Leserunde: Beaty Maly - Tod am Semmering

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Leserunde: Beaty Maly - Tod am Semmering

Beitragvon Trixie » Mi 9. Jan 2019, 15:40

Es ist Januar und genau dann, im Jahr 1922, handelt der Krimi Tod am Semmering. Wir fallen also literarisch ein in das Nobelhotel Panhans im winterlichen Kurort in Niederösterreich...
Ich lese gerade:
Agatha Christie: The Complete Quin and Satterthwaite

Viel lesen und nicht durchschauen ist viel essen und nicht verdauen.

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Re: Leserunde: Beaty Maly - Tod am Semmering

Beitragvon JMaria » Mi 9. Jan 2019, 16:05

Hallo Trixie,

ich freu mich !
Das Cover in Jugendstil ist sehr passend, denn es spielt ja auch in dieser Zeit.

Hier geht es zur Webseite der Autorin
http://www.beatemaly.at/buecher.html
Schöne Grüße
Maria

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Re: Leserunde: Beaty Maly - Tod am Semmering

Beitragvon Trixie » Fr 11. Jan 2019, 15:09

Hallo,

ich habe das erste Kapitel ausgelesen, in dem bereits recht viel passiert: Nicht nur lernen wir die beiden Hauptfiguren kennen und ziemlich viel über ihre persönlichen Hintergründe, auch die Fahrt nach Semmering und zum Hotel Panhans wird erzählt, sowie erste Eindrücke von diesem Traditionshaus.

Ich fand die Zugreise und die Fahrt durch das Schneetreiben und die winterliche Gegend atmosphärisch schön dargestellt. Auf das Hotel Panhans hat es mich natürlich besonders neugierig gemacht, und unterm Wikipedia-Eintrag fand ich unter anderen auch dieses Foto, das ich für die Romanhandlung schon mal sehr passend finde: Hotel Panhans.

So sehr mich diese offenbar sorgfältig recherchierten Beschreibungen von Kleidung, Geschehnissen, Orten und Einrichtungen der Zeit faszinierten, haben mich einige andere Dinge -vielleicht Kleinigkeiten- etwas ins Grübeln gebracht, und zwar hauptsächlich Denk- und Verhaltensweisen der Figuren, von denen man eigentlich auf das Weltbild, auf Moral- und Wertevorstellungen der Menschen damals schließen können sollte. Da erscheint mir einiges doch hinterfragenswert: Ein bis dahin doch sehr konservativ dargestellter Anton Böck, zum Beispiel, findet nichts Störendes an dem Vorschlag, mit einer nicht mit ihm verheirateten Frau ein gemeinsames Zimmer zu beziehen. Noch erstaunlicher, daß dieser Vorschlag vom Rezeptionisten des Panhans selbst kommt. Mag sein, daß man nach den Erfahrungen in diesem Beruf einer gewissen Frivolität leger gegenübersteht (juristisch war das vermutlich sogar ohnehin weniger ein Problem, wenn ich da Ähnlichkeiten mit den deutschen Gesetzen der Zeit zur Kuppelei annehme), aber von Anton und Ernestine, immerhin zwei Menschen in mittlerem bis fortgeschrittenem Alter im Jahr 1922, hätte ich als erste Reaktion zumindest ein kleines Zögern zu diesem Arrangement erwartet.

Andere Einstellungen sind dann wieder leichter nachvollziehbar: Anton Böcks Fernbleiben von Gottesdiensten nach seinen Erfahrungen im Krieg, zum Beispiel. Oder Zuckerbergs Haltung zu sozialistischen Ideen, zum Krieg - natürlich nicht gar so schlecht, da er während diesem einen schönen unternehmerischen Gewinn gemacht hat...

