Leseerlebnisse 2024...ich lese gerade...

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Re: Leseerlebnisse 2024...ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » So 18. Aug 2024, 18:34

"Sunwise Turn" habe ich schon zweimal mit Vergnügen gelesen, Maria :herz_blink:
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Re: Leseerlebnisse 2024...ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » So 18. Aug 2024, 18:48

Didonia hat geschrieben:"Sunwise Turn" habe ich schon zweimal mit Vergnügen gelesen, Maria :herz_blink:



Ich musste beim Lesen auch an dich denken. Ich dachte mir schon, dass du das Buch kennst :breit_grins:
Schöne Grüße, Maria
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Re: Leseerlebnisse 2024...ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » So 18. Aug 2024, 21:00

@Maria - Wegen diverser Doppelkäufe, habe ich mir die Tage mal die Arbeit gemacht, alle "Bücher über Bücher" aufzulisten, weil ich die Sammlung weiter ausbauen möchte. 373 sind es bisher, von denen ich bisher 215 gelesen habe.
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Re: Leseerlebnisse 2024...ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Mo 19. Aug 2024, 09:14

Ich habe beendet:

Mary Renault: Freundliche junge Damen

Es hat mir richtig Freude gemacht, dieses Buch zu lesen. Und ich kann gar nicht verstehen, dass diese Schriftstellerin erst wieder entdeckt werden musste. Zudem scheint man laut Wikipedia kaum etwas aus ihrem Leben zu wissen. Sie schreibt interessant, spritzig und mit einer Spur Humor. Manchmal muss ich mir vergegenwärtigen, dass das Buch 1944 geschrieben wurde und es erst ihr zweites Buch ist. Es gibt Phasen, als wenn es heute geschrieben wurde.

Die 17-jährige Elsie lebt mit ihren Eltern wohlbehütet in Cornwall. Sie hat in ihrem Leben noch nichts anderes kennengelernt als ihre direkte Umgebung. Ihre Schwester hat das Elternhaus schon vor Jahren - Elsie war wohl sechs Jahre jung - verlassen. Die Eltern sind nur am Streiten und jeder versucht, Elsie auf seine Seite zu ziehen. So hält sie es zu Hause kaum noch aus.
Als sie mit einer starken Erkältung im Bett liegt, verliebt sie sich in den jungen Vertretungsarzt Peter. Nicht lange nach ihrer Genesung hielt sie es nicht mehr aus, suchte heimlich nach einer Adresse ihrer Schwester und verlässt das Elternhaus. Sie macht sich auf den Weg nach London. Die Adresse führt sie zu einem Hausboot, auf dem die Schwester Leonora mit Helen lebt. Helen macht medizinische Zeichnungen und Leo verdient ihr Geld mit dem Schreiben von Western.
Auf dem Hausboot trifft Elsie auch Peter wieder. Doch irgendwie hat er nicht mehr die Strahlkraft, wie zu Beginn ihrer Bekanntschaft. Kein Wunder, schenkt er seine Aufmerksamkeit doch mehreren jungen Damen.

Buchbeginn
Elsie blickte sich vorsichtig um, ohne ihren dünnen jungen Hals oder die rundlichen Schultern zu bewegen. Ihr Blick huschte zunächst zur Terrassentür, die in den Garten führte, dann maß sie die Distanz bis zur Wohnzimmertür. Sie tat es instinktiv wie eine Maus, hatte sich das angewöhnt, seit sie krabbeln konnte. Obwohl es ihr jetzt wenig nützte, denn die Wohnzimmertür befände sich direkt im Gesichtsfeld des Vaters, falls sie diesen Fluchtweg wählen wollte. Soeben sagte er: "Es sollte doch eigentlich dem Dümmsten klar sein - zumindest außerhalb dieses Haushalts -, dass..."

Zitat
Arthur Lane wusste, dass seine Frau seine messerscharfen Sentenzen über Menschen und aktuelle Ereignisse für kleinliches Geschimpfe hielt, fand es ungerecht, in so ein Licht gerückt zu werden, noch dazu von einer Frau, die ihm intellektuell nicht das Wasser reichen konnte, und wehrte sich nach Kräften. Maude Lane wiederum hatte noch nie verstanden, weder nach zwei noch nach siebenundzwanzig Ehejahren, was ihn daran störte, dass sie gerne heitere Bücher über angenehme Menschen las, anstatt solche, die in ihren Augen düster, verdorben und morbide waren. Und wieso störte es ihn, dass sie die Welt nun einmal so sah, wie sie sie sehen wollte, selbt wenn es dafür wenig Veranlassung gab?

