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Sylvia Kling: Bruchstücke I und II
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Autor:  Didonia [ Fr 11. Nov 2016, 12:05 ]
Betreff des Beitrags:  Sylvia Kling: Bruchstücke I und II

Vor einiger Zeit bin ich durch Zufall auf die Dichterin Sylvia Kling gestoßen. Das war bei Facebook. Und was sich daraus entwickelt hat: Ich habe ihre Gedichte kennengelernt, schätze sie als Person, die politisch interessiert ist, eine Humanistin ist, sich „Gegen das Vergessen“ einsetzt und mir eine digitale Freundin geworden ist.

Ihren Gedichtband AusGeatmet habe ich hier schon mal vorgestellt.

Nun also habe ich ihre Bruchstücke gelesen. Und bin wieder ganz begeistert. Und wenn ich, die ich seit Jahrzehnten nichts mit Gedichten am Hut hatte, das sage, will das schon was heißen.

Es wird wahrscheinlich nicht mehr dazu kommen, dass ich jedes Gedicht eines Dichters verstehe. Aber bei Sylvia Kling finde ich so viele schöne Zeilen, wo ich denke: Ja, genauso ist es. Sie schreibt mir aus dem Herzen.

Und es sind auch in diesen Bänden wieder so viele Themen abgedeckt, dass für jeden Leser etwas dabei sein kann: Heimat, Politik, das Menschliche, Älterwerden, Liebe, manches klingt ganz persönlich.

Sylvia Kling gibt denen eine Stimme, die nicht selbst sprechen, sich nicht wehren können: Kinder, Kranke, Alte.
„Opferprofil“, hier geht es um Kindesmissbrauch, geht dabei besonders unter die Haut. Oder auch „NachbarsJunge“, in dem sie über einen Jungen schreibt, der sich nicht nur Freunde wünscht, sondern auch die Liebe seiner Mutter.

Ein besonderes Gedicht darf ich wieder zitieren. Danke dafür, liebe Sylvia. Aus einem ganz persönlichen Grund liegen mir diese Zeilen besonders am Herzen:

Zitat:
An meinen Sohn

Erbe

Ich hinterlasse Dir
nur wenig Geld,
eine windschiefe Hütte
vor einem einsamen Feld

Ich hinterlasse Dir
keine teuren Gefährte,
doch bin ich mir sicher,
eher zeitlose Werte

Ich hinterlasse Dir
meinen Blick auf die Linde
ich schnitze heimlich
ein Herz in die Rinde

Ich hinterlasse Dir
meine Gedanken
die sich taumelnd erhoben
und niedersanken

Ich hinterlasse Dir
mein tiefes Sinnen
auf die Sicht dieser Welt.
Mögest du an ihr gewinnen

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