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 Kurz-Biografien von Autoren 
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Registriert: Di 18. Jan 2011, 17:49
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Beitrag Re: Kurz-Biografien von Autoren
Am 19. März 1844 wurde Minna Canth als Minna Johannson in Tampere (ehem. Tammerfors) geboren.
Sie war mit einem Seminardirektor verheiratet, der 1879 starb und sie mit sieben Kindern unversorgt zurückließ. Daher übernahm sie den väterlichen Garnladen.
Minna Canth schrieb Theaterstücke, Romane und Novellen; 1920 erschienen ihe Bücher zusammengefasst in vier Bänden,
Dass 1907 in Finnland das Frauenstimmrecht eingeführt wurde, ist ihr zu verdanken. Am 12. Mai 1897 stirbt sie.

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Lesende Grüße, Anne

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Di 20. Jan 2015, 09:50
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Beitrag Selma Merbaum-Eisinger
Selma Merbaum wurde am 5. Februar 1924 in Czernowitz, Bukowina geboren. Ihre Eltern waren der Schuhhändler Max Merbaum und seine Frau Friederika, geborene Schrager. Sie war die Groß-Cousine von Paul Celan - die Väter der Mütter waren Brüder. Max Merbaum starb, als Selma neun Monate alt war. Ihre Mutter heiratete drei Jahre später Leo Eisinger.

Selma besuchte bis 1940 das ehemals private jüdische Mädchenlyzeum, das Hofmann-Lyzeum und begann schon früh mit dem Lesen der Autoren, die großen Einfluss auf ihr eigenes Werk ausüben sollten: Heinrich Heine, Klabund, Paul Verlaine, Rainer Maria Rilke und Rabindranath Tagore.

Im Oktober 1941 wurden Selma, ihre Mutter und ihr Stiefvater Leo Eisinger gezwungen, imGhetto der Stadt zu leben. Am 28. Juni wurde auch Selma mit Familie und Verwandten in das Übergangslager Cariera de Piatra, inTransnistrien, verschafft. Von dort wurde sie in das Arbeitslager Michailowk östlich des Bugs deportiert - von Deutschen besetztes Gebiet der Ukrainischen Sowjetrepublik. Dort wurden die Häftlinge gezwungen, Steine für den Straßenbau für die Durchgangsstraße IV zu hacken.

Selma war erst 18 Jahre jung, als sie als verfolgte Jüdin entkräftet an Fleckfieber starb. Geblieben sind von ihr ein paar biografische Daten und 58 Gedichte, die sie hauptsächlich für ihren Freund Leiser Fichmann aus der zionistischen Jugendgruppe Hashomer Hazair geschrieben hat. Ihr Werk gehört mittlerweile zur Weltliteratur.

Leiser Fichman erhielt das Gedichte-Album von Else, Selmas Freundin. Er nahm es mit ins Arbeitslager, entschloss sich, nach Palästina zu flüchten und gab es Else zurück. Das Schiff, auf dem sich Fichman befand, wurde torpediert und er starb. So fanden sie ihren Weg mit Else durch Europa nach Israel.
Hier veröffentlichte sie Hersch Segal, Selmas Lehrer von der Jiddischen Schule, 1976. 400 Büchlein ließ er auf eigene Kosten drucken.
Es handelt sich dabei durchgängig um Liebes- und Naturgedichte, die von einer melancholischen Grundstimmung geprägt sind.

Als der Komponist David Klein auf die Gedichte von Selma stieß, machte er sich auf die Suche nach Sängerinnen und Sängern. Gefunden hat er:

Sarah Connor (erstmals auf Deutsch)
Xavier Naidoo
Yvonne Catterfeld
Reinhard Mey
Hartmut Engler (Pur)
Thomas D (Die Fantastischen Vier)
Joy Denalane
Jasmin Tabatabai
Volkan Baydar (Orange Blue)
Inga Humpe (2raumwohnung)
Stefanie Kloß (Silbermond)
Ute Lemper,
die Selma nach über 60 Jahren eine Stimme gaben.

Und wer vielleicht mit Gedichten nicht so viel anfangen kann, dem gehen diese Lieder und Stimmen bestimmt unter die Haut.

