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Franzen, Jonathan: Freiheit
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Autor:  steffi [ Mo 21. Feb 2011, 13:15 ]
Betreff des Beitrags:  Franzen, Jonathan: Freiheit

Freiheit von Jonathan Franzen

Bild

Kategorie: Roman
Genre: Unterhaltung
Sprecher: Ulrich Matthes
Medium: 2 mp3-CDs
Laufzeit: ca. 1165 Minuten
Verlag: der Hörverlag
ISBN: 3867176698
Bewertung:7 von 10 Punkten

Inhalt:

Patty und Walter Berglund leben ein idyllisches Leben in der Vorstadt. Aber nach und nach lernen wir die Berglunds, deren Freund Richard Kats und den Sohn Joey näher kennen. Und aus der amerikanischen Vorzeigefamilie werden individuelle Persönlichkeiten mit ihren Selbstzweifeln, Unzufriedenheit, fragwürdigen Entscheidungen, ihrer Wut und ihrer Hilflosigkeit.


Meinung:

Der Roman wird als Sittengemälde oder Jahrhundertroman angepriesen. Diese Klassifizierung täuscht aber darüber hinweg, dass es sich um eine gut erzählte und stimmige Geschichte handelt, die sich ganz auf die Personen konzentriert. Politische oder gesellschaftliche Probleme treten nur am Rande auf und obwohl viele Themen angesprochen werden, werden sie leider nicht weiter vertieft. Es ist ein Familien- oder Beziehungsroman und Franzen nähert sich den vier Protagonisten langsam und behutsam. Erst nach und nach beginnt man die Figuren und ihre Handlungsweisen zu verstehen und nimmt Teil an ihrem Lebensweg. Detailliert aber doch mit einer gewissen Distanz erlebt der Hörer die Personen, allerdings ist es auch diese Distanz, die aus den Charakteren nie ganz wirkliche Menschen macht. Ein bißchen blieb bei mir immer der Eindruck, dass sie letzen Endes nur psychologische Anschauungsobjekte bleiben, obwohl ich streckenweise mit den Personen mitlitt.

Vielleicht liegt es auch daran, dass die negativen Erfahrungen der Protagonisten überwiegen. Die Selbstzweifel, das Gefangensein in der jeweiligen Situation, die Verbindung zwischen dem inneren Befinden und den Zwängen der Außenwelt, der Versuch, seinen eigenen Weg und damit die vermeintliche Freiheit zu finden. Freude und Zufriedenheit kommen da nur am Rande vor. Gerade gegen Ende der Geschichte fand ich manches dann doch unglaubwürdig, was aber vielleicht auch einfach an der Länge des Romans liegen könnte. Jedenfalls interessierte mich das Ende dann gar nicht mehr so sehr.

Volle Punktzahl erreicht jedoch die Sprecherleistung von Ulrich Matthes, auch bei langatmigeren Passagen zieht er den Hörer mit. Die Befindlichkeiten der Personen trifft er mit seinem nie übertriebenen Tonfall genau und auf den Punkt. Ohne allzuviel Schauspielerei erkennt man immer die sprechende Person und lässt sich gerne von ihm durch die Geschichte führen.


(Steffi im Februar 2011)

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