Die Jesuiterkirche in G.Wieder begegnet uns ein erklärender Einschub in die Erzählung, diesmal geschrieben von einem jungen Studenten im Jesuiter Collegia.
Der reisende Enthusiast ( = ein erzählerisches Ich und eine Kunstfigur in E. T. A. Hoffmanns Werken, insbesondere in den Fantasiestücken in Callots Manier) bekommt es von diesem Professor zu lesen. Darin erleben wir die Vorgeschichte Bertholds. Es thematisiert den Künstler als Außenseiter und wie fragil diese Existenz ist zwischen einer idealistischen Kunstwelt und der Wirklichkeit. Bezeichnend ist, wie Berthold verschwindet, man möchte eher sagen entschwindet als er seine Aufgabe erledigt hatte. Auch wenn man vermuten könnte, dass Selbstmord im Spiel ist, sehe ich auch einen religiösen Aspekt. Die Kunst glorifiziert als Religion(?)
Die einzige dunkle Stimmung fand ich in seiner Furcht vor der Natur, weil er sie nur leblos darstellen konnte und sich von ihr nun bedroht fühlte. Seine Zerrissenheit als Künstler hat auch was dunkles. Aber du hast recht, die Erzählung kommt leichter daher als die Vorgänger.
Interessant die Rangordnung unter den Malstilen: Historienmaler, Landschaftmaler, Wandmaler.
Nochmals zur Religion:
Interessant fand ich dass der Erzähler den gotischen Stil dem italienischen Stil (Barock nehme ich an) vorzieht.
Heiliger Ernst versus Pracht.
Für die Romantiker galt Gotik als der Inbegriff des christlich-deutschen Geistes. Die Bauweise strebt in die Höhe und verbindet den Menschen mit dem Transzendenten.
Die Antike/Barock wird als kalt und weltlich empfunden.
Mir hat die Erzählung sehr gut gefallen.
Hier noch ein Link:
https://www.planet-wissen.de/kultur/lit ... index.htmlEdit:
Auch den Landschaftsmaler Hackert gab es (1737-1807)
Goethe lernte ihn 1787 auf seiner Italienreise kennen und hat über den Maler eine biographische Skizze erstellt, deren sich Hoffmann u.a. bediente.