Leseerlebnisse 2019... ich lese gerade...

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Re: Leseerlebnisse 2019... ich lese gerade...

Beitragvon Trixie » Mi 22. Mai 2019, 23:16

Über die Jahrzehnte ist Agatha Christie immer unter meinen Lieblingsautorinnen gewesen. Aber während ich die Fälle von Hercule Poirot und Miss Marple und auch von Tommy und Tuppence in allen Versionen und teils sogar mehrmals genossen habe, ist mir eine Figur seltsamerweise stets entgangen: Mr. Quin. In letzter Zeit bin ich aber von verschiedenen Seiten auf ihn neugierig gemacht worden und habe mir schließlich die Sammlung aller Geschichten mit ihm und Mr Satterthwaite besorgt.

In den vergangenen Tagen habe ich die drei ersten Kurzgeschichten aus The Mysterious Mr Quin (Der seltsame Mr. Quin) gelesen, die erstmals Mitte der 1920er Jahre in einem Magazin veröffentlicht worden waren. The Coming of Mr Quin (Die Ankunft des Mr. Quin), The Shadow on the Glass (Der Kavalier am Fenster) und At the Bells and Motley (Der Zaubertrick) haben sich beim Lesen als typische Agatha-Christie-Erzählungen erwiesen mit ihren Figuren, hinter deren unauffälligem Äußeren sich sehr viel mehr verbirgt, ebenso wie hinter den Fällen, die Mr. Satterthwaite nach Anregung des immer wieder mysteriös auftauchenden Mr Harley Quinn in Retrospektive aufklärt. In ihrer Kürze sehr unterhaltsam und mit dem gewohnt raffinierten Kniff bei der Auflösung, den ich von Christie kenne und liebe.

Eine sehr lohnenswerte Lektüre, die mich sicher noch eine Weile beschäftigen wird, weil in der Sammlung The Complete Quin & Satterthwaite nicht nur diese Kurzgeschichten enthalten sind, sondern auch der Roman, in denen mindestens eine dieser beiden Figuren in Christies späteren Werken auftaucht: Three Act Tragedy (Nikotin), Dead Man's Mirror aus Murder in the Mews (Auch Pünktlichkeit kann töten), sowie The Love Detectives (Die Uhr war Zeuge) und The Harlequin Tea Set (Die mörderische Teerunde) aus Problem at Pollensa Bay and Other Stories.

In ihrem Vorwort schreibt Agatha Christie, wie sie auf die Figur des Harley Quin gekommen ist, und daß Quin und Satterthwaite zu ihren Lieblingscharakteren zählen, und ich finde bislang, das könnten sie auch bei mir werden. Unerklärlich, daß ich sie mir so lange Zeit vorenthalten habe.

Gruß,
Trixie
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Re: Leseerlebnisse 2019... ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Mi 29. Mai 2019, 12:42

Ich lese derzeit Elizabeth Strout. Zuerst “Die Unvollkommenheit der Liebe“, und nun direkt im Anschluss “Alles ist möglich“.

Mit „Die Unvollkommenheit der Liebe“ hat Elizabeth Strout mich auf eigenartige Weise stark berührt. Sie erzählt
über die Liebe und ihre Unvollkommenheit (der deutsche Titel passt gut!),
über die Unergründlichkeit von Familienbanden,
über die Tiefe der Wurzeln,
über Beziehungen, die passen oder nicht passen (in Hinsicht auf Herkunft, Verhältnisse aus denen man kommt),

auch über die Güte von Fremden,
und über die Hartherzigkeit der eigenen Familie.

Erstaunlich, wie fremd sich Menschen sind, die sich gegenseitig lange auf Distanz gehalten haben, und sich doch so nahe sind (Lucys Eltern und Geschwister).
Genauso erstaunlich, wie Menschen die sich lange so nah waren, sich schlussendlich doch fremd bleiben (Lucys erste Ehe).

