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 Lyrik 
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Registriert: Mo 17. Aug 2009, 21:18
Beiträge: 20
Wohnort: Berlin
Beitrag Re: Lyrik
hallo maria,
hast du denn in den lentz mal reingesehen? lohnt sich das ? ich bin zwar nicht echt der lyrik-fan, aber wenn die faz das so promotet...?
es grüßt
herbert


So 28. Mär 2010, 14:35
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Moderator

Registriert: Mo 31. Mär 2008, 11:07
Beiträge: 12217
Beitrag Re: Lyrik
Herr Herbert hat geschrieben:
hallo maria,
hast du denn in den lentz mal reingesehen? lohnt sich das ? ich bin zwar nicht echt der lyrik-fan, aber wenn die faz das so promotet...?
es grüßt
herbert


Hallo Herbert,

es lohnt sich absolut. Dieser Michael Lentz kommt sehr schnell auf den Kern, man könnte auch sagen, auf den wunden Punkt, was das Leben betrifft, natürlich auch über die Liebe usw.....

Mich hat es beeindruckt. am liebsten war mir "also" (1. Videolesung) und die drittletzte "der abend überrascht". Obwohl mir alle gut gefallen haben. Manche dringen halt etwas mehr in einen als andere Gedichte. Ein Satz fand ich so prägnant "Ich bin der Ort der mich nie verlässt", oder "... Ich bin die Schrift, doch du liest mich nicht mehr..." Ich weiß nur nicht mehr aus welchem Videobeitrag das stammt. Müßte ich nochmals durchschauen. Er hat viele solche Sätze, die sich einprägen. Ich habe ein schwarzes Büchlein, darin notiere ich mir solche Sätze.


Auch die Darbietung seiner Gedichte fand ich klasse. Sein Aussehen, seine Mimik bzw. das Fehlen. Die Augen sind in die Ferne oder ins Innere gerichtet, doch die Stimme trägt das Gedicht unglaublich gut. Die wechselnden Räumlichkeiten, passten sehr dazu. Sehr schön gemacht.

Viele Grüße
Maria

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Schöne Grüße
Maria




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In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)


So 28. Mär 2010, 19:35
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Moderator

Registriert: Mo 31. Mär 2008, 11:07
Beiträge: 12217
Beitrag Re: Lyrik
Hallo zusammen,

die Schweizer Lyrikerin Erika Burkhart ist am 14. April 2010 verstorben.
Das Schweizer Fernsehen hat zum Gedenken an sie einen Video-Beitrag von 1983 ins Netz gestellt:

http://videoportal.sf.tv/video?id=f7442 ... 7329fe94db

und hier gehts zu Lyrikline, dort kann man einige Gedichte von ihr selbst gesprochen anhören:

http://lyrikline.org/index.php?id=162&L ... 4f04a80cc7

ihre Gedichte sind melancholisch und sehr schön.

Gruß,
Maria

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Schöne Grüße
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Sa 29. Mai 2010, 09:59
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Moderator

Registriert: Mo 31. Mär 2008, 11:07
Beiträge: 12217
Beitrag Re: Lyrik
Hallo zusammen,

vor ein paar Tagen habe ich ein Gedicht von Rainer Maria Rilke gelesen. Ein Gedicht, das herbstlich-melancholisch, aber auch tröstlich ist:

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.



Schöne Grüße
Maria

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Schöne Grüße
Maria




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Mi 17. Nov 2010, 15:06
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Moderator

Registriert: Mo 31. Mär 2008, 11:07
Beiträge: 12217
Beitrag Re: Lyrik
Hallo zusammen,

ich möchte mal wieder auf Emily Dickinson aufmerksam machen, denn wer sich bisher diesen Gedichtband nicht leisten konnte oder wollte...


http://www.amazon.de/s?ie=UTF8&keywords ... bucherf-21

darf sich freuen auf die Taschenbuchausgabe die im April 2011 erscheint:

Emily Dickinson: Gedichte
http://www.amazon.de/s?ie=UTF8&keywords ... bucherf-21

Kurzbeschreibung:
Sie ist eine der berühmtesten angelsächsischen Dichterinnen. Emily Dickinsons unerschrockene Herzenserforschung, ihr zauberspruchhafter Ton und ihr sprachlicher Eigensinn sind einzigartig. Weltweit werden ihre Verse, obwohl schon 150 Jahre alt, zu Recht als moderne Lyrik gelesen. Diese erste repräsentative deutsche Dickinson-Ausgabe bringt - zweisprachig - mehr als 600 Gedichte in neuer Übersetzung und eröffnet überraschende neue Sichtweisen auf die amerikanische Dichterin, die in Deutschland bisher als Geheimtipp galt.

und hier eins meiner Lieblingsgedichte von ihr, zwar keine Übersetzung von Gunhild Kübler, nämlich von Gertrud Liepe:

A word is dead
When it is said,
Some say.
I say it just
Begins to live
That day.

Ein Wort ist tot
wenn es gesagt ist,
Einige sagen.
Ich sage, grade
Beginnt es zu leben
mit jenem Tage.

der Rhythmus des Gedichts kommt im englischen schöner zu tage.

oder

Yesterday is History,
'Tis so far away -
Yesterday is Poetry -
'Tis Philosophy -
Yesterday is mistery -
Where it is Today
While we shrewdly speculate
Flatter both away.

