Die Tagebücher von Samuel Pepys

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Re: Die Tagebücher von Samuel Pepys

Beitragvon JMaria » So 12. Jun 2011, 15:11

steffi hat geschrieben:Danke für die Info - wobei es die englische Fsasung ja kostenlos als ebook gibt (wäre ein Argument für einen reader ;) )


ich seh schon, dich lässt der Gedanke an einen ebook-reader nicht los :mrgreen:

LG
Maria
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Re: Die Tagebücher von Samuel Pepys

Beitragvon JMaria » Do 27. Okt 2011, 14:29

Hallo zusammen,

es gibt Auszüge aus den Tagebüchern nun neu gelesen von Axel Milberg, den ich immer sehr gerne höre. In Zusammenarbeit mit br 2 und dem Verlag Haffmans & Tolkemitt:

http://www.br.de/radio/bayern2/sendunge ... ys100.html

eine Kostprobe gibt es hier:

http://www.br.de/radio/bayern2/sendunge ... ys102.html
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Re: Die Tagebücher von Samuel Pepys

Beitragvon steffi » Fr 28. Okt 2011, 10:23

JMaria hat geschrieben:Hallo zusammen,

es gibt Auszüge aus den Tagebüchern nun neu gelesen von Axel Milberg, den ich immer sehr gerne höre.


Fein, ich kann mir vorstellen, dass es noch sehr viel lustiger ist, dem Plappermäulchen Pepys zuzuhören, statt zu lesen. :D Die Kostprobe gefällt mir zumindest schon sehr gut !
Gruss von Steffi

:lesen:
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Re: Die Tagebücher von Samuel Pepys

Beitragvon JMaria » Mi 4. Jan 2012, 18:25

Hallo zusammen,

Gisbert hat die Erlaubnis von 2001 die Pepys-Magazine zum Download bereit zustellen:

http://www.damaschke.de/notizen/index.p ... aschke-de/
Schöne Grüße
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Re: Die Tagebücher von Samuel Pepys

Beitragvon steffi » Do 5. Jan 2012, 11:15

Das ist toll !
Gruss von Steffi

:lesen:
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Re: Die Tagebücher von Samuel Pepys

Beitragvon JMaria » Sa 18. Jan 2014, 10:47

ich hatte vergessen, daß wir einen Thread über die Tagebücher von Samuel Pepys haben.
In einem anderen Thread erwähnte ich ja bereits wie schön und edel die Edition von Haffmans und Tolkemitt wirkt.

Die Tagebücher 1660, Band 1
beginnt mit einem Umriß der politischen Situation einige Jahre bevor Pepys mit seinem Schreiben anfing, was sehr hilfreich ist um sich hinein zuversetzen, wie gefährlich und explosiv die damalige Situation war. Es ist die Zeit Cromwells gewesen, der Sturz des König Charles I. Der 16jährige Pepys befand sich unter den Schaulustigen als der König hingerichtet wurde. Nach dem Tod Cromwells 1658 ist der Status der Regierung wieder in der Schwebe, eine Rückkehr zur Monarchie wird in Betracht gezogen.

In diesem Wandel der Zeit setzt Pepys Journal 1660 ein, Pepys ist zu dem Zeitpunkt 27 Jahre, sein Dienstherr ist Mr. Downing.

.... Ende letzten Jahres war ich, Gott sei es gedankt, bei sehr guter Gesundheit, spürte nichts von meinem alten Steinleiden und hatte lediglich eine Erkältung.
Ich wohne mit meiner Frau und dem Dienstmädchen Jane am Axe Yard, und der Haushalt besteht nur aus uns dreien....


so beginnt das Tagebuch. Ein Stadtplan über London am Ende des Buches zeigt, daß Pepys zu der Zeit nahe der Themse lebte.

Sehr schön und sehr hilfreich, die Gänge und Besorgungen Pepys verfolgen zu können, insbesondere da er so Detail verliebt ist, neben seinem Wissensdurst.

Ich habe zwar vor Jahren Auszüge (Reclam Verlag) der Tagebücher gelesen und dachte ich wäre durch mit Pepys, doch das Wiederaufnehmen des Stoffes macht viel Freude.
Dateianhänge
pepys 002 01.jpg
pepys 002 01.jpg (167.61 KiB) 577-mal betrachtet
Schöne Grüße
Maria

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Re: Die Tagebücher von Samuel Pepys

Beitragvon JMaria » Do 27. Mär 2014, 17:39

JMaria hat geschrieben:
Die Tagebücher 1660, Band 1
beginnt mit einem Umriß der politischen Situation einige Jahre bevor Pepys mit seinem Schreiben anfing, was sehr hilfreich ist um sich hinein zuversetzen, wie gefährlich und explosiv die damalige Situation war. Es ist die Zeit Cromwells gewesen, der Sturz des König Charles I. Der 16jährige Pepys befand sich unter den Schaulustigen als der König hingerichtet wurde. Nach dem Tod Cromwells 1658 ist der Status der Regierung wieder in der Schwebe, eine Rückkehr zur Monarchie wird in Betracht gezogen.

In diesem Wandel der Zeit setzt Pepys Journal 1660 ein, Pepys ist zu dem Zeitpunkt 27 Jahre, sein Dienstherr ist Mr. Downing.

