Leseerlebnisse 2020... ich lese gerade...

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Re: Leseerlebnisse 2020... ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Di 16. Jun 2020, 13:45

Habe "Das Antiquariat der Träume beendet. Was für ein Lesevergnügen:

Ob und wie sich Johan entscheidet - kehrt er zurück nach Hedekas in sein Antiquariat oder fängt er in Stockholm neu an? - das müsst ihr selbst rausfinden. Ich lege euch diese wunderbare Liebesgeschichte ans Herz.
Der Autor stellt oben die Frage: "Was war Realität, was Fantasie?" Es ist auf jeden Fall kein Buch aus dem Genre Fantasy, obwohl sich Johan mit Buchgestalten unterhält und diese auch sieht. Für Menschen, die ihn in so einem Gespräch sehen, ist das sehr befremdlich. Aber vielleicht führt Johan ja auch einfach nur Selbstgespräche?
Lars Simon hat jedenfalls mit seinen obigen Sätzen nicht zu viel versprochen. Ganz im Gegenteil. Aus jeder Buchseite strömte mir die Magie der Liebe und die Magie der Literatur entgegen.

Noch eine Info zu dem hier angesprochenen Buch Singoalla von dem schwedischen Autor Viktor Rydberg, zu Deutsch Der Wind ist mein Liebhaber. Seine erste Veröffentlichung erfuhr der Roman 1857 im Kalender Aurora mit dem Untertitel "Romantisk sagodikt". Als Buch wurde er 1865 das erste Mal veröffentlicht, jedoch mit einem überarbeiteten Happy End.
Das Buch wurde 1949 als Film als Singoalla und auch als Oper von Gunnar de Frumerie adaptiert.

Nun muss ich mal schauen, welches Buch ich mir als nächstes raussuche.
Lesende Grüße, Anne

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Re: Leseerlebnisse 2020... ich lese gerade...

Beitragvon Trixie » Do 18. Jun 2020, 15:36

Hallo alle,

Ich lese gerade Das ZImmer der roten Witwe von John Dickson Carr und muß jetzt ausgerechnet diesen Titel, an den ich mit so viel Freude herangegangen bin, zu der größten Enttäuschung meines bisherigen Lesejahres erklären.

Das liegt nicht an dem Krimi von Carr selbst, den kannte ich schließlich schon von einer spanischen Ausgabe und fand die Geschichte damals sehr gut. Nein, es liegt ausschließlich an der deutschen Ausgabe, die ich mir vor ein paar Tagen voller Begeisterung gekauft habe. Leider habe ich auf ein Reinlesen vor dem Kauf verzichtet, dann wäre mir nämlich ziemlich bald die Erkenntnis gekommen, daß da etwas nicht ganz stimmen kann:

Als ich dann vor einigen Tagen mit dem Lesen begann, kam mir die deutsche Übersetzung schnell etwas "leichter" vor als ich es von der spanischen Ausgabe in Erinnerung hatte, das schob ich aber zunächst auf die Tatsache, daß sich natürlich in der Muttersprache leichter liest als in einer Fremdsprache, egal wie gut man jene beherrschen mag. Und es lag auch schon ein paar Jahre zurück, ich konnte es falsch in Erinnerung haben. Aber spätestens in Kapitel 2, als Carrs Protagonist als Sir Stanley Merrivale eingeführt wurde, glaubte ich, nicht recht zu lesen! Erst vermutete ich einen Druckfehler, doch das zieht sich durchs ganze Buch, ist also wohl Absicht. Worum man die Hauptfigur einer ganzen Krimireihe statt "Henry" in "Stanley" umbenennen mußte, entzieht sich meiner Vorstellungskraft, aber es stärkte nun meinen Verdacht, daß hier die Übersetzung ganz gewaltig schiefgegangen ist.