Gestern meint Geschichte,
es ist soweit fort -
Gestern meint Gedichte -
Es ist der Weisen Wort -
Gestern ist Geheimnis -
Wo es heute sei -
Während klug wir überlegen
Flattern beide vorbei.


Ihre bevorzugten Themen sind Natur, Liebe, Tod und Todeserwartung, Unsterblichkeit und auch Entsagung und Verzicht (“renunciation”). Der Bruch mit klassischen Formen der Lyrik, die zahlreichen Gedankenstriche und die nicht zu Ende geführten Gedanken erschweren die Interpretation ihres lyrischen Werks.
http://de.wikipedia.org/wiki/Emily_Dickinson

eine Dichterin die tief empfinden konnte. In einem Brief schrieb sie:

»Wenn ich ein Buch lese und mir wird davon am ganzen Körper so kalt, dass kein Feuer mich wärmen kann, weiß ich: Das ist Poesie. Wenn mir buchstäblich ist, als würde mir die Schädeldecke entfernt, weiß ich: Das ist Poesie. Nur so erkenne ich sie. Es gibt keine andere Möglichkeit.«



Gruß,
Maria

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Schöne Grüße
Maria




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Do 31. Mär 2011, 18:27
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Registriert: Di 14. Okt 2008, 13:03
Beiträge: 277
Beitrag Lyrik
Hallo Maria,

ich bin begeistert von Raoul Schrotts "Erfindung der Poesie - Gedichte aus den ersten viertausend Jahren". Danke für den Tipp!

Ich bin bei Sappho angekommen. Der literaturhistorische Parforceritt mit einem begeisterungsfähigen Literatur- und Sprachwissenschaftler wie Schrott ist ein einziges Vergnügen. Vom Erkenntnisgewinn ganz zu schweigen. Vor allem, wenn man den Erläuterungen des Autors und Übersetzers persönlich lauschen kann. Sogar die sumerischen Verse fand ich faszinierend, akustisch jedenfalls. *g*

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Liebe Grüße, Fevvers

Ich lese gerade: Florian Illies, 1913 (S.Fischer)

Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen und es klingt hohl, ist das allemal im Buch?
(G.C.L.)


Mo 16. Mai 2011, 11:08
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Moderator

Registriert: Mo 31. Mär 2008, 11:07
Beiträge: 12217
Beitrag Re: Lyrik
Fevvers hat geschrieben:
Hallo Maria,

ich bin begeistert von Raoul Schrotts "Erfindung der Poesie - Gedichte aus den ersten viertausend Jahren". Danke für den Tipp!

Ich bin bei Sappho angekommen. Der literaturhistorische Parforceritt mit einem begeisterungsfähigen Literatur- und Sprachwissenschaftler wie Schrott ist ein einziges Vergnügen. Vom Erkenntnisgewinn ganz zu schweigen. Vor allem, wenn man den Erläuterungen des Autors und Übersetzers persönlich lauschen kann. Sogar die sumerischen Verse fand ich faszinierend, akustisch jedenfalls. *g*



Hallo Fevvers,

sehr gern geschehen. Roaul Schrott zu zuhören ist wirklich ein Gewinn! Soso, du bist nun bei den Griechen angelangt, die Römer sind auch nicht ohne, die als nächstes drankommen (ich glaube Catull?) Lyrik ist manchmal schon faszinierend. Man hat das Gefühl, durch den Rhythmus sogar fremde Sprachen etwas verstehen zu können, auch wenn es nicht der Fall ist.

Liebe Grüße
Maria

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Mo 16. Mai 2011, 11:17
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Beitrag Re: Lyrik
Hallo Maria,

wenn jemand so gekonnt rezitiert wie Schrott, bekommt man ein Gefühl für's Versmaß, einfach so. In der Schule habe ich mich manchmal doch sehr gequält.

Bei den sumerischen Gedichten konnte ich mir sehr gut vorstellen, dass die im religiös-meditativen Bereich angesiedelt waren. Sie hatten vom Rhythmus her fast schon etwas Hypnotisierendes. Schrott hat ja auch die Priesterin Enheduanna mit der delphischen Pythia verglichen.

Ja, die römische (Liebes-)Lyrik ist nicht ohne. Ich habe z.B. sehr gern Ovid gelesen und übersetzt. Kommt der auch noch vor? Archilochos war aber auch schon nicht schlecht. Du weißt, welche Verse ich meine. *bg*

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Mo 16. Mai 2011, 11:26
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Registriert: Mo 31. Mär 2008, 11:07
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Beitrag Re: Lyrik
Fevvers hat geschrieben:
Ja, die römische (Liebes-)Lyrik ist nicht ohne. Ich habe z.B. sehr gern Ovid gelesen und übersetzt. Kommt der auch noch vor? Archilochos war aber auch schon nicht schlecht. Du weißt, welche Verse ich meine. *bg*


... und übersetzt ... beneidenswert :-)
Archilochos - so er war das - an den Namen konnte ich mich nicht erinnern, aber an seine Freizügigkeit :oops: :lol:

Liebe Grüße
Maria

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Maria




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Mo 16. Mai 2011, 11:54
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Beitrag Re: Lyrik
Aber Maria,

das ist doch kein Grund, rot zu werden, bei unserer Lebenserfahrung. *bg*

JMaria hat geschrieben:
... und übersetzt ... beneidenswert :-)

Das Interesse am Thema war in jungen Jahren so groß, dass es mit der Übersetzung nur so flutschte. Und erst der Lerneffekt!!! 8-) 8-) 8-)

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Mo 16. Mai 2011, 12:17
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