Leserunde: Thomas Hettche - Pfaueninsel

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Leserunde: Thomas Hettche - Pfaueninsel

Beitragvon JMaria » Fr 10. Okt 2014, 10:57

Hallo zusammen,

@yvonne, steffi
wollen wir am Wochenende beginnen?

Wer sich uns anschließen möchte, ist herzlich eingeladen.
Schöne Grüße
Maria

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Re: Leserunde: Thomas Hettche - Pfaueninsel

Beitragvon YvonneS » Fr 10. Okt 2014, 11:47

Gerne, ich könne am Sonntag anfangen, bis dahin müsste ich mein aktuelles Buch fertig haben.
Liebe Grüße
Yvonne



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Re: Leserunde: Thomas Hettche - Pfaueninsel

Beitragvon steffi » Fr 10. Okt 2014, 13:29

Au ja! Das würde mir auch gefallen und passt !
Gruss von Steffi

:lesen:
Robert Musil - Der Mann ohne Eigenschaften

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Re: Leserunde: Thomas Hettche - Pfaueninsel

Beitragvon YvonneS » Fr 10. Okt 2014, 21:13

Als Einstimmung schon mal ein Foto von der Pfaueninsel, das ich während meines Berlin-Besuchs Anfang Juni diesen Jahres aufgenommen habe.
Dateianhänge
P1020097a.jpg
P1020097a.jpg (165.57 KiB) 1226-mal betrachtet
Liebe Grüße
Yvonne



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Re: Leserunde: Thomas Hettche - Pfaueninsel

Beitragvon JMaria » Sa 11. Okt 2014, 12:52

Wunderbar stimmungsvoll, Yvonne!
Schön, daß du in diesem Jahr der Pfaueninsel so nahe gekommen bist :)

Das Zitat das der Geschichte vorangestellt ist, empfinde ich als eine sehr schöne poetische Umschreibung des Lebens und des Sterbens.

Das Zukünftige nimmt ab, das Vergangene wächst an,
Bis die Zukunft verbraucht und das Ganze vergangen ist.
Augustinus
Schöne Grüße
Maria

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Re: Leserunde: Thomas Hettche - Pfaueninsel

Beitragvon steffi » Mo 13. Okt 2014, 10:29

Danke für das Foto - der Roman spiegelt diese Atmosphäre wunderbar wieder. Die Pfaueninsel ist übrigens Unesco-Weltkulturerbe. Die Geschichte der Insel ist äußerst interessant:
http://de.wikipedia.org/wiki/Pfaueninsel

Zu Beginn treffen wir die junge Königin Luise, die schon zu Lebzeiten auch wegen ihrer Anmut und Schönheit verehrt wurde. Auch hier wird sie verklärt geschildert, allerdings nur bis zu dem Punkt, in dem sie das unaussprechliche Wort sagt. Plötzlich wird sie zu einer Normalsterblichen, womöglich ohne Empathie. Mir gefällt sehr, wie Hettche seine bzw. die Gedanken des Volkes hier einfließen lässt und sie auch in den Gedanken der Königin spiegelt. Und auch wie das Wort Monster auf sie zurückfällt.

Auch die Beschreibungen des Haushalts von Ferdinand Fintelmann, die kultugeschichtlichen Aspekte der Insel und natürlich Marie gefallen mir sehr gut.
Gruss von Steffi

:lesen:
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Re: Leserunde: Thomas Hettche - Pfaueninsel

Beitragvon JMaria » Di 14. Okt 2014, 10:53

Hallo zusammen,

mir gefällt sehr gut die Stimmung zwischen Realität (Natur, Arbeit, ....) Romantik (Sehnsucht nach Exotik) und Märchen (Däumeling um das Wort Monster abzuschwächen) und Philosophische Gedanken des Gärtners.
Schöne Grüße
Maria

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Re: Leserunde: Thomas Hettche - Pfaueninsel

Beitragvon YvonneS » Di 14. Okt 2014, 11:28

Hallo ihr beiden Mitleserinnen,

ich habe mittlerweile die ersten beiden Kapitel beendet und schon einiges nachrecherchiert. Der Autor wirft ja einige historisch belegte Personen in die Geschichte. Ich war von Anfang an ziemlich schnell in der Geschichte drin und mir gefällt, wie der Autor diesen Mikrokosmos Pfaueninsel beschreibt, da erwarte ich mir noch einiges.