Ich habe also meine spanische Ausgabe zu Rate gezogen und mir online eine englische Originalfassung gesucht, in die ich reinlas: Und ja, es fehlen tatsächlich ganze Absätze aus dem ursprünglichen Text in der deutschen Übersetzung, die, wie ich vermute, noch nicht einmal aus der Gegenwart oder jüngeren Vergangenheit stammt, sondern offenbar auf einer Jahrzehnte alten Übersetzung basiert, mindestens aus den 1970ern, wenn nicht noch früher! Und in früheren Jahrzehnten -weiß ich aus leidvoller Erfahrung (ich denke nur an Kayes "Schatten über dem Mond", das Maria und ich vor ein paar Jahren lasen)- wurde in deutschen Verlagen gerne fremdsprachige Literatur zerstückelt und verunstaltet, bis oft nur noch das fürs Verständnis absolute Minimum existierte.

Ich bin jetzt maßlos wütend, denn eigentlich wollte ich mit meinem Kauf einen "lobenswerten" Versuch unterstützen, ältere Kriminalliteratur in deutscher Übersetzung für Leser wieder erhältlich zu machen. Aber so geht das natürlich nicht. Und was mich noch mehr ärgert, ist der Zusatz in der Buchbeschreibung "Der Apex-Verlag veröffentlicht eine durchgesehene Neuausgabe dieses Klassikers der Kriminal-Literatur in seiner Reihe APEX CRIME."
Durchgesehen? Mag sein, aber was genau haben sie durchgesehen? Die Übersetzung von 19hundertschlagmichtot? Und die noch nicht einmal besonders gründlich, da wären ihnen nämlich -wenn schon nicht die inhaltlichen Fehler- wenigstens Druck- und Grammatikfehler aufgefallen. Ganz offenbar ist zumindest dieser Titel ziemlich lieblos und ohne die geringste Ahnung von Autor, Inhalt oder Genre ins Programm aufgenommen worden.

Ich kann so etwas einfach nicht verstehen. Bei Übersetzungen in andere Sprachen ist mir diese Verhunzung von Originalliteratur in diesem Maß noch nicht untergekommen, scheint etwas Exklusives für das deutsche Verlagswesen zu sein. Bei der spanischen Ausgabe jedenfalls ist dieser Titel nahezu 1:1 übersetzt worden. Es scheint doch zu gehen.... :kopf_vor_wand:

Ich sitze also seither über dem Ebook und werde ihn bis zum Schluß durchlesen (immerhin ist der Krimi noch lesbar, und zumindest für jene, die John Dickson Carr nicht kennen und es daher nicht besser wissen, dürfte er sogar einigermaßen unterhaltsam sein), aber ich habe noch nie so viele Notizen zu einem Text in meinem Reader gemacht, der ist inzwischen getüpfelt wie ein Fliegenpilz! Ich erwäge ernsthaft, dieses "Fragment" selbst zu überarbeiten, bevor ich das Buch meiner Mutter zu lesen gebe.

Aber vor allem möchte ich euch hier vor dieser Ausgabe warnen. Falls ihr sie noch nicht gekauft habt, überlegt euch lieber, ob sie euch unter den oben geschilderten Umständen das Geld wert ist. Ich jedenfalls werde die von bookrix/ Apex veröffentlichten Titel in Zukunft nur mit höchster Vorsicht ansehen.

Gruß,
Trixie
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Re: Leseerlebnisse 2020... ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Do 18. Jun 2020, 21:37

Ich lese gerade Das ZImmer der roten Witwe von John Dickson Carr und muß jetzt ausgerechnet diesen Titel, an den ich mit so viel Freude herangegangen bin, zu der größten Enttäuschung meines bisherigen Lesejahres erklären.


. Und was mich noch mehr ärgert, ist der Zusatz in der Buchbeschreibung "Der Apex-Verlag veröffentlicht eine durchgesehene Neuausgabe dieses Klassikers der Kriminal-Literatur in seiner Reihe APEX CRIME."
Durchgesehen? Mag sein, aber was genau haben sie durchgesehen? Die Übersetzung von 19hundertschlagmichtot? Und die noch nicht einmal besonders gründlich, da wären ihnen nämlich -wenn schon nicht die inhaltlichen Fehler- wenigstens Druck- und Grammatikfehler aufgefallen. Ganz offenbar ist zumindest dieser Titel ziemlich lieblos und ohne die geringste Ahnung von Autor, Inhalt oder Genre ins Programm aufgenommen worden.



