ch muss euch einfach über AS Byatt - Das Buch der Kinder vorschwärmen. Seit ich von ihr den Booker-Prize Gewinnerroman Besessen ( Liebesgeschichte eines viktorianischen Dichters und die Suche bzw. eine gespiegelte Liebesgeschichte in der heutigen Zeit) kenne wollte ich etwas neues von ihr lesen. Und so bin ich auf Das Buch der Kinder gekommen.
Es geht um 3 Familien Ende des 19. Jahrhunderts, dazu um die neue Zeit, die in Kunst und Gesellschaft anbricht, es geht also auch im Reformbewegung, Sozialismus, Politik, Frauenwahlrecht und die Arts-and-Crafts Bewegung etc. Es gibt Einschübe von Märchen, die Mutter einer Familie ist eine Kunstmärchenautorin, ein Puppentheater mit einer Kurzfassund von Der Sommernachtstraum und ETA Hoffmanns Sandmann, ein Sommerfest - das alles erinnert mich sehr an Virginia Woolf. Die zweite Familie, ein labiler Keramikkünstler, lässt mich vom Setting und der Beschreibung an John Cowper Powys Der Strand von Weymouth denken.
Alles ist sehr detailliert und manchmal auch fast essayistisch geschrieben, dann wieder kommen sehr poetische Stellen. Mir gefällt diese Abwechslung. Ich bin fasziniert aber auch gespannt, wie die knapp 900 Seiten sich noch entwickeln werden.