Ihre Vorstellung vom höchsten Glück war nicht sexuelle Ekstase, sondern das Erklimmen einer tausend Meter hohen Felswand in Nagelstiefeln.

Aus dem Englischen von Gertrud Wittich
Herausgegeben von Magda Birkmann und Nicole Seifert
rororo Entdeckungen
Nachwort von Nicole Seifert
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Re: Leseerlebnisse 2024...ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Fr 23. Aug 2024, 08:17

Gerade habe ich Rauch und Schall von Charles Lewinsky beendet. Ein sehr vergnüglicher Roman über die Entstehung des Buches Rinaldo Rinaldini, mit Augenzwinkern, aber doch auch mit vielen historischen Fakten. Ich hab es sehr gerne gelesen !
Gruss von Steffi

:lesen:
Wolfgang Reinhard - Die Unterwerfung der Welt ( Langzeitprojekt)
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Re: Leseerlebnisse 2024...ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Sa 24. Aug 2024, 15:19

Irgendwie sind Kurzgeschichten nicht mein Ding. Die einzigen, die mir bisher gefallen haben, waren "Lauter Leben" von Helga Schubert und die dämonischen Geschichten in "Die Teufelsbraut" von Shirley Jackson. Letztere haben mich richtig begeistert. Alle anderen Bücher mit Kurzgeschichten sind anscheinend in einer Ecke meines Gehirns abgespeichert, an die ich nicht so fix rankomme.
Aber auch Tove Ditlevsen kann Storys schreiben. Woraus andere einen Roman machen, das packt sie auf ein paar Seiten. Das muss ich einfach anerkennen, auch wenn es dabei bleibt, dass Kurzgeschichten nichts für mich sind. Ich versinke dann doch lieber in einem Roman.

Aber für zwischendurch lass ich mich gerne mal überraschen.

Klappentext
Eine frisch verheiratete Frau sehnt sich obsessiv nach einem gelben Regenschirm. Ein Ehemann verjagt die geliebte Katze seiner Frau. Eine betrogene Mutter entlässt impulsiv ihre Haushälterin. Unter der Oberfläche dieser unbeirrbar scharf beobachteten Geschichten über Liebe und Beziehungen im Kopenhagen des 20. Jahrhunderts pulsieren Verlangen und Verzweiflung. Während vor allem die Frauen darum kämpfen, den ihnen zugewiesenen Rollen zu entkommen, träumen sie davon, frei und glücklich zu werden – ohne je ganz zu verstehen, was das wahrhaft bedeuten könnte. Luzide kartografiert Ditlevsen Momente des Alltags, die ein Leben in eine andere Richtung wenden. Der Band "Böses Glück" zeigt sie als Meisterin der kurzen Form.


Buchbeginn
Der Regenschirm
Helga hatte schon immer, und vollkommen widersinnig, mehr vom Leben verlangt, als es bieten konnte. Menschen wie sie wandeln zwischen uns und unterscheiden sich äußerlich kaum von denen, die instinktiv eine Bilanz ziehen und genau den Platz in der Welt finden, der ihnen gemäß Aussehen, Fähigkeiten und Herkunft zusteht. Hinsichtlich dieser drei Faktoren war Helga bloß durchschnittlich ausgestattet. Als sie auf den Heiratsmarkt entsandt wurde, war sie ein etwas zu kleines und farbloses junges Mädchen mit schmalen Lippen, Stupsnase und - als einzig vielversprechendem Vorteil - einem Paar großer, fragender Augen, die ein aufmerksamer Beobachter als "verträumt" beschrieben hätte. Nach ihren Träumen gefragt, wäre Helga jedoch in Verlegenheit geraten.

Zitate
Gretes Rücken tat weh, als hätte sie jemand geschlagen. Ihr wurde schwarz vor Augen, so sehr hasste sie den Vater. Sie presste die spitze Metallkrone ihres Ringes in den Mittelfinger, bis ein weißer Abdruck entstand, der langsam rot wurde. Sie wagte es nicht, sich zu rühren, weil sie fürchtete, dass ihre Mutter sonst nicht unbeschadet zur Tür hinauskam. Sie hörte sie hinter sich hastig atmen.

Manchmal hatte sie geradezu Schuldgefühle wegen ihres eigenen langweiligen Seelenlebens, denn in diesem Kreis erschien es ihr ein wenig armselig, dass sie inmitten einer wahnsinnigen und kriegsgebeutelten Welt an den notwendigen kleinen Dingen festhalten konnte, vor deren Hintergrund sich ihr Leben entfaltete.

