William Faulkner

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Re: William Faulkner

Beitragvon steffi » Do 25. Mär 2010, 09:37

Hallo JMaria,

ja, hauptsächlich dachte ich an Die Freistatt, es ist ja noch nicht so lange her, dass ich es gelesen habe. Es hat mir durchaus gefallen, trotzdem er manchmal Szenen schreibt, bei denen man besser wegschauen würde. Aber das macht meiner Meinung nach auch seine Faszination aus, weil er so viele Tabus bricht und seine Charaktere nicht verschont.

Was mir jetzt speziell zur Freistatt auffiel, ist, dass er zum einen seine Protagonisten nicht liebt ( im Gegensatz zu z.B. O'Nan oder Anderson) und er auch nicht zu großen Erklärungen ansetzt, warum sie so geworden sind. Solche Hinweise/Verknüpfungen mag ich ganz gerne, wenn sie nicht zu platt gemacht sind.

Aber was du schreibst, klingt sehr interessant und ich denke, dass ich in nächster Zeit doch mal wieder zu einem Faulkner greifen könnte.
Gruss von Steffi

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Re: William Faulkner

Beitragvon JMaria » Do 25. Mär 2010, 12:29

steffi hat geschrieben: Was mir jetzt speziell zur Freistatt auffiel, ist, dass er zum einen seine Protagonisten nicht liebt ( im Gegensatz zu z.B. O'Nan oder Anderson) und er auch nicht zu großen Erklärungen ansetzt, warum sie so geworden sind. Solche Hinweise/Verknüpfungen mag ich ganz gerne, wenn sie nicht zu platt gemacht sind.

Aber was du schreibst, klingt sehr interessant und ich denke, dass ich in nächster Zeit doch mal wieder zu einem Faulkner greifen könnte.


Hallo Steffi,
das wäre toll, dann könntest du deine neueren Eindrücke schildern. Solche Dinge, dass Faulkner seine Protas nicht liebt, sowas fällt mir leider nicht auf. Gut, dass ich dich habe :-)
In "Licht in August" bleibt der Autor auch auf Abstand, obwohl er durch die Lebensrückblenden mehr Einblick gibt. Doch im Grunde überlässt er es dem Leser die "Gefühls"lücken zu schließen, falls er sich darüber Gedanken machen möchte.

noch eine Information nebenbei:
es gibt einen PEN/Faulkner Preis, den Faulkner durch eine Spende aus seinem Literaturnobelpreis spendete, der auf 15.000 Dollar dotiert ist.

Hier gehts zu einer Liste mit den Gewinnern seit 1981:
http://de.wikipedia.org/wiki/PEN/Faulkner_Award

Gestern gabs die Bekannmachung wer in diesem Jahr den Preis gewonnen hat, nämlich der amerikanische Schriftsteller, Dichter und Filmemacher Sherman Alexie mit seinem Buch "War Dances":
http://www.zeit.de/kultur/literatur/201 ... lknerpreis

Gruß,
Maria
Schöne Grüße
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Re: William Faulkner

Beitragvon Petra » Do 25. Mär 2010, 17:20

Hallo Maria,

der PEN/Faulkner Award ist ja eine interessante Sache! Vielen Dank für den Hinweis!

Ich habe mir die Gewinner mal angesehen. Interessante Autoren! Besonders ins Auge gefallen ist mir Ha Jin mit "War Trash" (deutscher Titel: "Kriegspack") und "Waiting". Zweiteren ("Warten") habe ich auf dem SUB und ein anlesen hatte mir sehr gefallen. Aufmerksam wurde ich auf das Buch durch eine Diskussion hier im Forum.

Aber auch viele andere Gewinner des Faulkner Award fallen mir ins Auge: Natürlich Annie Proulx ("Postcards"). Aber auch David Guterson ("Snow Falling on Cedars") - das Buch reizt mich auch schon länger. Und John Updike ebenfalls. Aber auch der Preisträger 2009 (Joseph O'Neill - "Netherland") reizt mich sehr. Und ich bin nun froh, dass ich seit wenigen Tagen das Hörbuch zu Hause habe.

Abermals vielen Dank für diese interessante Liste!
Liebe Grüße,
Petra


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Re: William Faulkner

Beitragvon JMaria » Fr 26. Mär 2010, 13:45

Petra hat geschrieben:Hallo Maria,

der PEN/Faulkner Award ist ja eine interessante Sache! Vielen Dank für den Hinweis!

Ich habe mir die Gewinner mal angesehen. Interessante Autoren! Besonders ins Auge gefallen ist mir Ha Jin mit "War Trash" (deutscher Titel: "Kriegspack") und "Waiting". Zweiteren ("Warten") habe ich auf dem SUB und ein anlesen hatte mir sehr gefallen. Aufmerksam wurde ich auf das Buch durch eine Diskussion hier im Forum.