Marie entwickelt sich zu einem komplexen Charakter und nach meinem Empfinden gelingt es dem Autor ganz gut, sich in die Gefühlswelt „der Zwergin“ hineinzuversetzen, man kann förmlich spüren, wie sie unter ihrem Anderssein zu leiden hat und hier lassen sich durchaus Parallelen zur heutigen Zeit ziehen.

Bei Marie würde ich mir fast die Ich-Erzählform wünschen, was für den Autor natürlich eine noch größere Herausforderung bedeutet hätte.

Interessant fand ich das Ende des zweiten Kapitels: Marie zieht sich aufgrund der Ablehnung, die sie erfährt, mehr und mehr aus der Realität in die Traumwelten der Bücher zurück, die ihre Freunde werden und indem sie mit niemandem über die gelesenen Bücher spricht, lässt sie auch die Personen, die diese Außenwelt für sie verkörpern, damit außen vor. Ich bin gespannt, wie es hier weitergeht.

Dankbar war ich auch, dass der Autor Königin Luise nicht auf einen Sockel stellt - die Dame wird schon verklärt genug - sondern sie eher vom Sockel holt. Aber einen südhessischen Dialekt hätte er ihr nicht unbedingt gleich „andichten“ müssen, denn den wird die aus dem Herzogtum Mecklenburg-Strelitz stammende Luise eher nicht gesprochen haben. Das ist aber nur eine unwichtige Marginalie, die nicht ins Gewicht fällt. Ich musste halt nur drüber schmunzeln.
Liebe Grüße
Yvonne



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Re: Leserunde: Thomas Hettche - Pfaueninsel

Beitragvon JMaria » Mi 15. Okt 2014, 10:33

Hallo zusammen,

Yvonne hat geschrieben:Dankbar war ich auch, dass der Autor Königin Luise nicht auf einen Sockel stellt - die Dame wird schon verklärt genug - sondern sie eher vom Sockel holt. Aber einen südhessischen Dialekt hätte er ihr nicht unbedingt gleich „andichten“ müssen, denn den wird die aus dem Herzogtum Mecklenburg-Strelitz stammende Luise eher nicht gesprochen haben. Das ist aber nur eine unwichtige Marginalie, die nicht ins Gewicht fällt. Ich musste halt nur drüber schmunzeln.


und er entlässt sie ganz unspektakulär aus dem Roman:
Kaum acht Wochen später, am 19. Juli 1810, war die Königin Luise tot.

ähnlich bei der Gräfin Voß:
...sagte die alte Gräfin Voß, die damals schon sehr hinfällig war und in demselben winter, als man in Wien um Europa feilschte, in ihrer Wohnung im Kronprinzenpalais Unter den Linden starb.

Der Versuch einige Weltereignisse zwischen 1810 und 1816 in den Roman zu packen, kommt miir schon manchmal wie eine Aufzählung aus dem Wikipedia vor. Natürlich schön literarisch erzählt und nicht uninteressant, aber dennoch brachte mich die Chronische Aufzählung aus den Lesefluß, speziell bei der Erwähnung Mary Shelley ....

Es könnte sich jedoch noch zu einem runden Gefüge entwickeln, denn vielleicht gehört es zu den Traumwelten der Bücher in der sich Marie zurückzieht.

Ich komme zum 3. Kapitel.
(Ein Buch das Kapitelüberschriften besitzt, finde ich sehr schön)
Schöne Grüße
Maria

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Re: Leserunde: Thomas Hettche - Pfaueninsel

Beitragvon steffi » Do 16. Okt 2014, 18:32

JMaria hat geschrieben:
Der Versuch einige Weltereignisse zwischen 1810 und 1816 in den Roman zu packen, kommt miir schon manchmal wie eine Aufzählung aus dem Wikipedia vor. Natürlich schön literarisch erzählt und nicht uninteressant, aber dennoch brachte mich die Chronische Aufzählung aus den Lesefluß, speziell bei der Erwähnung Mary Shelley ....

Es könnte sich jedoch noch zu einem runden Gefüge entwickeln, denn vielleicht gehört es zu den Traumwelten der Bücher in der sich Marie zurückzieht.


Ich finde, er macht das sehr geschickt. Er wechselt auch ganz unbemerkt die Erzählperspektive, mal Märchen, mal Träume, Marie als personaler Erzähler, auktorialer Erzähler - das finde ich äußerst spannend. Vielleicht sind es auch weniger Erzählperpektiven als Erzählformen.
Gruss von Steffi

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