Alles schon mal eine sehr interessante Konstellation. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Gruß,
Trixie
Zuletzt geändert von Trixie am Sa 12. Jan 2019, 20:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Leserunde: Beaty Maly - Tod am Semmering

Beitragvon JMaria » Fr 11. Jan 2019, 19:14

Hallo Trixie,

Ich habe Prolog und 1. Kapitel gelesen.
der Prolog war heftig. Das hatte ich jetzt nicht erwartet. Nun frag ich mich natürlich gespannt, wie das wohl zusammen hängt. Das Isonzotal muss wunderschön sein, doch die dunkle Seite zeigte sich im 1. WK mit insgesamt 12 Gefechte mit vielen Toten. Da kann man sich vorstellen, dass Tellerminen herumliegen.

Die Zugfahrt ins Hotel Panhans am Semmering fand ich atmosphärisch gelungen. Besonders gut gefiel mir wieviel man in diesem Kapitel über die Gegend, die Personen, das Hotel bereits erfährt. Das hat die Autorin gekonnt eingeflochten.

Das Foto vom Panhans ist ja super schön! Danke für den Link, Trixie. So kann man sich das nochmals besser vorstellen.

Ich fand ein Plakat vom Panhans aus den 20er Jahre
https://www.vitalis-verlag.com/themen/k ... semmering/

Die 20er Jahre waren ja der Weg ins Moderne. Nichts war mehr nach dem Großen Krieg wie es war, man spricht auch von Kulturschock, eine gesamte Generation war in ihren Grundfesten erschüttert. Leben und Genießen, und vielleicht auch nicht viel Nachfragen, war die Parole!

Ich könnte mir vorstellen, dass auch am Semmering nicht viel nachgefragt und gewundert wurde. Und Ernestine hat ja nochmals nachgehakt und auf getrennte Zimmer bestanden.

die Tanzbegeisterung war durchaus ein Phänomen der 20er Jahre. Tango ist ja ein sinnlicher Tanz und ich freu mich schon darauf, dass die beiden das Tanzbein schwingen.

Hier ist eine informative Seite über die 20er Jahre.
http://www.artdeco-boulevard.de/de/feui ... iger-jahre

Die Einstreuung von Otto Göckel, ein sozialdemokratischer Politiker und Schulreformer, oder Sigmund Freud und das vorhandene Unterbewußtsein, Arbeiterbewegung, alles wird nebenbei eingestreut. Vielleicht doch ein bißchen viel für ein Kapitel, wenn ich es jetzt betrachte, aber während des Lesens kam es mir nicht so vor.

Übrigens verbrachten Schnitzler, Musil, Heimito von Doderer u.a. gern dort ihre Sommerfrische.
Und sie verewigten die Gegend auch in ihren Werken. Da bekomm ich direkt Lust mal wieder Doderer zu lesen.

Ernestine und Anton sind sympathisch und ergänzen sich charakterlich gut.
Ich freu mich auf weitere Verwicklungen. Ich überlege ja, ob das Geschwisterpaar wirklich Bruder und Schwester sind.
Schöne Grüße
Maria

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Re: Leserunde: Beaty Maly - Tod am Semmering

Beitragvon Trixie » Sa 12. Jan 2019, 15:09

Hallo Maria,

JMaria hat geschrieben:der Prolog war heftig. Das hatte ich jetzt nicht erwartet. Nun frag ich mich natürlich gespannt, wie das wohl zusammen hängt. Das Isonzotal muss wunderschön sein, doch die dunkle Seite zeigte sich im 1. WK mit insgesamt 12 Gefechte mit vielen Toten. Da kann man sich vorstellen, dass Tellerminen herumliegen.


Den Prolog fand ich auch heftig, als Leser ist man wie vor den Kopf gestoßen. Und dann der sofortige Wechsel nach Wien, fünf Jahre später... Erstaunlich, daß man dann aber auch sofort in eine ganz andere Atmosphäre übergeht.

JMaria hat geschrieben:Die Zugfahrt ins Hotel Panhans am Semmering fand ich atmosphärisch gelungen. Besonders gut gefiel mir wieviel man in diesem Kapitel über die Gegend, die Personen, das Hotel bereits erfährt. Das hat die Autorin gekonnt eingeflochten.

Das Foto vom Panhans ist ja super schön! Danke für den Link, Trixie. So kann man sich das nochmals besser vorstellen.

