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 Fehrle, Gerdt: Der Fall von Paris 
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Registriert: Mo 31. Mär 2008, 14:49
Beiträge: 2451
Beitrag Fehrle, Gerdt: Der Fall von Paris
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Autor: Gerdt Fehrle,
Kategorie: inszenierte Lesung
Genre: Krimi
SprecherInnen: Curt Timm und Michaela Geuer
Medium: 6 CDs
Regie: Hannes Wollmann
Laufzeit: ca. 420 Minuten
Verlag: Buchbäcker
Preis: 19,90 €
ISBN: ISBN 978-3-940240-02-6
Bewertung: *** (* schlecht / ** ganz gut / *** gut / **** spitze)


Inhalt:

Pierre Kannengießer erinnert sich, die Zeiten in Paris 1944 waren gut für Mörder, denn ihre Taten gingen in der Zeit, in der die Deutschen so viele Menschen umbrachten, in den allgemeinen Wirren unter.

Aber als der vermeintliche Prostituiertenmörder, Morgenthaler – EX-SD’ler von 1944, zur Zeit der Studentenunruhen 1968 wieder in Paris auftaucht, will Kannengießer ihn endlich zur Verantwortung ziehen, für die Morde an Sylvie, Paulette und so vielen anderen Mädchen – und auch für die verschwundene Chantal will Kannengießer Rache.

Der ehemalige Kommissar und Hotelier erinnert sich. Wie angenehm, dass er in Dr. Sylvie Claudel, im Krankenhaus, eine aufmerksame Zuhörerin gefunden hat. Sie ließ sich ködern, wie schon zu oft opfert sie ihren Seelenfrieden, weil ein Erzähler die richtigen Einstiegsworte gefunden hat: „Ich erkannte ihn sofort, …“ .

Meine Meinung

Die Aufmachung des Hörbuchs weckt gleich Sehnsucht sich ins alte Paris zu stürzen. Die schwarzweißen Fotos, auf jedem CD-Block ein anderes, sind ein echter Hingucker und versetzten den Hörer gleich in die Vergangenheit. Die Hörlust wird geweckt.

Der Autor Gerdt Fehrle springt nicht sofort als Bestsellerautor ins Auge, doch hat er schon Gedichtbände und einen Roman veröffentlicht und Radiosendungen produziert.

Die Angaben zum Sprecher lassen gleich die Erwartungen höher schlagen, denn Curt Timm hat eine sonore bekannte Stimme, der Schauspieler (im Fernsehen auch im Tatort), gibt auch Sprechunterricht und das verheißt eine solide Leistung. Das Versprechen wird auch weit mehr als eingelöst. Die Inszenierung der Geschichte ist aufwändig und sehr gut gelungen.

Curt Timm liest. Mit der Information im Kopf legte ich die CD ein und dachte, dass da wohl eine Kopierfehler vorliegen muss, denn eine Frau spricht die ersten Worte und da ist Paris, 1944, oder 1968 noch gar nicht erkennbar, doch weit gefehlt, schnell wurde mir klar, dass es sich hier um ein Gespräch zwischen Ärztin und Patient handelt, das mit Geräuschen und Musik untermalt wurde. Szenische Lesung, inszenierte Lesung ist der treffende Begriff. Die Sprecherin hat ein angenehm dunkles Timbre, dass die Reife der Ärztin unterstreicht. Frau Geuer ist Schauspielerin und aus dem Fernsehen z.B. aus Marienhof und diversen Tatorten bekannt.

Wir lauschen den Erzählungen eines beinahe Hundertjährigen, und diese Stimmung trifft Curt Timm auf den Punkt, Atmung, Erzähltempo, das Abschweifen, die Vermischung von Zeitabschnitten, Verwechslungen von Namen und Zeiten – typische Macken, die sich oft im Alter entwickeln, werden hier realistisch getroffen. Die Untermalung mit Hintergrundgeräuschen von einem Krankenhausflur und mit Spannungsmusik werden effektvoll eingesetzt.

Die Besetzungszeit in Paris, Gefühle, Erlebnisse und Einstellungen, die diese Zeiten beherrschten werden nachvollziebar, genau wie ein Stück der 1968ger Jahre. Durch Kannengießers Erinnern entsteht ein lebendiges Bild von einem Stück Paris.

Ich fühlte mich an 'Pferde stehlen' und 'Das fliehende Pferd' erinnert, genau wie dort, entwickelt sich die Geschichte auf mehreren Zeitebenen und der Zuhörer fragt sich schnell: Wird dieser Morgenthaler endlich überführt? Wird er für seine Taten büßen müssen? Was ist damals geschehen?

Diese Spannung will ich natürlich nicht vorweg nehmen. Also - CDs besorgen und selber hören. (Binchen, April 2008)

Rezension: Pferde stehlen:
http://www.hoerbuecher4um.de/Rezensionen/Besprechungen/PQRS/PferSteh.htm
Rezension: Das fliehende Pferd:
http://www.buecher4um.de/Foren/viewtopic.php?f=9&t=55

_________________
Winke Binchen
____________________________________________________
Kein Lesen ist der Mühe wert, wenn es nicht unterhält.” William Somerset Maugham (1874-1965)


Mi 9. Apr 2008, 17:38
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