Aber auch viele andere Gewinner des Faulkner Award fallen mir ins Auge: Natürlich Annie Proulx ("Postcards"). Aber auch David Guterson ("Snow Falling on Cedars") - das Buch reizt mich auch schon länger. Und John Updike ebenfalls. Aber auch der Preisträger 2009 (Joseph O'Neill - "Netherland") reizt mich sehr. Und ich bin nun froh, dass ich seit wenigen Tagen das Hörbuch zu Hause habe.

Abermals vielen Dank für diese interessante Liste!


Hallo Petra,

ich finde die Liste auch interessant.

Im SUB habe ich:
-"Warten" von Ha Jin
-"Der Marsch" von E. L. Doctorow als Hörbuch
-"Die frühen Erzählungen" von John Updike Band 3

Gelesen habe ich:
-David Guterson: Schnee der auf Zedern fällt.
(ich fühlte mich gut unterhalten)
-John Updike: Die frühen Erzählungen (Band 1)
-Michael Cunningham: Die Stunden

interessieren würden mich noch:
-T. .C. Boyle, World's End
-Annie Proulx: Postkarten

Liebe Grüße
Maria
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Re: William Faulkner

Beitragvon Petra » Di 12. Jul 2011, 14:51

Hallo zusammen,

hat von Euch schon jemand "Schall und Wahn" von William Faulkner gelesen? Eure Eindrücke würden mich interessieren. Aber auch was Ihr von dem Buch wisst oder Euch von ihm erwartet. Gerade von denjenigen, die von Faulkner schon was kennen.

Ganz gemeiner Weise werde ich auf William Faulkner nicht nur hier im Forum ständig neugierig gemacht (nicht wahr, Maria?! :mrgreen: ), sondern jetzt auch noch heimtückisch in meiner aktuellen Lektüre ("Zusammenstöße" von Yael Hedaya). Erst wurde er gemeinsam mit anderen Namen als Lieblingsautor einer der Hauptfiguren erwähnt. Und jetzt hält besagte Figur ein Seminar ab, in dem er noch mal näher auf Faulkner eingeht, und seine Studenten, aber auch mich neugierig macht. Auf "Licht im August" (subt zum Glück ja schon bei mir) und "Schall und Wahn". Die Figur meint man solle mit "Licht im August" beginnen, auch wenn die Reihenfolge nicht sooo wichtig sei. Auf "Schall und Wahn" bin ich nun aber auch sehr neugierig geworden.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: William Faulkner

Beitragvon JMaria » Di 12. Jul 2011, 15:02

Hallo Petra,

oh, du erinnerst mich, dass ich mal wieder Faulkner lesen könnte, bei heißen schwülen Wetter, sich in seine Schachtelsätze vertiefend, die einen noch mehr zum Schwitzen bringen .... :lol:

nein, im Ernst. Sein Sprachrhythmus finde ich toll. Aber kostet sehr viel Konzentration.

Schall und Wahn kenne ich nicht.
Doch "Licht im August" als Einstieg finde ich passend und kann ich sehr empfehlen.

Liebe Grüße
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Re: William Faulkner

Beitragvon Petra » Di 12. Jul 2011, 15:22

Hallo Maria,

den Hinweis nehme ich gern entgegen, denn ich habe nichts dagegen, wenn ich mich stärker beim lesen konzentrieren muss. Aber ich weiß, dass es dafür einen geeigneten Zeitpunkt braucht. Durch Deinen neuerlichen Hinweis, weiß ich das besser einzuschätzen, und werde noch genauer darauf achten, nicht zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu Faulkner zu greifen.

Ich denke auch, dass er sich an heißen Tagen besonders gut eignet (wegen der Atmosphäre). Und die Sätze tun gewiss ein Übriges - hast Du schön geschrieben. ;-)

Wie mir scheint, bin ich mit "Licht im August" dann erst mal gut bedient, zum Einstieg.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: William Faulkner

Beitragvon JMaria » Di 12. Jul 2011, 15:45

Hallo Petra,

kennst du schon die Faulkner Seite des Spiegels?
Hier sind Artikel über ihn zusammengetragen, die der Spiegel in Laufe der Jahrzehnte geschrieben hat, sehr informativ:

http://www.spiegel.de/thema/william_faulkner/

Gruß,
Maria
Schöne Grüße
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Re: William Faulkner

Beitragvon Petra » Di 12. Jul 2011, 15:49

Nein, kannte ich nicht!

Hui, das ist ja eine wahre Schatzgrube - Danke! :D
Liebe Grüße,
Petra


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Re: William Faulkner

Beitragvon steffi » Fr 15. Jul 2011, 09:07

Petra, Faulkner hat schon etwas ganz eigenes. Ich denke, wenn man sich für amerikanische Literatur interessiert, kommt man irgendwann nicht an ihm vorbei. Eine sehr kraftvolle Sprache und er erspart dem Leser nichts. Und er erschafft eine ganz dichte Atmosphäre.

So, jetzt werde ich mal JMarias link in Augenschein nehmen, ich wette, meine Wunschliste wächst dann wieder ;)
Gruss von Steffi

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