Torday, Paul: Bordeaux - Ein Roman in vier Jahrgängen

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Torday, Paul: Bordeaux - Ein Roman in vier Jahrgängen

Beitragvon Binchen » Fr 26. Dez 2008, 21:51

Torday, Paul: Bordeaux – Ein Roman in vier Jahrgängen
Bild

Kategorie: Gekürzte Lesung
Genre: Unterhaltung
SprecherInnen: Stephan Benson
Regie: Simon Jaspersen
Medium: 4 CDs
Laufzeit: ca. 264 Minuten
Verlag: DAV
Preis: 25, 99 €
ISBN 3898138038
Bewertung: **

Inhalt:
Was macht man, wenn man das Erbe antritt, das aus 100000 Flaschen bestem Wein besteht? Trinken oder weitersammeln? Wilberforce steht vor der Antwort auf diese Frage und beantwortet sie mit Trinken. Wie sehr er damit sein Leben zerstört, bemerkt er nicht. Dass es nicht nur seines ist, erfahren die geneigten Leser auch gleich zu Anfang, doch die Geschichte von Wilberforce, der schönen Catharine und dem Wein entwickelt sich langsam.

Meine Meinung:

Der Roman muss leider mit meiner Lebenserfahrung leben und das erschwert ihm eine positive Beurteilung von mir. Jedoch kann ich ihm eine tolle Konstruktion, authentischen Background und auch Skurrilität bescheinigen, was ihn für viele potentielle Hörer vermutlich wieder rettet. Stephan Benson (Schotts Sammelsurium Essen & Trinken) ist der Sprecher, der uns durch die Geschichte führt ohne uns irgendwann einmal zu langweilen. Er behält, so weit wie möglich die Fäden in der Hand, so dass es mir überhaupt möglich war bis zum Ende dabei zu bleiben.

Wilberforce (ohne Vorname) ist unser Held – erfolgreich bei seinem Job in der IT-Branche, kommt er eines Tages vom Wege ab und landet bei Francis, dem Mann der der Sammelleidenschaft für Wein verfallen ist und ihn in die illustre Gemeinschaft der Weihnliebhaber einführt und in die UpperClass.

Die Geschichte von Wilberforce Niedergang wird uns erzählt, wie sie nur ein Alkoholiker erzählen kann. Sprunghaft und mit den zugehörigen Lügen für den Menschen selbst und die Umwelt. Langsam entwickelt sich die Geschichte aus den Puzzleteilchen, die dem Hörer präsentiert werden. Am Anfang fand ich sie noch recht amüsant. Ein abgerissener Mann mit Geld, das halt nicht schon durch die Kleidung sichtbar wird in einem Nobelrestaurant bestellt den teuersten Wein -
doch schnell war ich durch meine persönliche Erfahrung mit Suchtkranken unangenehm berührt – so authentisch konnte ich die Eindrücke kaum verkraften, was allerdings gegen mich und für den Roman spricht. So genau wollte ich das alles gar nicht nochmal erfahren müssen. Das spricht sicherlich für die Treffgeanuigkeit Tordays. Jedoch auch gegen angenehme Unterhaltung. Doch nicht jeder sucht diese beim Genuss eines Buches so wie ich. Da auch die Figuren nicht gerade Sympathieträger sind, war es für mich ein anstrengendes Hören.

Wer jedoch eine ungewöhnliche Geschichte sucht, die authentisch dargeboten wird, der ist bei Tordays Bordeaux mit der Einstiegsidee – was tun mit zuviel Wein? Gut aufgehoben.
Binchen, November 2008
Winke Binchen
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Kein Lesen ist der Mühe wert, wenn es nicht unterhält.” William Somerset Maugham (1874-1965)
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