Ach Trixie, das ist ja echt ärgerlich. Ich hatte mir das Buch bereits vermerkt, allerdings mit Bedenken, weil eine Übersetzung aus den 50er nur mit dem Vermerk „durchgesehen“, fand ich seltsam formuliert.

:so_nicht:
Schöne Grüße
Maria



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Re: Leseerlebnisse 2020... ich lese gerade...

Beitragvon Trixie » Do 18. Jun 2020, 23:10

Hallo Maria,

stimmt, diese Anmerkung hätte für mich eigentlich auch eine Warnung sein müssen...

Solche Erlebnisse lassen mich die wunderbaren Ausgaben in Dumonts Kriminal-BIbliothek jetzt noch viel höher schätzen als ohnehin schon. Was waren die sorgsam und liebevoll herausgegeben!

Gruß,
Trixie
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Re: Leseerlebnisse 2020... ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Fr 26. Jun 2020, 06:26

Eine zweite Chance von Karin Alvtegen lese ich neben der Handarbeit, die momentan Vorrang bei mir hat. Wie einige mehrere Bücher gleichzeitig lesen, so arbeite ich gerade an drei Stickvorlagen.
Das Buch habe ich vor einigen Tagen begonnen, bin aber erst auf Seite 70. Was mir auffällt, ich bewege mich lesetechnisch immer wieder mal in Skandinavien.

Ich kenne diesen Anders, um den es hier geht, nicht, nur seinen Namen. Aber nach dem, was er getan hat, ist er mir nicht gerade sympathisch. Ist mit seinem Leben unzufrieden und will das Schicksal entscheiden lassen, was weiter mit ihm geschieht. Und das mit geschlossenen Augen in einem Auto. Das Ende vom Lied ist ein Krankenhausaufenthalt, wo er, auf der Intensivstation liegend, ein Einzelzimmer für sich fordert. Er scheint ein rechter Egoist zu sein.

Dann begegnen mir Helena und ihre Tochter Emelie. Nachdem ihr Mann sie verlassen hat, muss Helena ihr Waldhotel alleine führen. Das Verhältnis zur Tochter ist schwierig. Diese verbringt die meiste Zeit am PC und ist unglücklich, dass sie hier nichts unternehmen kann und dass ihre Freunde nicht kommen können, weil sie zu abgelegen wohnt.

Mit Helena erinnern wir uns an ihre Ehe. Sie und ihr Mann hatten viel gearbeitet, für Familie war da keine Zeit. Und so zogen sie von Stockholm nach Nordschweden und eröffneten dort ein Hotel.
Aber auch hier das gleiche Dilemma: Viel Arbeit, wenig Zeit.
Lesende Grüße, Anne

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Re: Leseerlebnisse 2020... ich lese gerade...

Beitragvon Trixie » Mo 29. Jun 2020, 14:13

Ich habe Das Zimmer der roten Witwe inzwischen ausgelesen, aber um mich beim Lesen nicht zu sehr zu ärgern, habe ich das vorliegende Ebook für mich etwas bearbeiten müssen und wenigstens den Namen "Stanley" bzw. die Abkürzung "S. M.", die überwiegend verwendet wurde, ins korrekte "Henry" bzw. "H. M." geändert. Zum Glück ist das mit Calibre möglich und schnell zu machen (sofern natürlich, wie hier, kein DRM eine Korrektur verhindert). Dadurch hatte ich ein wenigstens halbwegs versöhnliches Leseerlebnis und konnte den Krimi einigermaßen genießen. Für einen Leser, der John Dickson Carr nicht kennt und es somit nicht besser weiß, kann diese Ausgabe unter diesen Umständen sogar recht unterhaltsam sein, spannend und atmosphärisch dicht ist die Geschichte an sich. Man wird sich allerdings an der einen oder anderen Stelle über so manchen sehr abrupten Themawechsel wundern - daran tragen die weggekürzten Absätze Schuld, die -wenn auch nicht immer für das Verständnis des Inhalts- zumindest für den Lesefluß und die Homogenität der Erzählung nun mal unerläßlich wären. Tja...

