Tolstoi und sein Werk: Anna Karenina u.a.

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Re: Tolstoi und sein Werk: Anna Karenina u.a.

Beitragvon Petra » Fr 29. Apr 2011, 09:25

Hallo Maria und Steffi,

solltet Ihr die Langfassung von "Krieg und Frieden" mal gemeinsam lesen, so gebt bitte Laut. Ich kann nichts versprechen. Aber interessiert wäre ich schon. Müsste halt gerade passen, das entscheidet sich dann ja sowieso immer spontan.

Sehr interessant wäre das natürlich auch im Hinblick darauf, dass Du nun auch dann die Urfassung kennst, Maria.
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Re: Tolstoi und sein Werk: Anna Karenina u.a.

Beitragvon steffi » Fr 29. Apr 2011, 14:06

JMaria hat geschrieben:wenn du mitmachst *hehe* :mrgreen:


Oooch, meine Russen-Phase ist schon lange vorbei ... :lol:
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Re: Tolstoi und sein Werk: Anna Karenina u.a.

Beitragvon JMaria » So 1. Mai 2011, 09:51

Petra hat geschrieben:Hallo Maria und Steffi,

solltet Ihr die Langfassung von "Krieg und Frieden" mal gemeinsam lesen, so gebt bitte Laut. Ich kann nichts versprechen. Aber interessiert wäre ich schon. Müsste halt gerade passen, das entscheidet sich dann ja sowieso immer spontan.


Hallo Petra,

ich geb Bescheid, wenn es auch in diesem Jahr (wahrscheinlich) nicht mehr sein wird. Vielleicht kann man auch Steffi für russische Literatur wieder reanimieren :mrgreen:

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Re: Tolstoi und sein Werk: Anna Karenina u.a.

Beitragvon Petra » So 1. Mai 2011, 15:32

Hallo Maria,

prima! Und wenn es dies Jahr eher nichts mehr wird, passt mir das ganz gut, da ich von "Anna Karenina" lesen möchte in diesem Jahr.

Genau, vielleicht können wir Steffi für die russische Literatur reanimieren - schön gesagt! :mrgreen:
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Re: Tolstoi und sein Werk: Anna Karenina u.a.

Beitragvon Josie » Mi 8. Jun 2011, 11:12

Hallo zusammen,

ich habe nun „Anna Karenina“ beendet. Es hat, nachdem ich die erste Hälfte recht flott durch hatte, dann doch etwas gedauert. Zwischendurch benötigte ich immer wieder mal ein paar Tage oder auch mal 1 – 2 Wochen Lesepause, weil mir zum einen die gehobene Gesellschaft der damaligen Zeit mit all ihren gepflegten Problemen, ihren eintönigen Lebensgewohnheiten und vor allem in ihrer Oberflächlichkeit einfach zu viel wurde und ich Abstand brauchte und es hin und wieder auch zu Längen im Buch kam. Zum anderen wiederholten sich ab dem zweiten Drittel des Buches immer wieder die Beschreibungen der einzelnen Charaktere mit den gleichen Worten. Auch das Wort „Qualen“ und „qualvoll“ wurde manchmal auf einer Seite mehrmals erwähnt, immer und immer wieder über die ganzen 1.231 Seiten. Ich glaube, das Wort kann ich nie wieder hören ohne an“ Anna Karenina“ zu denken. Hinzu kamen noch grobe und reichhaltige Rechtschreib- und Grammatikfehler in der Übersetzung, die erst zum Ende hin wieder weniger wurden. Sowas verdirbt mir schnell die Lust am Lesen.

Dennoch...

Rein nüchtern und emotionslos betrachtet, ist die Rahmenhandlung von „Anna Karenina“ ja eine recht dünne und auch Anna Karenina selber tritt gar nicht so häufig in Erscheinung. So habe ich mich während des ganzen Buches und auch nach Beendigung des Romans gefragt und gewundert, wie Tolstoi es geschafft hat, die Handlung zu einem solch sprachgewaltigen Epos von über 1.200 Seiten in doch recht kleingedruckter Schrift auszuformulieren (oder sollte ich besser fabulieren sagen?) und den Leser auch noch bei der Stange zu halten. Das ist schon recht eindrucksvoll.