Ich fand ein Plakat vom Panhans aus den 20er Jahre
https://www.vitalis-verlag.com/themen/k ... semmering/


Sowas finde ich auch schön - ich kann mich sehr für diese nostalgischen Dinge begeistern wie Plakate von Reisezielen oder Reiseagenturen und so weiter. Sie geben viel Aufschluss darüber, was man damals genau von diesem Ort oder genau dieser Form der Reise erwartet hat oder erwarten konnte.

JMaria hat geschrieben:Die 20er Jahre waren ja der Weg ins Moderne. Nichts war mehr nach dem Großen Krieg wie es war, man spricht auch von Kulturschock, eine gesamte Generation war in ihren Grundfesten erschüttert. Leben und Genießen, und vielleicht auch nicht viel Nachfragen, war die Parole!


Stimmt, der Erste Weltkrieg war für die Menschen der Zeit ein kollektiver Schock ohne Gleichen und das Trauma hat jeder auf seine eigene Art zu bewältigen versucht, die häufigste Reaktion war vermutlich wohl, sein zerbrechliches Leben so weit wie möglich zu genießen, bevor es vorbei ist: Neue Musik, Kunstrichtungen, Philosophien, eine Kleidermode, die viel von den Zwängen früherer Zeiten abwarf... Vorwärts, nur nicht nach hinten sehen!

JMaria hat geschrieben:Die Einstreuung von Otto Göckel, ein sozialdemokratischer Politiker und Schulreformer, oder Sigmund Freud und das vorhandene Unterbewußtsein, Arbeiterbewegung, alles wird nebenbei eingestreut. Vielleicht doch ein bißchen viel für ein Kapitel, wenn ich es jetzt betrachte, aber während des Lesens kam es mir nicht so vor.


So empfinde ich es auch - unglaublich viel in ein erstes Kapitel gepackt, aber beim Lesen fiel es nicht auf.


JMaria hat geschrieben:Übrigens verbrachten Schnitzler, Musil, Heimito von Doderer u.a. gern dort ihre Sommerfrische.
Und sie verewigten die Gegend auch in ihren Werken. Da bekomm ich direkt Lust mal wieder Doderer zu lesen.


Immer faszinierend, wer sich gern und häufig an welchen Orten und Etablissements aufhielt! Ich kann deine Begeisterung für das Hotel als Literaturkulisse absolut nachvollziehen.

JMaria hat geschrieben:Ernestine und Anton sind sympathisch und ergänzen sich charakterlich gut.
Ich freu mich auf weitere Verwicklungen. Ich überlege ja, ob das Geschwisterpaar wirklich Bruder und Schwester sind.


Witzig - aus irgeneinem Grund habe ich mich genau das ebenfalls gefragt, als sie sich vorstellten...

Gruß,
Trixie
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Re: Leserunde: Beaty Maly - Tod am Semmering

Beitragvon JMaria » Sa 12. Jan 2019, 20:12

Hallo Trixie,

im Speisezimmer werden die Personen nochmals neu geordnet. Auch hier zuerst Verwirrung wegen den Plätzen bis hin zur strickten Verweigerung am Tisch von Generaloberst Johann Hermann von Rauch zu sitzen. Später werden einige Personen den Generaloberst auf dem Zimmer besuchen, was natürlich Ernestine und Anton mitbekommen, denn wie bemerkt Ernestine.... Neugier hat noch nie jemandem geschadet. Sie ist der Motor der Wissenschaft...;-)

Wie kommst du mit dem Dialekt des Personals klar? Am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber im Grunde kein Problem zu lesen.

