Leserunde: Heimito von Doderer - Der Grenzwald

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Re: Leserunde: Heimito von Doderer - Der Grenzwald

Beitragvon JMaria » Mi 27. Mär 2013, 21:00

Hallo Steffi

ein sehr guter Gedanke. Verbrechen aus der Passivität heraus. Und der Erzähler des Grenzwald lässt Zienhammer noch eine glaubhafte Richtigkeit erzählen, so daß Alfons Halfon nicht weiß was er glauben soll. Auch der Leser wird eingelullt.

In den Tagebuchaufzeichnungen nennt Doderer Zienhammer ein "fatologisches Nichts". Ich weiß nur nicht so recht was das bedeutet.


Ich denke, dass er zu den Menschen gehört, die nicht in der Lage sind, sich bewusst für eine Sache zu entscheiden. Er versucht, das für ihn angenehmste, vorteilhafte zu machen. Er denkt nicht an das, was dahintersteht. Stellvertretend auch wpmöglich für die vielen Mitläufer im 2. Weltkrieg. Für mich erinnert das vielleicht auch ein bißchen an Doderer selbst, der ja auch wohl ohne groß darüber nachzudenken in die NSDAP eingetreten ist, später hat er dies ja bereut, vielleicht auch ein Anstoß, dass er sich lebenslang in seinen Romanen mit der Apperzeption beschäftigt hat.



Ja, deswegen auch sein Buch Tangenten , ein Konvolut seiner Tagebücher von 1940-1950. es handelte sich bei diesen Texten um zentrale Gedanken von der 'ersten' und 'zweiten' Wirklichkeit bis zur Bekehrung zur Sprache, was deutlich machen sollte, wie grundlegend seine Abwendung von den Nazis gewesen sei... lt. Wolfgang Fleischers Biographie (S. 464)
Schöne Grüße
Maria

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