Aber um den "wahren" John Dickson Carr wieder zu erleben, werde ich als nächstes gleich noch einen seiner Krimis hinterherschieben. Und da ich bereits alle guten Ausgaben aus der Dumont Kriminal-Bibliothek gelesen habe, wird es ein Original werden. Dort gibt es noch sehr viele Bände aus den Reihen um Dr. Gideon Fell und Sir Henry Merrivale, die ich bislang noch nicht kenne.

Und an "neue" übersetzte Ausgaben solcher Krimiklassiker gehe ich von jetzt an wirklich nur noch nach sehr intensiver Prüfung heran.
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Re: Leseerlebnisse 2020... ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Di 30. Jun 2020, 14:45

Ich habe "Vortreffliche Frauen" von Barbara Pym gelesen. Dieser Roman erschien erstmals 1952, wurde im Dumont Verlag in 2019 neu aufgelegt, und erzählt von Mildred Lathbury, eine alleinstehende Frau über dreißig in den späten 40er Jahren in London. Eine der vortrefflichen Frauen, die stets das richtige tun, nämlich das was von ihnen erwartet wird, die aber, wenn es um Heirat geht, auf der Strecke bleiben. Geehelicht werden Frauen die das Geschirr ungewaschen stehen lassen, Eskapaden nicht abgeneigt sind, und wissen was sie wollen. Solch eine Frau zieht in Gestalt von der Anthropologin Helen Napier in der Wohnung unter ihr ein, kurz darauf gefolgt von deren charmanten Ehemann Rocky. Dritter im Bunde ist Everard Bone, ein Kollege Helens, für den Helen offenbar etwas übrig hat. Mildred gerät zwischen die Fronten, denn für ein jeden steht sie mit einer Tasse Tee, und auch mit sonstigem Rat und sonstiger Tat bereit. Ganz selbstverständlich werden ihre "Dienste" in Anspruch genommen (oder um es direkter zu sagen: ausgenutzt). Ein weiterer Schauplatz ist das Pfarrhaus. Mildred ist durch ihre mildtätigen Dienste für die Gemeinde mit dem Pfarrer Julian Mallory und dessen Schwester Winifred gut befreundet. Und auch hier lauert eine Frau - namentlich die Witwe Allegra Gray -, die weiß was sie will. Nämlich den Pfarrer um den Finger wickeln. Und auch hier wird Mildred in Zwistigkeiten mit hineingezogen und wird von jedem ganz selbstverständlich mit eingespannt. Doch allmählich regt sich in Mildred leiser Widerstand. Und den wünscht man Mildred auch. Während des Lesens wünschte ich mir zudem für Mildred ein Happy End, und es wirft sich auch die Frage auf, ob letztlich Everard Bone oder Julian Mallory nicht erkennen welches Juwel sie mit Mildred direkt vor ihrer Nase haben. Doch ob für Mildred das Glück unbedingt in einem dieser Männer zu finden ist, daran hegte ich große Zweifel. Und ein solcher Roman ist es auch nicht. Zwar beschäftigt er sich mit der Frage einen Mann fürs Leben zu finden. Und auch damit, dass das für Frauen zu dieser Zeit noch zumeist die wichtigste Frage war. Aber es werden Nebentöne laut, von denen man annehmen darf, dass sie größeres Glück versprechen als einen Mann zu heiraten um jeden Preis. Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit.

Gefallen hat mir an diesem Roman, dass Mildred nicht vollkommen über sich hinaus wächst. Sondern dass sie diese leisen Töne hört und beginnt ihnen zu lauschen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Das macht diesen Roman für mich zu einem gelungenen Sittenbild und regt zum Nachdenken an. Darüber, wie wichtig es war und ist dass sich die Frauen emanzipieren und lossagen von dem was von ihnen erwartet wird, und das auch von sich selbst nicht länger erwarten. Der Titel "vortreffliche Frauen" täuscht. Vortrefflich sein mag erstrebenswert klingen, doch dieser Roman zeigt, dass das nicht der Fall ist.

