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 Petterson, Per: Pferde stehlen 
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Registriert: Mi 2. Apr 2008, 12:56
Beiträge: 4004
Beitrag Petterson, Per: Pferde stehlen
Pferde stehlen von Per Petterson


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fischer-Taschenbuch
Kategorie: zeitgenössisch
256 Seiten
ISBN: 978-3596175185
Wertung: 8 (von 10 Punkten)

Inhalt:
Der 67-jährige Witwer Trond zieht sich auf seine alten Tage in eine einsame Hütte in Norwegen zurück. In die Gegend, in der er als 15-jähriger einen ereignisreichen Sommer, den letzten wunderbaren Sommer, den er zusammen mit seinem Vater am Fluss und an der Grenze zu Schweden verbracht hat. Trond sucht die Einsamkeit, ganz allein möchte er seinem Tod entgegengehen und sich nur noch den Erinnerungen hingeben und in der Vergangenheit leben. Die Sehnsucht nach dem vollkommenen Sommer soll nun sein Leben bestimmten.


Meinung:
In ruhigen Worten erzählt Per Petterson eine doch sehr intensive Geschichte. Eine Geschichte von der innigen Beziehung eines Heranwachsenden zu seinem Vater, der doch seltsam fremd blieb. Von der Unbeschwertheit und dem Übermut der Jugend, die nichts ahnten von dem, was ihre Eltern während des Krieges erlebt hatten, welche Entscheidungen getroffen werden mussten. Trond erwartet seinen Tod, obwohl er noch recht rüstig ist. Er empfindet seinen Zustand als langes Sterben, das er nur mit sich selbst ausmachen will.

Die Nähe der stillen, norwegischen Landschaft und das langsame Erwachsenwerden Tronds bilden eine wunderbare, intensive Atmosphäre. Nicht alles wird in dem Buch erzählt, vieles wird nur angedeutet und bleibt vage, eben so wie die Erinnerung auch nur bestimmte Dinge herausfiltert. Allgegenwärtig ist die Sehnsucht an die Zeit, als die Verantwortung für sein Leben noch beim so sehr bewunderten Vater lag. Und die Erkenntnis, dass das Leben mehr ist als Erinnerung und Sehnsucht nach verlorenen Gefühlen.

Über dem Buch liegt eine gewisse Melancholie und trotzdem wird sie ohne großes Pathos erzählt und bleibt immer fesselnd, was mir sehr gefallen hat. Es ist eben mehr als eine Vater-Sohn-Geschichte, auch mehr als ein Heimat-Vergangenheitsroman in einer schönen, reduzierten, aber trotzdem kraftvollen Sprache.

(Steffi)

_________________
Gruss von Steffi

:lesen:
John Banville: Eclipse


Di 24. Mai 2011, 09:31
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