.... Ende letzten Jahres war ich, Gott sei es gedankt, bei sehr guter Gesundheit, spürte nichts von meinem alten Steinleiden und hatte lediglich eine Erkältung.
Ich wohne mit meiner Frau und dem Dienstmädchen Jane am Axe Yard, und der Haushalt besteht nur aus uns dreien....


so beginnt das Tagebuch. Ein Stadtplan über London am Ende des Buches zeigt, daß Pepys zu der Zeit nahe der Themse lebte.




Den 1. Band 1660 der Tagebücher habe ich beendet. Es ist ein Jahr der Veränderungen und der gesellschaftlichen Verbesserung für Pepys. Er gibt seine Tätigkeit im Schatzamt bei Mr. Downing auf und wird Sekretär beim Grafen von Montagu, dem späteren Lord Sandwich, der ihm dann auch die Stelle als Schreiber im Flottenamt beschafft. Von März bis Anfang Juni ist Pepys mit seinem "gnädigen Herrn", so betitelt er Graf Montagu im Tagebuch durchweg, mit einer Flotte von Schiffen in diversen Engl. Häfen unterwegs um die Heimkehr des Königs Charles II aus dem Exil in Holland zu organisieren, wo er dem König auch begegnet.

Man bekommt danach einen guten Einblick in die Restaurationsepoche, die nun beginnt. Im Oktober 1660 werden innerhalb 14 Tagen 10 verurteilte Verräter hingerichtet und ihre Körperteile ausgestellt.

20. Oktober 1660
Als ich heute nachmittag zu Crowe, dem Polsterer in der St.-Bartholomew-Straße, ging, sah ich beim Aldersgate die Leichenteile von einigen der Hochverräter - ein trauriger Anblick. Dies sind zwei blutige Wochen gewesen - zehn Männer wurden gehängt, ausgeweidet und gevierteilt. ...

Der Umzug ins Haus beim Flottenamt ist auch ein Aufstieg, sowie der Empfang bei der Königin. Der zunehmende Wohlstand wird mit neuen Wohnungseinrichtung und Kleidung untermauert, sowie Schönheitspflästerchen für seine Frau, die sie nur mit seiner Einwilligung tragen darf.

Der Ton in dem Tagebuch 1660 ist eher sachlich zu nennen, bescheiden, wenn es um persönliche Dinge geht, vorsichtig, wenn es ums Geld geht. Nur zweimal erwähnt Pepys einen Wutausbruch, beides mal ging es um Unordnung seiner Habseligkeiten, entweder durch seine Frau oder der Dienerin verursacht.

Daneben begleitet der Leser Pepys durch unzählige Wirtshäuser, Kirchgänge, Theaterbesuche, Besuch bei Freunden, musizieren mit Freunden.

Man hat tatsächlich am Ende des Tagebuches das Gefühl, sich in London auszukennen und die Zeit besser zu verstehen.

ich versteh nun wie wichtig für die Engländer und für die Literatur an sich die Tagebücher sind.

Als nächstes geht's zum 2. Band 1661.
Schöne Grüße
Maria

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Re: Die Tagebücher von Samuel Pepys

Beitragvon Didonia » Do 27. Mär 2014, 17:52

Klingt ja interessant. Viel Spaß mit dem nächsten Teil, Maria.

Mir liegt mehr das London des 19. Jahrhunderts.
Lesende Grüße, Anne

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Re: Die Tagebücher von Samuel Pepys

Beitragvon JMaria » Do 27. Mär 2014, 18:56

das London des 19. Jahrhunderts, der Weg in die Moderne, ist auch ein spannendes Thema, Didonia.

Nochmals zu 1660:

am 3. Oktober erwähnt Pepys, daß der Herzog von York von einem großen Unternehmen spricht, das er und Lord Pembroke zu gründen planen, nämlich Leute nach Afrika zu schicken, um dort nach Golderz zu graben. Und es soll eine Gesellschaft gegründet werden, an der sich jeder beteiligen kann, der Geld investieren möchte.

Solche Einzelheiten finde ich sehr spannend. Die Bristische Ostindien Kompanie gabs da zwar schon, 1600 durch Elizabeth I, doch Charles II gab ihnen 1661 die früheren Privilegien zurück und Jacob II (der nächste König auf dem Thron und ist der oben erwähnte Herzog von York) gab ihnen dazu noch das Recht Münzen zu prägen, Festungen zu bauen ect.

Am 03. Oktober erwähnt Pepys auch ein Gemälde in Whitehall, das ihn schwer beeindruckte....

Von dort zum gnädigen Herrn, der eine große Eisentruhe nach Whitehall schickte, und ich ging mit, als sie ins Kabinett des Königs getragen wurde, wo ich ganz unvergleichliche Gemälde sah. Unter anderem das Bild eines Buches auf einem Pult, von dem ich geschworen hätte, daß es ein echtes Buch sei ...


da frag ich mich automatisch, welches Gemälde das wohl war und ob es den Brand in Whitehall überlebt hat. Vermutlich nicht. Aber das würde mich schon interessieren, doch meine Recherchen haben noch nichts ergeben. Schade.
Schöne Grüße
Maria

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Re: Die Tagebücher von Samuel Pepys

Beitragvon steffi » Fr 28. Mär 2014, 09:13

Sehr interessant, was du berichtest ! Und du bist ja schon ziemlich intensiv eingestiegen, oder ? Mir fiel es ziemlich schwer, alles politisch und historisch einzuordnen (ich habe die englische Kindle-Ausgabe), daher bin ich nicht sehr weit gekommen. Daher finde ich es toll, wie gut du dich da eingelesen hast.
Gruss von Steffi

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