Und eben diese eindrucksvollen Detailbeschreibungen - lässt man die ein oder andere Länge mal außer Acht - machen das Buch aus und lassen es einen trotz der genannten Unzulänglichkeiten mit Zufriedenheit beenden. Ich bin fasziniert von der genauen Beobachtungsgabe Tolstois und noch mehr davon, diese Beobachtungen der äußeren Umstände und der inneren Gefühlswelten und die, oftmals tiefgründigen, Gedankengänge von Menschen auf derart feinfühlige, genaueste und verständliche Weise in Worte zu fassen. Das ist der pure Lesegenuss! :)

Anna selber, nun, ehrlich gesagt, blieb sie für mich recht blass und in großen Teilen des Romans recht unsympathisch, wenngleich ich ihre Depressionen und Handlungen schon nachvollziehen konnte. Allerdings waren die Übergänge zu Anna immer sehr „ruckartig“ und unsanft, so dass man nicht wirklich die Entwicklung mittels eines fließenden Überganges erkennen konnte wie dies bei den anderen Protagonisten der Fall war. Sie hatte einfach plötzlich wieder einen Schub in ihrer Entwicklung getan, ohne dass der Leser an dieser Entwicklung teilhaben konnte. Das hätte ich mir gerne anders gewünscht, gerade, weil das Buch nach ihr benannt ist; vielleicht war es aber auch die Absicht Tolstois und als Stilmittel eingesetzt...

Am besten haben mir Ljewin und sein Charakter sowie seine Gedanken gefallen und wie ich schon während des Lesens vermutete, bestätigte sich dies durch das Nachwort des Übersetzers, dass Tolstoi sich selbst in der Figur des Ljewin (auch der Name deutet auf den Vornamen Tolstois hin) in „Anna Karenina“ einbrachte. Dies geschah durch Ereignisse aus Tolstois eigenem Leben, wie z. B. das Brautwerben, aber in erster Linie mittels seines eigenen Charakters und seiner eigenen Gefühle und Gedanken, die er durch Ljewin beschreibt: Der Zweifler, der Hinterfragende ,der Grübler, der Wahrheitssuchende, die Frage nach dem Sinn und Zweck des Lebens und der Existenz Gottes und der richtigen Religion und allem voran ist er ein Mann des Volkes, obwohl er der Oberschicht angehört. Die meisten Passagen in dem Roman handeln von Ljewin, was mir persönlich sehr gut gefallen hat.

Im Nachhinein tut es mir leid, dass ich manche Gedankengänge, gerade die Ljewins und auch die von Annas Ehemann, oder manch sprachlich besonders ausgefeilte Stelle nicht markiert habe.

Insgesamt ist „Anna Karenina“ für mich nicht das Highlight, was ich erwartet hatte, aber die Sprachgewalt Tolstois hat es mir schon sehr angetan und somit ist „Anna Karenina“ sicherlich der passende Einstieg für weitere Werke von ihm.
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Re: Tolstoi und sein Werk: Anna Karenina u.a.

Beitragvon JMaria » Mi 8. Jun 2011, 13:53

Hallo Josie,

danke für deinen ausführlichen Bericht. Ich kenne das Hörbuch / Lesung und mir ist Lewin und Dolly auch mehr in Erinnerung geblieben als Anna.

mir gehts übrigens mit all seinen Werken so, wie du es hier beschreibst:

Josie hat geschrieben:Insgesamt ist „Anna Karenina“ für mich nicht das Highlight, was ich erwartet hatte, aber die Sprachgewalt Tolstois hat es mir schon sehr angetan und somit ist „Anna Karenina“ sicherlich der passende Einstieg für weitere Werke von ihm.



Tolstois Sprachgewalt (schöner Ausdruck) ist es , der mich immer wieder mal auf seine Bücher zurückgreifen lässt. Die Figuren verblassen im nachhinein, aber seine Sprache nie.

Am großartigsten fand ich den Iwan Iljitsch in "Der Tod des Iwan Iljitsch".

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Re: Tolstoi und sein Werk: Anna Karenina u.a.

Beitragvon Josie » So 12. Jun 2011, 22:08

Liebe Maria,

nun ist es ein paar Tage her, dass ich Anna Karenina beendet habe und wenn ich den Roman nochmals reflektiere, ist es so, wie du beschrieben hast. Die Figuren (bis auf die Ljewins) und die Handlung an sich verblassen in der Tat, aber irgendwie nimmt der Roman immer noch unwahrscheinlich viel Raum bei mir ein, was alleinig Tolstois Gedanken und Worten zu verdanken ist. Heute habe ich nochmals im Buch gestöbert, einfach nur, um die fantastische Schreibweise nochmals auf mich wirken zu lassen.

"Der Tod des Iwan Iljitsch" interessiert mich ebenfalls sehr, wobei ich noch am Schwanken bin, ob ich nicht als nächstes Werk "Die Kreutzersonate" lesen soll. Was meinst du? Du kennst ja beide Werke und "Die Kreutzersonate" hat bei dem ein oder anderen die Begeisterung für Tolstoi doch erheblich gedämpft.