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Lesende Grüße, Anne

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Sa 14. Nov 2015, 03:08
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Registriert: Di 18. Jan 2011, 17:49
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Beitrag Stefan Zweig
Stefan Zweig war ein bedeutender österreichischer Schriftsteller. Er wurde am 28. November 1881 in Wien als Sohn des wohlhabenden jüdischen Textilunternehmers Moritz Zweig und dessen Frau Ida Brettauer geboren.
Seine ersten Gedichte erschienen 1901 unter dem Titel „Silberne Saiten“, seine erste Novelle kam 1904 heraus.
Stefan Zweig war viel auf Reisen, so lernte er andere Schriftsteller und Künstler kennen, mit denen er oft lang anhaltende Korrespondenzen führte.
Als Freiwilliger leistet er im Ersten Weltkrieg Dienst im Archiv des Kriegsministeriums und arbeitete dort zusammen mit Rilke. 1917 wird er nach acht Wochen Urlaub vom Militärdienst enthoben.
Sein gegen den Krieg gerichtetes Drama „Jeremias“ wird in Zürich uraufgeführt. Als Korrespondent der Wiener „Neuen Freien Presse“ nutzt Zweig seine Verbindungen zu Zeitungen und Zeitschriften, um seine eigene parteilose Meinung zu veröffentlichen.
Nach dem Krieg lässt er sich in Salzburg nieder, kämpft gegen den Nationalismus, ruft zu Diplomatie, Vernunft und Geduld auf.

Ab 1920 bringt Zweig Erzählungen heraus, verfasst Essays über Baumeister der Welt. Er heiratet Friderike von Winternitz. Ende der 20er Jahre erscheint auf Vermittlung Maxim Gorkis die erste Gesamtausgabe seiner Werke auf russisch.
Als Hitler an die Macht kommt, flieht er nach London. Seine Bücher werden beschlagnahmt und er erhält ein Verkaufsverbot. Er befürchtet, sein deutschsprachiges Publikum zu verlieren und mit seiner Literatur keinen Einfluss mehr nehmen zu können.
Die Ehe wird 1938 geschieden, ein Jahr später heiratet er Charlotte Altmann.
Mit ihr verlässt Stefan Zweig während des Zweiten Weltkrieges Europa, geht nach New York und lässt sich von dort aus in Brasilien nieder. 1941 erscheint „Die Schachnovelle“, ein Jahr später seine Autobiografie „Die Welt von gestern“.
Am 22. Februar 1942 nahm er sich in Petrópolis bei Rio de Janeiro mittels Tabletten das Leben. Seine Frau Lotte folgte ihm in den Tod.

Zitat: „Schach ist wie die Liebe – Allein macht es weniger Spaß.“

Rezension im Forum: Sternstunden der Menschheit

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Fr 23. Mär 2018, 15:31
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Beitrag George Eliot
George Eliot ist das männliche Pseudonym für die englische Schriftstellerin Mary Ann Evans. Sie wurde am 22. November 1819 in Arbury Farm, Warwickshire, als Tochter eines Zimmermanns geboren. Der Vater war ein strenggläubiger Methodist. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie in Griff House bei Nunoaton, in Foleshill und Coventry. In Coventry besuchte sie die Schule.
Bis zum Tod des Vaters im Jahr 1849 führte sie dessen Haushalt und half ihm in seinen Geschäften als Landagent. Sie erlernte dadurch Selbständigkeit und Verantwortungsgefühl.
George Eliot lebte von 1854 bis zu dessen Tod 1878 in freier Ehe mit dem verheirateten Kritiker und Freidenker George Henry Lewes. Das war in jener Zeit unheimlich mutig. Durch ihn wagte sie eigene schriftstellerische Arbeiten. Nach Lewes Tod wurde sie schwermütig. Der befreundete J. W. Cross nahm sich ihrer an und sie heirateten 1880. Doch noch im gleichen Jahr, am 22. Dezember, starb sie in London.

George Eliot war Autodidaktin, aber ungemein begabt und zweifellos klüger als die meisten ihrer schriftstellernden Zeitgenossinnen. Ihre erste literarische Arbeit war die Übersetzung von D. F. Strauß’ „Leben Jesu“. Und schon ihr erster Roman „Adam Bede“ war ein voller Erfolg. Er spielt im Handwerkermilieu ihrer Heimat.
Die unbedingte Ehrlichkeit des Gefühls, die hohe Geistigkeit des Gedankens und die Eindringlichkeit der Formgebung lassen auch heute noch George Eliot als die Begründerin und wesenhafteste Gestalterin des modernen englischen Frauenromans empfinden.
Ab 1850 schrieb sie für die Westminster Review deren Mitherausgeberin sie von 1851-53 war.
Von ihren Spätromanen war nur „Middlemarch“ ein richtiges Kunstwerk und war zugleich eine Studie des viktorianischen Zeitalters.

