Hallo zusammen,
hier ist mal wieder ein lesetechnisches Update von mir. Eine Woche Urlaub liegt hinter mir und nachdem Petrus es besonders gut mit mir gemeint hat und nicht mit Sonne und strahlend blauem Himmel gegeizt hat, war ich viel unterwegs, habe viel Sonne getankt und wenig gelesen.
Beendet habe ich vor meinem Urlaub
„Der Schieber“ von Cay Rademacher. Der zweite Teil aus der Krimiserie um Oberinspektor Frank Stave reichte nicht ganz an den ersten Teil
„Der Trümmermörder“ heran und ist damit knapp am TOP-Buch vorbeigeschrammt. Überzeugt hat mich der Autor aber aufs Neue mit seinen Beschreibungen der Lebensumstände im Nachkriegsdeutschland des Jahres 1947, als man anfing, wieder irgendwie zu einer Normalität zurückzufinden und die Probleme Staves mit seinem aus der russischen Kriegsgefangenschaft heimgekehrten Sohn Karl. Dass dabei der eigentliche Krimi etwas ins Hintertreffen geriet, hat mich absolut nicht gestört.
Dazwischen geschoben habe ich dann den Regionalkrimi
„Sautanz“ von Veronika Grager aus dem Emons-Verlag. Es ist der zweiten Teil der Krimiserie mit der resoluten Gemeindesekretärin Dorothea Wiltzing und dem Wiener Privatdetektiv Lupo Schatz. Die Handlung spielt, wie schon in Teil 1, in einem kleinen Dorf in Niederösterreich und überzeugt wie Teil 1 mit Witz und Lokalkolorit, wozu neben den schrulligen Charakteren nicht zuletzt auch die sehr dialekteingefärbten Dialoge beitragen, das Glossar im Anhang ist relativ lang.
„Sautanz“ war alles in allem aber „zahmer“ als der 1. Teil
„Saupech“, der streckenweise ziemlich gewalttägig war. Gewundert habe ich mich nur über den Titel des 2. Teiles. Während der Titel des 1. Teiles „Saupech“ einen Bezug zur Handlung hatte, ist der Titel „Sautanz“ völlig unpassend und absolut nicht nachvollziehbar, genauso wenig wie das Cover.
Angefangen habe ich jetzt mit
„Der Thronfolger“ von Ludwig Winder, einem biographischen Roman über den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand, dessen Ermordung 1914 in Sarajewo auch mit zum Ausbruch des 1. Weltkrieges führte. Winders Roman erschien bereits 1937, wurde aber kurz darauf verboten, wahrscheinlich auch weil Winder Jude war. Passend zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des 1. Weltkriegs ist der Autor wieder aus der Versenkung geholt und der Roman neu aufgelegt worden.
Die ersten 100 Seiten habe ich schon gelesen, es liest sich ziemlich flott. Die Romanhandlung beginnt mit dem 12. Geburtstag von Maria Annunziata, der Mutter Franz Ferdinands, ihrer Heirat mit Carl Ludwig, dem jüngeren Bruder Franz Josephs I. und den Schwierigkeiten, die sie anfangs am Wiener Hof hat.
Hilfreich für mich ist, dass ich mich bei den Habsburgern und den italienischen Bourbonen ziemlich gut auskenne und auch rudimentäre Kenntnisse über die politischen Situationen dieser Zeit habe, die für das Verständnis manchmal wichtig sind und die der Autor teilweise beim Leser voraussetzt, was nicht verwunderlich ist, denn zur Entstehungszeit des Romans war die Habsburgermonarchie noch in vielen Köpfen präsent und es lebten noch genügend Zeitzeugen, die diese Zeit noch erlebt haben.