von Petra » Mi 20. Aug 2014, 15:19
Hallo zusammen,
ich konnte nach langer Zeit endlich mal wieder nach was anderem als einem Krimi greifen. Nicht, dass mir die Krimis keine Freude gemacht hätten (ganz im Gegenteil); aber ich habe es schon vermisst, mal wieder ein Buch mit Tiefe lesen zu können.
Es ist “Die Brandungswelle“ von Claudie Gallay. Das Buch bekam ich letztes Jahr geschenkt, und nachdem ich reingelesen hatte, lockte es mich sehr. Und jetzt, wo ich die ersten Kapitel gelesen habe, fühle ich mich hineingezogen in das Buch. Die Geschichte erzählt von Lambert, der als Fremder in einen Küstenort in der Normandie kommt, um den Tod seiner Eltern und seines Bruders zu ergründen, die vor 40 Jahren auf offenem Meer durch ein Unglück ums Leben kamen. Aber sie erzählt auch die Geschichte der übrigen Bewohner des Dorfes. Auch die der Erzählerin, die – soviel lässt sie durchblicken – auch einen Menschen verloren hat. Mir scheint ihren Geliebten oder Mann, aber nicht unbedingt an den Tod. Mir scheint es, als habe er sie verlassen. Und deshalb scheint sie diesen verlassenen Ort aufgesucht zu haben. Die Geschichte erzählt aber auch von der Natur dort. Von der Kraft des Meeres und des Windes. Für mich ist die Natur die Hauptdarstellerin des Romans. Rau, gewaltig, alles gebend, alles nehmend, über den Dingen stehend. Claudie Gallay beschreibt die Naturgewalten so stimmungsvoll und bildhaft, dass man sie spürt und bewundert. Zuletzt ging es mir so bei Annie Proulx „Schiffsmeldungen“. Auch dass die Schroffheit der Natur auf die Bewohner übergreift, erinnert mich an diesen wundervollen Roman. Mir gefällt der Roman ausnehmend gut. Und zum viel zu früh hereinbrechenden Herbst passt er auch.
Das Buch ist übrigens bei btb erschienen. Von dem Verlag lese ich immer wieder gerne was. Die haben ein feines Programm.
Einen Kontrast bildet meine abendliche Lektüre auf meinem neuen Kindle Paperwhite, den ich allzu gern zur Hand nehme. Schon eingekuschelt auf der Couch und im Bett lese ich „Mord inklusive“ von Janice Hamrick. In dem Cozy-Krimi begleite ich eine Reisegruppe in Ägypten. Die Hauptfigur ist Joycelyn, eine Highschool-Lehrerin aus Texas, die gemeinsam mit ihrer schönen Cousine Kyla diese Reise unternimmt. Als eine der Mitreisenden – die nervtötende Millie – tödlich verunglückt, stellt sich bald heraus, dass es Mord war. War ein Mitglied der Reisegruppe der Täter? Diese Frage stellt sich nicht nur Joycelyn, sondern ich mir auch. Und von der Kulisse lasse ich mich auch beeindrucken, die hat die Autorin sehr schön eingefangen. Leichte Kost, aber sehr schön und amüsant zu lesen. Für abends genau das richtige, und auch für die Jahreszeit die richtige Mischung: Ägypten lässt mich noch ein wenig am Sommer festhalten, und die Cozy-Elemente stimmen mich auf den Herbst ein.
@Steffi: Mit Edith Wharton ging es mir mal ähnlich vor einigen Monaten. Ich begann ein Buch von ihr zu lesen, aber es konnte mich nicht fesseln. Es war mir zu fad und ebenfall zu zäh. Ich schob das auf meine Lesestimmung, finde es aber deshalb jetzt sehr interessant, dass es Dir mit einem ihrer Romane auch so geht.
@Maria: Falls Du Dir noch einen Dick Francis kaufen möchtest, um nicht mit einem schwächeren zu beginnen, kann ich Dir wirklich „Verrechnet“ sehr empfehlen. Dadurch bin ich damals an Dick Francis gekommen.
@Bonny: Ich habe jetzt mit "Ich.darf.nicht.schlafen" angefangen. Allerdings als Hörbuch. Wollte ich Dich nur kurz wissen lassen, da Du es ja kürzlich gelesen hast, da Du es auch vor der Verfilmungen lesen wolltest. Bislang gefällt es mir sehr gut, und ich glaube auch mit dem Hörbuch habe ich einen guten Griff getan. Wird gut von Andrea Sawatzki in Szene gesetzt.