Thomas Hardy: Herzen im Aufruhr

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Thomas Hardy: Herzen im Aufruhr

Beitragvon Didonia » So 6. Sep 2015, 10:04

Moin, ihr Lieben,

Barbara und ich lesen :arrow: Herzen im Aufruhr von Thomas Hardy.

Nachdem sein Buch zuerst verrissen wurde, stellte man plötzlich fest, dass es "ein moralisches Werk sei und ein schwieriges Thema auf ernste Art behandle" - was er selbst im Vorwort schon schrieb.
Das war Grund genug für ihn, mit dem Romane schreiben aufzuhören. Und es folgten tatsächlich nur noch einige Erzählungen.

Ob es ein tolles Buch ist, weiß ich noch nicht. Ein toller Film war es jedenfalls. Mit der wunderbaren Kate Winslet, der die Rolle als Sue Bridehead auf den Leib geschneidert ist.
Thomas Hardys Satz "Der Kampf zwischen Fleisch und Geist kann tödlich enden" findet in dieser Geschichte seine Berechtigung.

Es ist mein erster Hardy, den ich lesen werde. Ich hoffe, er wird mir gefallen, da ich noch einige seiner Werke im Regal stehen habe.

Wer sich uns anschließen möchte, ihr seid herzlich eingeladen :D
Lesende Grüße, Anne

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Re: Thomas Hardy: Herzen im Aufruhr

Beitragvon steffi » Mo 7. Sep 2015, 13:59

Viel Spaß dabei - ich habe den Roman bereits vor einiger Zeit gelesen und werde begeistert euch über die Schulter schauen !
Gruss von Steffi

:lesen:
Wolfgang Reinhard - Die Unterwerfung der Welt ( Langzeitprojekt)
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Re: Thomas Hardy: Herzen im Aufruhr

Beitragvon Didonia » Mo 7. Sep 2015, 14:16

Danke schön, Steffi.
Lesende Grüße, Anne

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Re: Thomas Hardy: Herzen im Aufruhr

Beitragvon Barbara » Mo 7. Sep 2015, 21:47

Liebe Didonia,

prima, dass Du uns hier ein kleines Plätzchen zum literarischen Austausch angelegt hast.

Ich habe heute mal ein wenig begonnen, kam aber noch nicht so weit, da meine Kleine heute Einschulung in der weiterführenden Schule hatte und wir dadurch den ganzen Tag unterwegs waren. Das ist schon ganz schön aufregend. Ich darf gar nicht daran denken, dass sie nun schon auf das Gymnasium geht. Die Zeit rennt nur so dahin. :(

Bei mir ist es ja mittleweile der dritte Hardy, den ich lese. Auch ich bin gespannt, wie er mir gefallen wird.
Wenn ich mich recht erinnere, hat Maria gesagt, dass es sein kritischster Roman ist.
"Das Lesen eines Buches ist die Zwiesprache mit der eigenen Seele!"
B.H.

Liebe Grüße
Barbara
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Re: Thomas Hardy: Herzen im Aufruhr

Beitragvon Didonia » Mo 7. Sep 2015, 23:55

Moin, liebe Barbara,

ja, die Zeit verfliegt.

Wenn der Film gut gemacht wurde, ist es wirklich eine kritische Geschichte. Es ist ja schon eine ganze Weile her, dass ich den Film gesehen habe. Aber ich kann mich an eine wirklich grausige Szene erinnern, die mir bis heute im Gedächtnis geblieben ist.

Ich selbst bin auch nur ein paar Seiten weit gekommen. Schaffe es ja leider nur noch am Vormittag zu lesen. Bin abends nach der Arbeit einfach zu kaputt. Und wenn mein Mann, wie diese Woche, auch noch Spätdienst hat, na ja... :)

Mal schaun, wie weit ich morgen komme. Der Schreibstil gefällt mir aber schon mal, das kann ich schon sagen.
Lesende Grüße, Anne

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Re: Thomas Hardy: Herzen im Aufruhr

Beitragvon Barbara » Di 8. Sep 2015, 06:35

Guten Morgen liebe Didonia,

es freut mich schon mal sehr, dass Dir Hardys Schreibstil gefällt.

Hardy hat eine Art zu schreiben, die einen sofort gefangen nimmt und Dich sofort in die Geschichte hineinzieht. Besonders bei "Am grünen Rand der Welt" war ich nach der ersten Seiten bereits so im Geschehen gefangen, bzw. in den Charakteren gefangen, dass ich nicht mehr auffhören konnte. Bei Tess war dies ein wenig anders. Dort musste ich mich erst an die Art des Schreiben gewöhnen und an die Kargheit der Beschreibungen. Seltsamerweise ließ es mit jeder Seite nach und immer mehr entdeckte ich die Besonderheiten seiner Erzählkunst.

Dies lag aber auch daran, dass er in Tess realer und vielleicht auch weniger romantischer schieb.