Bist du in Versuchung die Mahlzeiten nachzukochen? Ich kann mich erinnern, dass du das schon mal gemacht hast, bei einer anderen Romanserie :kichern:

Liest sich ja schon sehr lecker:

Vorspeise: Eine cremige Pastete aus Petersilienwurzeln und Sauerrahm mit knusprigen Stangen aus feinstem Blätterteig.
Als nächstes eine Knoblauchschaumsuppe.
Hauptspeise: Lammrücken in Speckmantel mit Fisolen und gerösteten Buttererdäpfeln. (Fisolen sind Gartenbohnen)
Nachspeise: Vanillecreme mit Veilchensirup,

Also mir würde das auch schmecken :hunger:



Neue Musik, Kunstrichtungen, Philosophien, eine Kleidermode, die viel von den Zwängen früherer Zeiten abwarf... Vorwärts, nur nicht nach hinten sehen!



Genau! Eigentlich eine aufregende Zeit, voller Hoffnung und Neuorientierung. Aber für ältere Personen, die dem alten System, besonders den Monarchien nachtrauern, vieles nicht mehr verständlich.

Ich komme zum 4. Kapitel.
Schöne Grüße
Maria

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Re: Leserunde: Beaty Maly - Tod am Semmering

Beitragvon Trixie » Sa 12. Jan 2019, 20:33

JMaria hat geschrieben:Wie kommst du mit dem Dialekt des Personals klar? Am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber im Grunde kein Problem zu lesen.


Damit habe ich kein Problem, ich verstehe schließlich sogar Hans Moser in all seinen Filmen... :breit_grins:

JMaria hat geschrieben:Bist du in Versuchung die Mahlzeiten nachzukochen? Ich kann mich erinnern, dass du das schon mal gemacht hast, bei einer anderen Romanserie :kichern:


Ja, manchmal lockt mich sowas. Die Vorspeise klingt gut, ich liebe Petersilienwurzel! Aber beim aktuellen Buch warte ich erstmal ab, was sonst noch im Laufe der Handlung kredenzt wird. Vielleicht kenne ich schon etwas aus der k-und-k-Küche von daheim...?
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Re: Leserunde: Beaty Maly - Tod am Semmering

Beitragvon Trixie » So 13. Jan 2019, 19:43

Nun ist das Abendessen und die erste Tangolektion vorbei, und es kommen zwei Wesenszüge von Ernestine sehr deutlich zum Vorschein: zum einen ihre tänzerische Unbegabung, derer sich jeder nach ein paar Takten mit ihr bewußt wird - außer sie selbst :kichern: . Zum anderen ihre ungeheure Neugier, die ihr in anderen Büchern oder Theaterstücken schnell den Stempel einer alten Schnüfflerin eingebracht hätten. Aber beide Charakteristika werden von Maly in einer Weise geschildert, die sie doch recht charmant erscheinen läßt, und man schmunzelt beim Lesen eher als das man sich über sie ärgert.

Der Besuch von Ernestine und Anton in der Küche ist ebenfalls aufschlußreich, nicht nur für die Figuren und in Bezug auf Kulinarisches, sondern auch für den Verlauf der Handlung. Interessant, daß dem Personal ziemlich klar ist, wohin die "Spenden" vermutlich wohl wandern.

Und nach dem Verhalten von von Rauch kann ich mir schon denken, wer wohl das Opfer in diesem Krimi sein wird (zumindest könnte ich es nachvollziehen)...

Ich bin jetzt im 5. Kapitel.
Zuletzt geändert von Trixie am Di 15. Jan 2019, 18:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Leserunde: Beaty Maly - Tod am Semmering

Beitragvon Trixie » Di 15. Jan 2019, 16:04

Hallo Maria,

ich bin jetzt gut in die Geschichte eingetaucht und habe vergangene Nacht Kapitel 9 ausgelesen. Es wird spannend und die Atmosphäre entwickelt sich mehr und mehr zu der eines klassischen Krimis: eingeschneit, der Sturm heult um das abgelegene Hotel, das zum großen Teil leersteht, es gibt nur eine überschaubare Zahl an Gästen und Personal (apropos Personal: Ich denke, man kann wirklich die meiste Belegschaft reduzieren für so eine Wochenendveranstaltung, aber manche Posten sind doch eher unersetzlich. Woran ich denke, ist: Wer bedient eigentlich den so oft erwähnten Fahrstuhl...?)