Dies ist nicht die Geschichte ihrer Ehe, das betont Lucy Barton mehrmals. Diese, so sagt sie, wäre eine ganz andere. Aber ich gebe zu, ich würde auch diese Geschichte gerne einmal erzählt bekommen. Sie streift sie nur ganz sachte, und mich würden all ihre Untiefen interessieren. Vielleicht hören wir ja irgendwann darüber in einem anderen Buch.

Hoffen darf man darauf, denn Verflechtungen von Geschichten innerhalb eines Romans sind ihre große Stärke! Auch Romanübergreifende Verflechtungen von Geschichten gelingen ihr in einzigartiger Art, wie ich gerade in „Alles ist möglich“ erfahren darf. Ich lese es bewusst gleich im Anschluss an „Die Unvollkommenheit der Liebe“, da darin Figuren aus diesem Roman auftreten. Man erfährt von dem ein oder anderen mehr, worüber ich mich sehr freue! Diese Begegnungen geschehen meist aus dem Blickwinkel einer anderen Figur, was ich sehr interessant finde. Über diesen Roman werde ich berichten wenn ich ihn beendet habe.

Schon von „Mit Blick aufs Meer“, wofür sie den Pulitzer Preis erhielt, war ich sehr angetan. Auch dort erzählt sie viele Geschichten. Dieser Roman ist sogar eigentlich fast ein Band mit Erzählungen, nur dass alle von Bewohnern des Ortes Crosby handeln, und sich auf diese Weise immer wieder berühren. Ganz wunderbar!

Auch meine neue Begegnung mit Elizabeth Strout begeistert und berührt mich. Eine ausgesprochen lesenswerte Autorin!

Zu eurem Lesestoff hätte ich auch noch einiges zu sagen, aber das muss ich auf später vertagen.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2019... ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Mi 29. Mai 2019, 14:06

Hallo Petra,

ich finde die Autorin Elizabeth Strout auch sehr lesenswert! Ich finde, sie tritt da ganz in die Tradition der Erzählungen von Sarah Orne Jewett (1849-1909). Leise Geschichten mit tiefem Einblick in Menschen und Gemeinschaften. Schön, dein Vorhaben gleich nach Die Unvollkommenheit der Liebe“ im Anschluss “Alles ist möglich“ zu lesen.


Ich habe einen Roman von Pierre Lemaitre gelesen: Die Farben des Feuers
Der Roman spielt in den Jahren zwischen den Weltkriegen in Paris. Am Tag der Beerdigung des reichen Bankiers Péricourt, stürzt sich sein Enkel aus dem Fenster und ist querschnittsgelähmt. Madeleine Péricourt, Mutter und Erbin des Bankimperiums, widmet sich ihrem Sohn und wird von ihrem Prokuristen, ihrem Geliebten, ihrer Freundin betrogen und steht vor den Scherben ihres Lebens. Sie beginnt ein neues Leben in bürgerlichen Verhältnissen und plant einen Rachefeldzug. Ein toller Roman! Top!
Schöne Grüße
Maria



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Re: Leseerlebnisse 2019... ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Do 30. Mai 2019, 19:39

Hallo Maria,

da muss ich mir Sarah Orne Jewett doch gleich mal näher anschauen. Ich danke dir für den schönen Hinweis!

Du beschreibst schön, was die Geschichten ausmacht, die Elizabeth Strout in ihren Romanen erzählt. Heute morgen habe ich wieder etwas in "Alles ist möglich" gelesen. Es ist untrennbar mit "Die Unvollkommenheit der Liebe" verbunden, ich bin auch froh, dass ich beide gleich hintereinander lese, wo die Erinnerungen an die einzelnen Figuren noch so greifbar ist.

Welche Romane von Elizabeth Strout hast du gelesen? Welche haben dir am besten gefallen? Ich werde mir bei Gelegenheit bestimmt weitere von ihr kaufen, sie liegt mir sehr!