"Herzen im Aufruhr" scheint auch den eher realistischen und klaren Schreibstil zu haben. Aber wie gesagt, ich steck noch in den Anfängen.

Dir weiterhin viel Freude beim Lesen.
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B.H.

Liebe Grüße
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Re: Thomas Hardy: Herzen im Aufruhr

Beitragvon Didonia » Mi 9. Sep 2015, 09:44

Moin, liebe Barbara,

den Inhalt, wie ich ihn sonst in meinem Tagebuch geschrieben habe, brauche ich hier wohl nicht schreiben, oder?

Die Geschichte spielt im viktorianischen England, eine Zeit, über die ich ja sehr gerne lese. Judas ist ein armer Junge, lebt und arbeitet bei seiner Großtante im Laden. Und er ist wissbegierig. Er möchte dem Schulmeister nach Christminster folgen. - Das war sein Wunsch als kleiner Junge.
Dann, etwas älter, lernt er Arabella kennen, die sehr berechnend ist und ihn dazu bringen will, ihn zu heiraten. Was mich wundert. Er ist doch ein armer Tropf.
Mal schaun, was sie sich von ihm erwartet.
Lesende Grüße, Anne

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Re: Thomas Hardy: Herzen im Aufruhr

Beitragvon Didonia » Fr 11. Sep 2015, 16:02

Mich wundert wirklich, dass Arabella es darauf angelegt hat, Judas zu heiraten. Ihre Rechnung, ihm ein Kind unterzuschieben, das es gar nicht gibt, ging auf. Und dann verlässt sie ihn und geht nach Australien.
Judas Kindheitswunsch erfüllt sich. Er geht nun wirklich nach Christminster. Aber er bekommt keinen Fuß in die Universität. Sein Leben besteht aus tagsüber arbeiten und des Nachts studieren. Bis er seine Cousine Sue trifft und sich kopflos in sie verliebt.
Schön beschreibt Hardy Judes' inneren Konflikt. Ist er doch verheiratet und dürfte Sue nur als Verwandter begegnen.
Und dann muss er miterleben, wie er Sue anscheinend an seinen ehemaligen Lehrmeister verliert. Und er selbst hat das möglich gemacht, indem er dafür gekämpft hat, dass Sue bei ihm als Aushilfslehrerin arbeiten konnte.

Ich glaube, ich warte jetzt mal, bis Du Dich meldest, Barbara. Nicht, dass ich hier eventuell schon etwas verrate.
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Re: Thomas Hardy: Herzen im Aufruhr

Beitragvon Barbara » Sa 12. Sep 2015, 10:37

Guten Morgen, liebe Didonia

Oh, ich kam die woche noch nicht sehr weit, da ich den Speicher geräumt habe und eine ganze Autoladung zur Flüchtlingshilfe gebracht habe. Danach habe ich noch Marthas Zimmer "gymnasialtauglich" gemacht und 10 Jahre Kindheit weggepackt, damit sie jetzt so richtig ins Jugendalter starten kann.

Auf welcher Seite bist Du denn bereits angekommn, damit ich eine Richtung habe und Gas gebe?

Was Du so schreibst, und das deckt sich auch mit meinem ersten Eindruck, erinnert mich das Buch sehr an die Art des Schreibens und Denkens, welcher ich bei Tess begegnet bin. Da brauchte ich auch ein bisschen um direkt ins Buch hineinzukommen. Es war eher nüchtern und karg geschrieben.
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Re: Thomas Hardy: Herzen im Aufruhr

Beitragvon Barbara » So 13. Sep 2015, 11:32

Liebe Didonia,

nun bin ich auch in Christminster angekommen und bin weniger erstaunt darüber, dass Arabella so gehandelt hat. Ist es doch erst einmal ihre einzige Möglichkeit gewesen aus ihrem Umfeld herauszukommen. Ich denke, dass die jugendliche Eitelkeit gegenüber ihren Freundinnen ebenfalls eine große Rolle in ihrem Handeln spielte.

Mich erstaunte und überraschte viel mehr, die sehr große Naivität von Judas. Dafür, dass er sich autodidaktisch so viel beigebracht hat, ist er doch, was das Leben und die Liebe angeht sehr naiv geblieben. Es wirkte auf mich so, als habe er die vielen historischen Bücher nur gelesen, aber nicht wirklich hinterfragt. Denn dort geht es mitunter auch um die Liebe und vor allem um das Leben selbst. Daran sieht man wieder einaml wie wichtig der Austausch über Gelesenens sein kann.

Cousine Sue habe ich noch nicht getroffen. Wir suchen sie noch, sind aber schon ganz nahe dran. :P

Übrigens denke ich, dass Judas als Name ggf. bewusst gewählt wurde. Hat er doch mit Arabella bereits zum ersten Mal seine Träume und seine Überzeugungen verraten. Ich bin gespannt, ob ich hier richtig vermute. Wie siehst Du das denn?
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Liebe Grüße
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