Der Mord ist natürlich auch schon passiert, und wie zu erwarten war, hat es Generaloberst von Rauch getroffen (klingt ein wenig nach Cluedo :kichern: ). Ernestine ist jetzt voll in Fahrt, unglaublich energisch. Und selbst Anton läßt sich langsam von dem Fall einnehmen.

Ob es wohl noch was wird mit den Tangolektionen? Frau Schwarz möchte sie ja auf Teufel komm raus durchsetzen, das wirkt geradezu pietätlos, selbst wenn man für den Dahingeschiedenen zeitlebens nicht viel Sympathie aufbringen konnte.

Franziska Schöller hatte offenbar tatsächlich für ein Tango-Wochenende Strickzeug eingepackt. Wollte sie für alle Fälle gewappnet sein oder ist Stricken für die ehemalige Kriegskrankenschwester ein Mittel der Entspannung, frage ich mich. Jedenfalls hätte ich, so wie sie bisher beschrieben wurde, bei ihr eher keine Handarbeiten als Freizeitbeschäftigung erwartet.

Alles in allem erwärme ich mich mit jedem Kapitel mehr für die Geschichte und bin gespannt, was Ernestine und Anton bei ihren Ermittlungen als nächstes herausfinden.

Gruß,
Trixie
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Re: Leserunde: Beaty Maly - Tod am Semmering

Beitragvon JMaria » Mi 16. Jan 2019, 20:42

Hallo Trixie,

ich fand die Tanzszene auch amüsant :breit_grins:
Anton meint sogar er könnte tatsächlich gefallen am Tango finden.

Trixie hat geschrieben:Es wird spannend und die Atmosphäre entwickelt sich mehr und mehr zu der eines klassischen Krimis: eingeschneit, der Sturm heult um das abgelegene Hotel, das zum großen Teil leersteht, es gibt nur eine überschaubare Zahl an Gästen und Personal (apropos Personal: Ich denke, man kann wirklich die meiste Belegschaft reduzieren für so eine Wochenendveranstaltung, aber manche Posten sind doch eher unersetzlich. Woran ich denke, ist: Wer bedient eigentlich den so oft erwähnten Fahrstuhl...?)




Ja, das hat was: heimliches nächtliches Treiben auf den Stockwerken und draußen das Schneetreiben! Ernestine hinterher :kichern:

Wer bedient den Lift? Gute Frage!
Es herrscht Personalmangel, jedoch bleibt die Frage ob man damals einen Fahrstuhl selbst bedienen konnte?

Als Ernestine ihr Schaumbad nahm, kam mir der Gedanke, dass das Rohrsystem damals sicher recht laut war, und rechnete damit dass Anton im Nebenzimmer aufwacht.


Franziska Schöller hatte offenbar tatsächlich für ein Tango-Wochenende Strickzeug eingepackt. Wollte sie für alle Fälle gewappnet sein oder ist Stricken für die ehemalige Kriegskrankenschwester ein Mittel der Entspannung, frage ich mich. Jedenfalls hätte ich, so wie sie bisher beschrieben wurde, bei ihr eher keine Handarbeiten als Freizeitbeschäftigung erwartet.



Franziskas Stricken und Ernestines Kleine grauen Zellen (Kapitel 7) fand ich zu sehr an Agatha Christie angelehnt, wobei ich jetzt nicht kleinlich sein möchte, denn mir gefallen die Figuren und die Atmosphäre sehr gut. Ich finds richtig spannend, denn es tun sich Räume auf, da jeder so sein Geheimnis hat.

Im Kapitel 5 wird dann zum ersten Mal nach dem Prolog wieder das schicksalhafte Tal des Isonzo erwähnt, dort wurde Giftgas eingesetzt. Dr. Schöller (und vielleicht auch Franziska) waren an der Südfront.

Ich frag mich wer wohl das Gift gemischt hat? Ist ja wirklich eine todsichere Mischung: Arsen und Schierling!

Ich komme zum 10. Kapitel.
Schöne Grüße
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