Umso mehr habe ich mich auch gefreut als ich gestern entdeckte, dass am 15.10.2019 "Olive again" im Original erscheint. Ich hoffe auf baldige Übersetzung dieses Wiedersehens mit Olive Kitteridge aus "Olive Kitteridge" (deutscher Titel "Mit Blick aufs Meer").

Ohne deinen begeisterten Bericht hätte ich Pierre Lemaitres Roman übersehen. Das scheint lohnenswert. Schön, dass du berichtet und Neugierde geweckt hast. Ich werde ihn mir bei Gelegenheit mal anschauen.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2019... ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Do 30. Mai 2019, 23:31

Hallo Petra,

ich las von Elizabeth Strout vor ein paar Jahren Bleib bei mir.
Der Roman spielt ebenfalls in einer Kleinstadt. Das ist ihre Spezialität! Ein Pastor verliert seine Frau und kommt in eine Sinnkrise, die Kleinstadtbewohner mit ihrem Klatsch tun das ihrige noch hinzu. Ich kann mich erinnern, dass es mich berührt hat.

Umso mehr habe ich mich auch gefreut als ich gestern entdeckte, dass am 15.10.2019 "Olive again" im Original erscheint. Ich hoffe auf baldige Übersetzung dieses Wiedersehens mit Olive Kitteridge aus "Olive Kitteridge" (deutscher Titel "Mit Blick aufs Meer").


Schöne Neuigkeit!
Ich hab „Mit Blick aufs Meer“ noch im SuB.
Schöne Grüße
Maria



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Re: Leseerlebnisse 2019... ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Sa 1. Jun 2019, 21:04

Ja, die Elizabeth Strout, die möchte ich ja auch noch weiter lesen. Beendet habe ich jetzt erst mal Die Wut und der Stolz von Oriana Fallaci.

Oriana Fallaci arbeitete gerade an einem Roman, als die Katastrophe am 11. September 2001 über Amerika hereinbrach. Sie wusste nicht, was tun:

"Wie mich nützlich machen, zu etwas gut sein. Und genau während ich mich fragte was-soll-ich-tun, was-soll-ich-tun, zeigte mir der Fernseher die Palästinenser, die im Freudentaumel das Blutbad bejubelten. Sieg, Sieg, schrien sie. Dann erzählte mir jemand, dass ihnen in Italien nicht wenig nacheiferten und höhnisch meinten recht-geschieht-es-ihnen-das-geschieht-den-Amerikanern-ganz-recht, und ich stürzte an die Schreibmaschine, so wie ein Soldat, der aus dem Schützengraben auftaucht und dem Feind entgegenstürmt. Ich widmete mich dem Einzigen, wovon ich wirklich etwas verstehe, dem, was ich konnte. Schreiben."

Es sollte eigentlich ein Zeitungsartikel werden, doch das Ergebnis ihrer Arbeit war dieses Buch: Die Wut und der Stolz.

"... und außerdem wähle ich sowieso seit sehr vielen Jahren niemanden mehr. Ein Confiteor, das ich mir voller Angst und Unbehagen auferlege, denn nicht zu wählen ist natürlich auch eine Stimme: eine legale und legitime Stimme, mit der man ausdrückt fahrt-alle-zur-Hölle. Aber es ist auch die traurigste, tragischste Art zu wählen, die es gibt. Die Stimme des Bürgers, der sich in niemandem wiedererkennt, der niemandem vertraut, der infolgedessen nicht weiß, von wem er sich vertreten lassen soll, und sich daher verlassen betrogen allein fühlt..."

Sie hat ihrer Wut wirklich freien Lauf gelassen, die Oriana Fallaci. Ohne Rücksicht auf sich selbst, ohne die Political Correctness zu beachten, hat sie ihre Wut über vor allem muslimische Verbrecher in die Welt hinausgeschrien. Und sie ist zu Gericht gegangen mit ihren eigenen Landsleuten und mit den Europäern.
Lesende Grüße, Anne

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Re: Leseerlebnisse 2019... ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Mo 3. Jun 2019, 10:03

JMaria hat geschrieben:Hallo Petra,

ich las von Elizabeth Strout vor ein paar Jahren Bleib bei mir.
Der Roman spielt ebenfalls in einer Kleinstadt. Das ist ihre Spezialität! Ein Pastor verliert seine Frau und kommt in eine Sinnkrise, die Kleinstadtbewohner mit ihrem Klatsch tun das ihrige noch hinzu. Ich kann mich erinnern, dass es mich berührt hat.

