scheint es, eine Gruppe von Menschen zu beherrschen. Die simplen Gesetzmäßigkeiten werden anhand der Beispiele schnell klar.

Die Ermittlungsmethoden von Dance sind einmal nicht auf Forensik und Pathologie ausgerichtet, auch wenn sie nicht vollkommen ohne diese Wissenschaften auskommt. Wir erleben mit ihr einen neuen Ermittlertyp, erfrischend geschildert, mit alltäglichem Problemen einer alleinerziehenden Mutter von Kindern, Schuh- und Musiktick. Ihre Arbeit führt natürlich auch dazu, dass sie ihre Umwelt ein wenig anders wahrnimmt, als andere Kriminalisten.

Neue Beziehungen oder auch die alltäglichen Familienprobleme werden von ihr naturgemäß auch behäugt. Aber die berufliche Professionalität ständig im Alltag zu bewahren ist nicht immer leicht.
Ihr Arbeitsumfeld ist einmal nicht von depressiven, alkoholkranken Polizeibeamten bestimmt, aber auch keine problemfreie Zone. Die Schilderung des Umfeldes wirkt äußerst stimmig.

Die Romanhandlung enthält viele Sachinformationen, die jedoch unterhaltungstauglich verpackt sind. Eine Lehrstunde bleibt erfreulicher Weise aus. Die Informationen sind sachdienlich und werden auch für den Fortgang der Geschichte gebraucht, damit der Leser erkennt, wovon Kathryn Dance ihre folgenden Schritte ableitet.

Die Ausflüge in die Musikszene, und die Untermauerung von Stimmungen anhand von Musiktiteln ist für mich verzichtbar, weil ich ihnen nicht folgen kann, aber sie ist auch nicht störend, weil sie nicht in Lektionen über Musiktheorie ausarten. Ich kann mir vorstellen, dass Musikbegeisterte daran genauso viel Freude haben, wie ich, wenn Roman-Titel eingestreut werden.

Auch in der Menschenleserin schafft es Deaver diverse Wendungen einzubauen. Bei ihm ist man darauf vorbereitet, aber für mich gelingen ihm immer Entwicklungen, die ich nicht vorhersehen konnte, obwohl ich bei ihm potentziell schnell Ermittler, Opfer und unbeteiligte als mögliche Täter durchspiele. Deaver gelingen auch hier wieder unvorhergesehene Schachzüge, die mich begeistern.

Die Menschenleserin ist ein erquickend anderer Krimi, der hoffentlich der Auftakt zu weiteren Fällen von Kathryn Dance ist.
Bewertung **** von ****

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