Gustave Flaubert: L'éducation sentimentale

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Re: Gustave Flaubert: L'éducation sentimentale

Beitragvon steffi » Mi 3. Mär 2021, 14:36

Es geht spannend weiter. Frederic schwankt nun zwischen zwei Liebschaften, keine von beiden erreicht aber sein Herz. Denn Mme Arnoux ist immer noch in idealisierter Weise in seinen Gedanken. So kommen ihm keine Gedanken um die Zukunft und er genießt den Augenblick. Sehr egozentrisch interessiert er sich auch nicht um die politischen Ereignisse. Gegen Ende des 4. Kapitels wird nun doch wieder Geld das Problem. Man sollte ja meinen, er habe genug bzw. er könne mit seinem Erbe gut leben, aber wenn man leichtfertig damit umgeht ...
Leider kann auch der Tod des Kindes Frederic nicht aufrütteln. Alles wird idealisiert oder einfach nicht beachtet. Trotzdem fand ichm dass das Kapitel richtig Fahrt aufgenommen hat.

Ich komme zum 5.Kapitel.
Gruss von Steffi

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Re: Gustave Flaubert: L'éducation sentimentale

Beitragvon JMaria » Mi 3. Mär 2021, 16:55

Trotzdem fand ich, dass das Kapitel richtig Fahrt aufgenommen hat.


Das dachte ich auch. Hat richtig Spaß gemacht zu lesen.

Auch wie schurkisch sich Frederic benahm. Ihm hat das Doppelleben (Rosanette und die Dambreuse, wie heißt sie eigentlich mit Vornamen :am_kopf_kratz: ) regelrecht einen Kick gegeben.

Bald begannen ihn diese Lügen zu unterhalten...

Spannend fand ich auch die Dynamik einer Revolution, besonders die Enttäuschung danach....

die einen verlangten nach dem Kaiserreich, andere nach den Orleans..., aber alle waren sich über die Dringlichkeit der Dezentrialisierung einig...


Interessant fand ich, wie Frederic die Mutterschaft von Rosanette im Gegensatz zu Marie Arnoux aufnahm.

Wie du schreibst, bei Marie hat er die Mutterschaft (besonders nach dem zweiten Kind) idealisiert. Bei Rosanette das Gegenteil und das obwohl sie sein Kind bekam. Sie tat mir dann doch leid beim Tod des Kleinen.

Und wenigstens wissen nun Louise und seine Mutter durch Deslauriers Bescheid ! Louise ist außer sich und seine Mutter hofft tatsächlich auf eine Hochzeit mit Madame Dambreuse.

Deslauriers und Frederic. Ihr Verhältnis ist trotz aller Eifersüchtelei und Neid sehr beständig. Eigentlich die aufrichtigste Freundschaft im ganzen Roman.

Ich komme auch zum 5. Kapitel.

Schöne Grüße
Maria

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Re: Gustave Flaubert: L'éducation sentimentale

Beitragvon JMaria » Sa 6. Mär 2021, 12:44

Hallo Steffi,

Ich habe das Buch nun beendet. Das Tempo wird am Ende beibehalten. Deslauriers Rache war echt gelungen. Das letzte Kapitel allerdings, das als Rückblick zweier älterer Herren konzipiert ist, die nun Frederic und Deslaurier sind, fand ich abrupt. Was blieb war eigentlich ein mittelmäßiges Leben, von Ereignissen und Gefühlen getrieben. Eigentlich müssten die Beiden enttäuscht sein, doch sie fanden es dann doch ganz gut.

So blieb auch bei mir eine gewisse Enttäuschung am Ende zurück, obwohl mir das Buch gefallen hat, hauptsächlich weil es voller Leben steckt.

Auf der anderen Seite, wie lebt man am besten, wenn in der Gesellschaft durch Revolution ein Vakuum entsteht, denn das alte ist noch nicht vollständig vergangen, aber was neues ist auch noch nicht voll entwickelt?

„Erziehung des Herzens“ bleibt hinter „Madame Bovary“ und „Salammbo“ zurück, aber trotzdem fand ich es aufschlussreich und spannend.

Unsere Leserunde hat mir viel Freude gemacht.

Schöne Grüße
Maria

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Re: Gustave Flaubert: L'éducation sentimentale

Beitragvon steffi » Sa 6. Mär 2021, 19:39

Hallo JMaria,

ich habe es nun auch beendet. Genau wie du fand ich das letzte Kapitel etwas unbefriedigend, aber insgesamt doch ein schönes Leseerlebnis. Flaubert hat schon seinen ganz eigenen Stil und kann wunderbare Szenen erschaffen ! Das hat mir sehr gefallen. Zwar fand ich die Sicht auf die verschiedenen Gesellschaftsschichten interessant und auch sehr lebendig und die Verbindung mit der Politik auch sehr gelungen. Trotzdem haben mich die kleinen Dinge nebenher oft mehr mitgerissen als Frederics Werdegang.

Danke für die schöne Leserunde !
Gruss von Steffi

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