Umso mehr habe ich mich auch gefreut als ich gestern entdeckte, dass am 15.10.2019 "Olive again" im Original erscheint. Ich hoffe auf baldige Übersetzung dieses Wiedersehens mit Olive Kitteridge aus "Olive Kitteridge" (deutscher Titel "Mit Blick aufs Meer").


Schöne Neuigkeit!
Ich hab „Mit Blick aufs Meer“ noch im SuB.


Nicht wahr? Da habe ich mich auch gefreut, als ich las, dass es ein Wiedersehen mit Olive geben wird! :cheerleader:
"Mit Blick aufs Meer": Damit hast du noch etwas sehr schönes vor dir!
Die beiden Romane die ich jetzt gerade von ihr lese gefallen mir sogar fast noch besser. Ich bin sehr angetan!!!

"Bleib bei mir" hatte ich kürzlich noch mal in der Hand. Reizt mich auch. Dass es dich berührt hat, ist schön zu wissen. Sie kann das ungemein gut: berühren. :nicken_freudig:

Didonia hat geschrieben:Ja, die Elizabeth Strout, die möchte ich ja auch noch weiter lesen.


Welche kennst du von ihr? Welche möchtest du von ihr noch lesen?
Liebe Grüße,
Petra


Ich lese gerade: :lesen:
George Eliot - Middlemarch (HC)
Jetta Carleton - Wenn die Mondblumen blühen (ebook)


Ich höre gerade: :kopfhoerer:
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Re: Leseerlebnisse 2019... ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Mo 3. Jun 2019, 10:36

Moin miteinander,
Moin, liebe Petra,

ich habe Amy & Isabelle sehr gerne gelesen - eine tolle Mutter-Tochter-Beziehung. Das hatte ich mal dazu geschrieben:

Amy & Isabelle sind Mutter und Tochter. Sie leben in der Kleinstadt Shirley Falls, New England. Es ist ein drückend heißer Sommer, der von einem Skandal heimgesucht werden soll.
Isabelle, alleinerziehende Mutter, arbeitet als Sekretärin in einer Fabrik. Amy besucht die Schule, Stacy ist ihre Freundin. Mit der geht sie zum Rauchen in der Pause in den Wald. Eines Tages steht nicht mehr Miss Dayble vor der Klasse, sondern ein neuer Lehrer: Mr. Robertson. Und in den verliebt sich Amy. Als ob dies noch nicht genug wäre, wird in einer anderen Stadt ein kleines Mädchen entführt, Amy erhält zu Hause einen obszönen Anruf und ihre Freundin Stacy ist im siebten Monat schwanger.
Amy & Isabelle erleben eine schwierige Zeit. Ausgerechnet Isabelles Chef hat Amy und den Lehrer am Waldrand in einem Auto erwischt. Isabelle schneidet Amy in einem Wutanfall die schönen, lockigen blonden Haare ab und besucht den Lehrer, um ihn aufzufordern, die Stadt zu verlassen. Amy wartet vergebens auf einen Anruf von ihm und hat keinen guten Gedanken mehr für ihre Mutter.
Nicht nur können sie sich zu Hause kaum aus dem Weg gehen, nein, in diesem Sommer arbeitet Amy nun auch noch im Großraumbüro, wo ihre Mutter als Sekretärin arbeitet. Und dem Chef, der sie erwischt hatte, läuft sie so auch immer über den Weg.