Ja, jetzt ist er glücklich, dachte sie, diese Menschen vergöttern ihn, er braucht mich nicht. Und wenn sie gegangen sind, dachte sie mit einem Mal, wird er mich die restliche Nacht wach halten, indem er über das Fest redet, und ich muss ihm unbedingt beipflichten, dass seine Freunde die großartigsten Menschen sind - alles, was ihm wichtig ist, soll ich auch mögen und trotzdem wissen, dass ich den anderen nicht das Wasser reichen kann - und mit dem werdenden Kind bin ich ganz allein. Wenn er es erwähnt, dann nur als zusätzliche Belastung, wie eine Metzgerrechnung oder einen hartnäckigen Gläubiger.

Ich wünsche euch noch ein schönes Wochenende :buecher_boden:
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Re: Leseerlebnisse 2024...ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Sa 24. Aug 2024, 16:24

Didonia,
Du machst mich neugierig auf den Erzählband „Böses Glück“ von Tove Ditlevsen.
Schöne Grüße, Maria
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Re: Leseerlebnisse 2024...ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Sa 24. Aug 2024, 16:41

Ich habe jetzt 5 Bücher von ihr gelesen, Maria, und finde sie alle gut:

- die Kopenhagen-Trilogie
- Gesichter
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Re: Leseerlebnisse 2024...ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Sa 24. Aug 2024, 17:11

Kann ich nur unterstreichen. Die Kopenhagen- Trilogie ist schon sehr gute Autofiktion.
Und kürzlich hast du mich ja auf „Gesichter“ neugierig gemacht. Ich dachte mir noch, dass vor rund 25 Jahre zuvor eine Autorin ins Wasser ging, als sie wieder Stimmen hörte, weil für sie damals eine Einweisung in eine Nervenheilanstalt nicht mehr in Frage kam. Zu schlimm waren ihre Erfahrungen. Das war Virginia Woolf.

Somit bin ich auf „Gesichter“ schon sehr gespannt.

Aber auch „Böses Glück“ klingt interessant.
Schöne Grüße, Maria
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Re: Leseerlebnisse 2024...ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Sa 31. Aug 2024, 10:17

"Ausgeliehen" von Rebecca Makkai habe ich beendet. Es wurden zwar jede Menge Buchtitel aufgezählt, aber mehr als eine nette Unterhaltung war das Buch nicht. Obwohl ich schon gespannt war, wie es endet.

Klappentext
Der 10-jährige Ian ist süchtig nach immer neuen Geschichten. Lucy Hull ist Bibliothekarin in der Stadtbücherei von Hannibal - und seine Komplizin. Sie hilft ihm, die geliehenen Bücher an seiner herrischen Mutter vorbeizuschmuggeln. Als Lucy eines Morgens zur Arbeit kommt, traut sie ihren Augen kaum: Ian kampiert, umgeben von Decken, T-Shirts und Büchern, zwischen den Regalen. Pflichtbewusst will Lucy den Ausreißer nach Hause bringen, doch Ian hat einen anderen Plan: Geschickt lotst er sie mitten hinein in eine abenteuerliche Reise quer durch die USA. Doch wer hat hier wen entführt? Und läuft wirklich nur Ian vor seinen Eltern davon?

Buchbeginn
Ian war nie glücklich, es sei denn, es gab einen Prolog

Ich könnte der Bösewicht dieser Geschichte sein. Sogar jetzt ist das schwer zu sagen.
In der Bibliothek, inmitten der vielen, vielen Bücher über das alte Ägypten, war das Bild, das die Kinder am meisten liebten, jenes, auf dem der Gott des Todes das Herz eines toten Mannes gegen eine Feder aufwiegt. Es gibt zumindest einen Trost: Eines Tages werde ich meine Schuld verstehen.

Zitate
"Was ich von meiner Mutter erbte:
Kilometerdicke amerikanisch-jüdische Schuldgefühle."


"Als ich meinen Eltern erzählte, dass ich als Bibliothekarin für Kinderbücher in einer kleinen Bibliothek in Missouri arbeiten würde, sagte mein Vater: ,Ist es wegen eines Typen? Es gibt in Chicago eine Million netter Männer und viele von ihnen sind Russen. Irgendwann wirst du doch Bibliothekarin für ,Erwachsene' sein wollen, oder? Ich sage das, weil du eine Herausforderung brauchst. Es gibt Universitätsbibliotheken, bei denen ich meine Beziehungen spielen lassen kann'"
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