Hermy und Maria hatten 2010 eine Leserunde zu dem Buch Middlemarch.

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Lesende Grüße, Anne

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Fr 23. Mär 2018, 15:45
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Beitrag Frank McCourt
Frank McCourt wurde am 19. August 1930 geboren. Wikipedia bezeichnet ihn als Schriftsteller, doch der wurde er erst mit 66 Jahren. Und wie sah sei Leben bis dahin aus?

Er war der älteste Sohn irischer Einwanderer, geboren in Brooklyn, New York. Wegen der Großen Depression ging die Familie 1935 nach Irland, ins katholisch geprägte Limerick zurück. Doch sein Vater war arbeitslos und vertrank zumeist das Stempelgeld, sodass Frank den Rest seiner Kindheit und seine Jugend sehr ärmlich verbrachte.
1940 ging der Vater nach England. Durch den Krieg fand er dort Arbeit in einer Fabrik. Aber den Lohn schickte er nicht nach Hause. So war Frank gezwungen, mit vierzehn Jahren als Telegrammjunge arbeiten zu gehen. Auf diese Weise sorgte er zusammen mit seiner Mutter Angela für die jüngeren Geschwister.
Er träumte aber davon, wieder nach Amerika zurückzukehren. Fünf Jahre brauchte er, bis er endlich die Fahrkarte nach New York zusammengespart hatte und sich 1949 auf den Weg machte. Er arbeitete zuerst im Biltmore Hotel, ging dann zur Armee und war drei Jahre lang als Korporal in Bayern stationiert, hauptsächlich bei der Hundestaffel in der Lenggrieser Prinz-Heinrich-Kaserne. Begeistert war er nicht. Er hatte gehofft, nach England versetzt zu werden, da wäre er näher an der irischen Heimat.
Wieder in New York, studierte er und arbeitete nebenbei für den Lebensunterhalt in Lagerhäusern und auf den Docks. Nach dem Studium war er Englischlehrer an verschiedenen Schulen. Vor seinem Ruhestand war er fünfzehn Jahre an der renommierten New Yorker Stuyvesant High School, wo er hauptsächlich kreatives Schreiben unterrichtete.
Frank McCourt war dreimal verheiratet, aus erster Ehe stammt seine Tochter Margaret.

Eigentlich wollte er Romane schreiben, kein Lehrer mehr sein. Dickens, O’Casey, Joyce, Beckett, aber auch PG Woodhouse waren bis zuletzt seine Vorbilder. Doch er hat sie durch das viele immer wieder Lesen so verinnerlicht, dass jeder eigene Schreibversuch nach Imitation klingen würde.

Erst im Ruhestand schrieb McCourt Die Asche meiner Mutter, wo er seine schwierige Kindheit und Jugend verarbeitete. Über sechs Millionen Exemplare wurden verkauft, es wurde in 40 Sprachen übersetzt und noch im Erscheinungsjahr bekam er den National Book Critics Circle Award und 1997 den Pulitzer-Preis. 1999 verfilmte Alan Parker den Stoff.

Zitat:
Wenn ich auf meine Kindheit zurückblicke, frage ich mich, wie ich überhaupt überlebt habe. Natürlich hatte ich eine unglückliche Kindheit; eine glückliche Kindheit lohnt sich ja kaum. Schlimmer als die normale unglückliche Kindheit ist die unglückliche irische Kindheit, und noch schlimmer ist die unglückliche irische katholische Kindheit.


Über sein weiteres Leben in New York schrieb Frank McCourt in Ein rundherum tolles Land (1999) (während dieser Arbeit schrieb auch sein Bruder Malachy an seinen eigenen New Yorker Erinnerungen) und Tag und Nacht und auch im Sommer (2005), in dem es hauptsächlich um sein Berusleben als Lehrer mit teils sehr problematischen Klassen ging.

Frank war sehr familienverbunden. Es schien ihm nichts auszumachen, dass die Sippe oftmals an seinem Rockzipfel hing. Besonders Tochter Maggie und ihren drei Kindern half er gerne.

Frank McCourt starb am 19. Juli 2009 in einem Hospiz in Manhattan, New York, an einer durch Hautkrebs hervorgerufenen Meningitis.
Sein Bruder Malachy weihte im Juli 2011 in der Leamy’s School, die McCourt einst als Schüler besuchte, ein Frank-McCourt-Museum ein.

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Sa 24. Mär 2018, 10:44
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