steffi hat geschrieben:Ja, Sandra, viel Spaß im Urlaub !
Als Einstieg zu TC Boyle würde ich América empfehlen oder Willkommen in Wellville. Sind meine zwei Lieblingsbücher von ihm.
danke Steffi! Der Boyle Tipp ist notiert und wird demnächst berücksichtigt!
steffi hat geschrieben:Das ist ja schon der dritte Band ! Ich habe den ersten (Die Flüsse von London) gelesen, fand ihn nicht schlecht, aber 100%ig überzeugt hat er mich nicht. Ich wünsch dir viel Spaß damit.
ja ist der dritte, ich weiß. Ich bin momentan am Überlegen, ob ich ihn lese, aber nicht deswegen. Das interessiert mich bei der Serie gar nicht so, obwohl ich da sonst pingelig bin. Aber bei Fantasy ist meine Lust darauf oft genauso schnell wieder weg, wie sie da ist und da ich grad
Unter Wasser stirbt man nicht von Ross Macdonald lese, ist der Fantasy-Gedanke grad total weg.

Der Macdonald Krimi ist aber mal richtig gut! Ich mag die Storys um den rauen Privatdetektiv Lew Archer und Storys in denen die Pistole noch so schön herb "Schießeisen" heißt.
Zu meiner Urlaubslektüre. Kommen wir zu
Hab und Gier von Ingrid Noll. Ich bin da mit großen Erwartungen rangegangen und wurde enttäuscht. Ich versteh gar nicht, warum es teilweise heisst, mit dem Roman hätte sie zu alter Form zurückgefunden. Davon ist sie leider weit entfernt in meinen Augen. Und ich kann die positiven Amazon Bewertungen nicht verstehen. Es ist ein nicht sonderlich aufregendes vorhersehbares Geschichtchen, mit Bosheit und Habgier ja, aber ohne großen Spannungsbogen und überraschenden Details. Rentnerin erhält das gesamte Vermögen eines alten schwerkranken ehemaligen Kollegen, wenn sie ihn umbringt. Das klingt nach einer guten Story, ist aber recht lau aufbereitet und irgendwie kommt bei Ingrid Noll dann doch einfach nur die liebe Omi durch. Ich hab mich jetzt nicht grad gelangweilt, aber dafür hat man es auch zu schnell durchgelesen, bevor man dazu kommen könnte.
Ein wirklich großer Wurf dagegen war
Geschichte einer ungeheuerlichen Liebe von Carl-Johan Vallgren. Was für ein Buch! Das hat wirklich Spass gemacht. Eine wunderbare Sprache und eine grandiose Geschichte. Im Jahre 1813 kommen in einem Freudenhaus von Königsberg zwei Kinder auf die Welt. Das eine ist ein Mädchen und das andere ein kleinwüchsiger und stark missgebildeter gehörlöser Knabe, Hercule Barfuss. Im Schutz des Bordells wachsen beide Kinder nebeneinander auf und sind unzertrennlich. Doch so bleibt es nicht- nach der Schliessung des Bordells verlieren sich die beiden und besonderes Hercule muss aufgrund seiner Missbildung Schreckliches erleben. Aber Hercule ist auch ein Telepath...
Die Liebesgeschichte ist zwar ein roter Faden, aber letztendlich dient diese nur dazu, eine wunderbare und schreckliche Geschichte zu erzählen. Sonst hätte ich die Finger davon gelassen.

So aber ist das Buch ein Abenteuerroman, eine Gesellschaftsstudie und auch ein fantastisches Märchen in einer schönen und fesselnden Sprache.
Lg
Sandra