Nichtsdestotrotz, ich denke, im Herbst oder Winter werde ich mich auf jeden Fall wieder Tolstoi widmen.
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Re: Tolstoi und sein Werk: Anna Karenina u.a.

Beitragvon JMaria » Mo 13. Jun 2011, 09:17

Josie hat geschrieben:
"Der Tod des Iwan Iljitsch" interessiert mich ebenfalls sehr, wobei ich noch am Schwanken bin, ob ich nicht als nächstes Werk "Die Kreutzersonate" lesen soll. Was meinst du? Du kennst ja beide Werke und "Die Kreutzersonate" hat bei dem ein oder anderen die Begeisterung für Tolstoi doch erheblich gedämpft.



Hallo Josie,

da "Der Tod des Iwan Iljitsch" mMn sein bestes Kurzwerk ist, würde ich dir dazu raten :-)

Einen Russen im Herbst/Winter zu lesen ist nicht verkehrt. Ich hoffe, bei mir klappt es wieder mal mit Dostojewski.

Liebe Grüße
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Re: Tolstoi und sein Werk: Anna Karenina u.a.

Beitragvon Petra » Mo 23. Jan 2012, 11:16

Hallo zusammen,

ich habe mich gestern dazu entschlossen, mit "Anna Karenina" zu beginnen. Ich habe die Hanser-Ausgabe. Den Anmerkungen zu der Übersetzung ist zu entnehmen, dass dies die erste Übersetzung ist, die dem Original folgt, welches für diese Neuüberstzung gründlich durchgesehen wurde. Erstmalig liegt in der deutschen Sprache somit der dem Original entsprechende Text vor. Abschreibfehler und Auslassungen, die in den russischen Ausgaben lange mitgeschleppt wurden, werden somit erstmalig nicht übertragen, sondern Rosemarie Tietze bezieht sich mit ihrer Übersetzung auf das Original.

Sehr gefällt mir, dass es zur Übersetzung eine Menge Anmerkungen gibt, die weiteren Aufschluss geben.

Die Ausstattung des Buches ist natürlich auch wunderschön! Mir gefällt auch sehr, dass sie trotz dem Umfangs (1.284 Seiten) doch relativ leicht und handlich ist. Und trotz des Dünndruck-Papiers ist die Schrift gut leserlich. Die Rückseiten scheinen kaum durch. Für mich aus aus dieser Hinsicht die ideale Ausgabe. Und das Cover gefällt mir so gut. Allerdings mochte ich es erst auf den zweiten Blick.

Zum Buch - meine ersten Eindrücke:

Ich befinde mich auf Seite 50, und konnte mich gestern Abend kaum von dem Buch lösen. Tolstoi nimmt den Leser direkt gefangen. Dichte Bilder, eine intensive Atmosphäre, und interessante Figuren und Probleme, die sie beschäftigen. Man bekommt schon einen ersten Eindruck davon, wie gefangen so mancher in seiner Ehe war. Oblonski liebt seine Frau nicht mehr, und sucht die Erfüllung seiner Bedürfnisse außerhalb seiner Ehe. Seine Frau liebt ihn sehr, und leidet unter der Situation sehr. Und Lewin schmachtet Kitty an, und hat die Absicht um ihre Hand anzuhalten, ist jedoch voller Zweifel, ob sie ihn annehmen wird.

Ich bin mittendrin, und fiebere gerade mit Lewin, der Kitty beim Schlittschuhlaufen aufsucht. Sie scheint mir nicht abgeneigt. Aber so einfach wird Tolstoi es Lewin sicher nicht machen.

Und am heutigen Tage soll auch Oblonskis Schwester Anna noch anreisen. Bald wird Anna Karenina also ihren ersten großen Auftritt haben. Ich bin schon ganz aufgeregt!
Liebe Grüße,
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Re: Tolstoi und sein Werk: Anna Karenina u.a.

Beitragvon Didonia » Mo 23. Jan 2012, 11:45

Moin, liebe Petra,

Anna Karenina ist auch wieder ein Klassiker, den ich schon als junges Mädchen in einer Schwarz-Weiß-Verfilmung mit Greta Garbo gesehen habe. Damals war das für mich einfach nur ein Liebesfilm. Von dem Wort "Klassiker" noch weit entfernt für mich.

Ich wünsche Dir viel Lesevergnügen und Durchhaltevermögen bei diesem Wälzer :mrgreen:
Lesende Grüße, Anne

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