So weit die Geschichte, wie ich sie Dir verrate, ohne zu viel zu sagen. Denn zu lesen, wie sie sich weiterentwickelt, macht einfach nur Spaß. Obwohl es schon ernste Themen sind, die die Frauen zu bewältigen haben. Ja, es ist ein Frauenbuch, ein Buch über Frauen, für Frauen - aber keines in der Art wie die sogenannten "Lit Chicks".
Elizabeth Strout schreibt einfach toll. Sie bleibt in ihrer Geschichte nicht an der Oberfläche. Sie zeigt nicht nur das Schöne, Glänzende, das man zumeist nach außen transportieren möchte. Nein, es werden ganz menschliche, auch eklige Dinge angesprochen - wo man am liebsten sagen möchte: Oh nein, so genau möchte ich das gar nicht wissen.
Alle Frauen haben ihre Probleme, sind sympathisch oder weniger sympathisch - aber sie entwickeln sich in der Geschichte - und das zu lesen, lege ich Dir ans Herz. Für mich war es definitiv nicht mein letztes Buch von Elizabeth Strout.


Im Regal stehen noch:
Mit Blick aufs Meer
Die Unvollkommenheit der Liebe
Alles ist möglich

Ich bin derzeit dermaßen zugemüllt mit Büchern, weil ich so viele DDR-Bücher gekauft habe. Deshalb lese ich jetzt eher planlos, so, wie sie mir in die Hände fallen.

Als Nächstes ist jetzt Der Mitternachtspalast von Carlos Ruiz Zafón dran. Von ihm kenne ich ja bisher nur die Bücher über den „Friedhof der vergessenen Bücher“ und bin schon sehr gespannt, ob mich ein anderes Buch auch so fasziniert.

Kommt gut in die Woche :wink_mit_muetze:
Lesende Grüße, Anne

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Re: Leseerlebnisse 2019... ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Mo 3. Jun 2019, 14:14

Dambin ich gespannt, wie dir Der Mitternachtspalast gefällt, Didonia. Ich kenne auch nur die Friedhof Bücher.

Ich habe Nabokovs Ada beendet. Näheres dazu im LitChatten. Wie immer schafft es Nabokov, so bildgewaltig und elegant zu erzählen, dass es eine Freude ist. Seltsamerweise finde ich seine Themen meist nicht so interessant, aber er setzt das immer so um, dass ich begeistert bin.

Begonnen habe ich mit Days without end von Sebastian Barry. Er erzählt aus der Sicht eines irischen Soldaten die Eroberung des Wilden Westens. Mir gefällt bisher ganz besonders die Erzählhaltung des etwas einfachen, positiven aber doch oft poetischen irischen Jungen, der es aus der bitteren Armut zu den Soldaten geschafft hat. Diesen Buchtipp verdanke ich shaftoe, der über Sebastian Barry im Herbst schon positiv berichtet hat. :breit_grins:
Gruss von Steffi

:lesen:
Vladimir Nabokov: Briefe an Véra

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Re: Leseerlebnisse 2019... ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Mo 3. Jun 2019, 14:26

steffi hat geschrieben:Ich habe Nabokovs Ada beendet. Näheres dazu im LitChatten. Wie immer schafft es Nabokov, so bildgewaltig und elegant zu erzählen, dass es eine Freude ist. Seltsamerweise finde ich seine Themen meist nicht so interessant, aber er setzt das immer so um, dass ich begeistert bin.


Wo ich gerade Nabokov lese. Ich verfolge seit einiger Zeit einen Booktober: Literatur ist alles. Betrieben wird der Blog von dem österreichischen Literaturwissenschaftler und Autor Markus Gasser. Er ist ein Nabokov-Fan und hat mindestens drei Filmchen hochgeladen. Auch seine private Bibliothek stellt er in einem Film vor - sehr beeindruckend, kann ich euch sagen. Auch ansonsten sind es tolle Bücher, die er vorstellt und was mich vor allem an ihm begeistert - seine absolute Leidenschaft für die Literatur.
Lesende Grüße, Anne

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