Nun habe ich mit "Middlemarch" von George Eliot begonnen. Dass die Autorin unter diesem männlichen Pseudonym veröffentlicht hat, zeigt ebenfalls auf, wie es um die Frauen bestellt war. Ich lese die Hanser-Ausgabe. Es handelt sich hierbei um die Neuübersetzung von Melanie Walz. Mit Freude habe ich mich in die ersten Kapitel eingelesen.
Liebe Grüße,
Petra


Ich lese gerade: :lesen:
George Eliot - Middlemarch (HC)
Jetta Carleton - Wenn die Mondblumen blühen (ebook)


Ich höre gerade: :kopfhoerer:
Shirley Jackson - Wir haben schon immer im Schloss gelebt (ungekürzte Lesung)

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Re: Leseerlebnisse 2020... ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Mi 1. Jul 2020, 07:27

Eine zweite Chance habe ich beendet. Und bin hin und weg. Selten habe ich eines gelesen, bei dem mir die Figuren so nahe gekommen sind. Einige interessante Themen wurden angesprochen: Quantenphysik, ein bisschen Gehirnforschung, Homosexualität - was macht es mit Menschen, die anders sind als alle anderen und wie reagieren die Umwelt, die Familie. Wie schwierig ist es, seine vorgefertigte Meinung zu ändern und einen anderen Lebensweg einzuschlagen. Wie leicht ist es doch, sich der Meinung der Mehrheit anzuschließen - und nicht darüber nachzudenken, ob sie richtig ist.
Der Roman bietet jede Menge Gedankenspiele und Anregungen, ehrlich mit sich selbst zu sein.

Die letzte halbe Stunde vor dem Zubettgehen habe ich noch mit Der Ruf der Bäume von Tracy Chevalier begonnen. Das werde ich gleich beim Morgenkaffee weiterlesen.
Lesende Grüße, Anne

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Re: Leseerlebnisse 2020... ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Di 7. Jul 2020, 12:02

Petra, vortreffliche Frauen hört sich gut an ! Mir gefallen solche subtilen Hinweise und damit gleichzeitig ein Blick auf die vergangenen Zeiten ! Mit Middlemarch hast du ja einen dicken Brocken vor dir. Da aber die Nebenhandlung ebenso interessant wie die Haupthandlung ist, wird es sicher nicht langweilig :nicken_freudig:

Ich lese gerade Der Sprung von Simone Lappert. Eine Frau steht auf einem Dach und es ist nicht ganz klar, ob sie springen will oder das nur die anwachsende Gaffermenge befeuert. Nacheinander kommen verschiedene Personen zu Wort, die mehr oder weniger mit dem Geschehen etwas zu tun haben. Toll finde ich, diese Personen auf wenigen Seiten so intensiv und einfühlsam kennenzulernen. Es bildet sich auch einen Eindruck der Atmosphäre dieser Kleinstadt im südlichen Schwarzwald und gleichzeitig durch die Gedanken der Personen ein kleines, nachdenkliches Abbild unserer derzeitigen Gesellschaft. Das alles wird in einer sehr schönen Sprache erzählt. Ich bin begeistert und das ist sicherlich ein TOP 2020 - Buch :daumen_hoch:
Gruss von Steffi

:lesen:
Vladimir Nabokov: Briefe an Véra

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Re: Leseerlebnisse 2020... ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Fr 31. Jul 2020, 19:53

steffi hat geschrieben:Mit Middlemarch hast du ja einen dicken Brocken vor dir. Da aber die Nebenhandlung ebenso interessant wie die Haupthandlung ist, wird es sicher nicht langweilig :nicken_freudig:


Das stimmt! Die Nebenhandlungen (eigentlich sind es sogar gleichberechtigte Handlungen) empfinde ich auch als sehr schön. Der Handlungstrang um Fred Vincy und Mary Garth mag ich besonders gern. Aber auch Will Ladislaw folge ich gern. Und Rosamond Vincy finde ich als Figur sehr konsequent ausgearbeitet. Überhaupt alles sehr fein beobachtet und psychologisch komplexe und glaubhafte Figuren. Ich befinde mich im letzten Viertel.

Auf "Der Sprung" von Simone Lappert machst du mich neugierig. Bei mir subt das Buch noch. Danke für deinen Bericht.
Liebe Grüße,
Petra


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