beim Guten Buch bin ich in der Argumentation noch ein wenig zurück - denn erstmal will ich die Bemerkung von Christine aufgreifen:
.Übrigens finde ich, dass das was du als "Schönheit" bezeichnest eher hinderlich ist für gute Bücher. Ich denke da mal an die "Buddenbrooks", das wäre doch eine ganz langweilige Geschichte, wenn es der Familie immer gut ginge. Gerade der Niedergang macht es doch interessant. Ich will damit sagen, dass "heile-Welt-Geschichten" mit Happy-End-Grarantie wegen der Vorhersehbarkeit langweilig sind. So wie Pilcher *schnarch*. Was mich natürlich nicht daran hindert, mir hin und wieder mal was davon "reinzuziehen"
Und da wäre sie wieder – die Einstellung, nur ein düsteres Buch kann zu einem guten Buch werden, nur ein Künstler (auch bildender) der die Welt in seiner Schlechtigkeit sieht, ist ein echter, nur wer zu Depressionen oder Melancholie neigt, kann auch ein guter Schriftsteller sein – NEIN! *BösmitdemFussstampf*.
Wer keine Höhen und Tiefen durchmacht, kann auch nichts erzählen – Das ist hierbei der einzige Grundsatz, dem ich dabei zustimmen kann. Ohne Schatten, kein Licht – OK – aber das heißt genauso, dass es Licht geben muss, und das ist das was MEIN gutes Buch haben muss - mehr Licht als Schatten und am Ende mindestens einen Sonnenstrahl. D.h. das Ende muss nicht GUT sein, aber es muss ein Ende sein – und ein plausibles, nachdem ich Düsternis und Licht mit meinen Protas durchlitten und durchlebt habe.
Und auf zuviel Düsternis kann ich ggf. auch verzichten, denn ich verlange allerdings von einem Guten Buch, dass es mich motiviert bei der Stange zu bleiben – und das tut es nur, wenn es auch Schönes enthält – in meinem Falle vorzugsweise mehr Schönes als Schäbiges! Und es sollte auch mehr Klarheit als Interpretationsnebel enthalten, wobei ich natürlich auch Spielraum für eigene Gedanken fordere, wenn es um ein Besonderes Buch gehen soll.
Vorhersehbarkeit, langweilt auch mich, aber in manchen dieser Bücher ist auch mehr als nur ein Techtelmechtel, dass auf verirrten Wegen dann doch zu einer Heirat führt enthalten. Deshalb mag ich diese Autoren nicht gleich potentiell so einstufen, dass sie kein ‚GUTES Buch’ schreiben können und mich schon vorher damit beruhigen – ach die können mich ja höchstenfalls gut unterhalten. Gut unterhalten damit ist das Hauptkriterium für ein 'Gutes Buch' schon größtenteils erfüllt.
Und nun kommen wir zu Euren Unterscheidungen, die ich auch mache - und die wir neulich in einem anderem Thread auch hatten, die Dazwischenschiebebücher bzw. die Guten und die Speziellen Bücher. Denn von einem Krimi oder einer Liebesgeschichte, will ich gut und stimmig unterhalten werden, will von ein paar Problemen oder Phänomenen lesen, die auch geklärt werden, mag runde stimmige Situationen - und will entweder fasziniert werden oder mich richtig mitten in der Geschichte finden. Ich will Protas lieben oder hassen - dann wird am Ende mein Gefühl lauten: Hach - DAS war ein tolles Buch. Mehr erwarte ich nicht von Büchern, die gut sein sollen. Bzw. ihre **** von **** Sternchen bekommen wollen.
Das gilt für Bücher die ich gut finden – bzw. gerne lesen mochte. Da ist die Messlatte jedoch dann für (historische) Krimis, Historische Romane, und Unterhaltungslektüre dann wieder unterschiedlich anzulegen. Gute Bücher in dem Sinne, hab ich schon einige gelesen – das letzte war vielleicht, genau wie bei Dir – Die souveräne Leserin. Aber es gibt auch richtig gute Krimis, mit spannender Handlung und Protas, die mich ansprechen, oder sogar Liebesgeschichten, die anrührend und richtig zum wohlfühlen sind, die Ideen vom eigenen Leben lostreten, auf die ich nicht gefasst war, die ich zu Guten Büchern zählen würde
Ein spezielles, besonderes Buch ist dann ein Überraschungsbuch, ein Buch, das mich damit überrascht, dass es mir mehr bietet, oder das die Erwartung erfüllt, die andere in mir schon gesäht haben, dass es mehr bietet eben ein Buch mit mindestens ***** von **** Sternchen.
Und das sind auch bei mir manchmal Bücher, in denen es düsterer zugeht, merke ich beim Überlegen, Meine geliebte 'Deutschstunde' von Siegfried Lenz z.B. oder auch die genannten Buddenbrooks rangieren auch bei mir unter den besonderen Büchern, das Licht, das die enthalten muss man wirklich suchen, manchmal entdecke ich es in einzelnen Szenen oder Ideen und diese Lichtblicke genügen mir da schon -Was vom Tage übrig blieb *winkeanpetra* ist auch eines davon, wo mein Blick auf das Licht vielen verschlossen bleibt.
Aber perfekt sind diese Bücher dann bisher auch nicht gewesen.
@ Rachel und Daniela - eure genannten Highlights in denen ihr übereinstimmt kenne ich (noch) nicht - Was ich liebte liegt aber in der schönen Samtausgabe auch, zur Verwunderung einiger Mitleserinnen hier, auf meinem Sub. Ich bin mal gespannt, wann es befreit wird- und ob ich es hinterher als eines von den 'Richtig Guten' Büchern mögen werde.


