Leseerlebnisse 2015... Ich lese gerade...

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Re: Leseerlebnisse 2015... Ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Mi 22. Jul 2015, 10:37

marly hat geschrieben:Wenn Didonia/ Anne ihn für den besten Autoren im Moment hält, allein das macht mcih bereits neugierig :)
Herzlichste Grüße,
Marly


Nenenenene :) Ich halte ihn nicht für den besten Autoren, da gefällt mir Hans Fallada wesentlich besser.

Aber als "Geschichtenerzähler" ist er für mich derzeit der beste. Bei ihm kann ich mir richtig vorstellen, in einer Runde zu sitzen und er erzählt seine Geschichten.
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Re: Leseerlebnisse 2015... Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Mi 22. Jul 2015, 11:18

Barbara hat geschrieben:Hallo Ihr Lieben,

ich lese zurzeit Tess von Thomas Hardy.

Mit seiner Sprache muss ich mich ehrlich gesagt noch anfreunden. Während des Lesens ertappe ich mich ganz oft, dass ich Wörter oder Sätze gedanklich umformuliere, um sie schöner klingen zu lassen.
Inhaltlich schreibt er sehr gelungen über die inneren Befindlichkeiten seiner Protagonisten. Auch Situationen und vor allem natürlich die Landschaften beschreibt er inhaltlich sehr ausführlich. Sprachlich wirkt es halt sehr "begrenzt" im Ausdruck.

Hardy ist ein Autor, bei dem ich gerne genug Englisch können könnte, um ihn sprachlich im Original lesend burteilen zu können.

Die eBook - Ausgabe ist sprachlich noch einfacher gehalten. Daher wechsle ich oft zwischen Buch und Reader.

@Maria: Wie erging es Dir mit seiner Sprache?



Tess" kenne ich noch nicht. Doch mir gefällt seine Sprache gut, besonders seine Naturbeschreibungen und dazu als Gegensatz seine realistische und frei von Sentimentalität befindliche Sprache.
Schöne Grüße, Maria
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Re: Leseerlebnisse 2015... Ich lese gerade...

Beitragvon Barbara » Mi 22. Jul 2015, 12:10

Liebe Maria,
JMaria hat geschrieben:Tess" kenne ich noch nicht. Doch mir gefällt seine Sprache gut, besonders seine Naturbeschreibungen und dazu als Gegensatz seine realistische und frei von Sentimentalität befindliche Sprache.


Danke für Deine Eindrücke.
Ich schätze, dass genau diese realistische Sprache diejenige ist, die mich irritierte und an die ich mich gewöhnen muss. Ich bin ja eher ein Anhänger "schöner", ich geb zu auch schwülstiger, Sprache.
Aber ich bleibe in jeden Fall dran.
:lesen_und_nachdenken:
Liebe Grüße
Barbara
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Re: Leseerlebnisse 2015... Ich lese gerade...

Beitragvon jane » Mi 22. Jul 2015, 19:32

Guten Abend !
Ich lese seit gestern diese Buch Sommer in Lesmona von Marga Berck
Klappentext: Diese Briefe der Jahrhundertwende, geschrieben von einem jungen Mädchen aus reichen Hanseatenhaus, fügt sich zu einem vom Leben verfassten Roman,der an die Welt Fontanes und Frauengestalten erinnert.<< Als ich Sommer in Lesmona zum erstemal gelesen hatte, dachte ich ebenso spontan wie naiv: " Das darf doch nicht wahr sein!" Denn Marga Bercks Briefe , obwohl sie doch <aus dem Leben gegriffen> sind, erzählen dieses seit Ewigkeiten bekannte d immer noch unerschöpfliche Thema Erster Liebe, als wären sie gar keine Berichte an eine Freundin, sondern eine meisterhafte ,schon an die ganze Welt adressierte Novelle. Diese zart und doch genau umrissenen Figuren,diese unaufhaltsam folgerichtige. Geschichte....( Reinhard Baumgart)
Ich bin mit dem Buch noch nicht sehr weit aber bis jetzt finde ich es ganz gut. Ein 17 Jähriges Mädchen schreibt ihrer besten Freundin Briefe in den sie ihre Gefühle mitteilen tut.
Lieben Gruß Jane
Ich lese gerade: Die Korrekturen von Johnatahn Franzen
Ich lese gerade: Fünf Reiche: die Schlacht um Hehren von Ralph Gawlick eBook
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Re: Leseerlebnisse 2015... Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Mi 22. Jul 2015, 21:39

Hallo Jane,

das Buch subt bei mir auch noch.
Schöne Grüße, Maria
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Re: Leseerlebnisse 2015... Ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Fr 24. Jul 2015, 09:59

Moin miteinander,

ich beginne nun mit Das Lachen und der Tod von Pieter Webeling.

Klappentext
Ernst Hoffmann ist von Beruf Komiker. Er lebt für den Applaus und von dem Gelächter seiner Zuhörer. 1944 wird er zusammen mit anderen Verfolgten in ein Konzentrationslager gebracht. Doch selbst im Lager bleibt er Komiker und erzählt abends den Mitgefangenen Witze, um sie vor der endgültigen Verzweiflung zu bewahren und von dem Grauen abzulenken. Als der deutsche Lagerkommandant davon erfährt, schlägt er Hoffmann einen diabolischen Tausch, einen Pakt, vor, der den Häftling an die Grenzen seines Gewissens und seines Überlebenswillens führt.


Literair Nederland:
Einer der erschütterndsten und schönsten Romane, die wir je gelesen haben.


Robert Cohen, Auschwitz-Gefangener Nr. 174708:
Ich bewundere Webeling, der nach seinen gründlichen Recherchen das Leben und Sterben in den Lagern so wirklichkeitsgetreu beschrieben hat.


Oliver Jungen, FAZ
Wollten die Aufseher wirklich auch gern einmal lachen?": Das ist "Lagerliteratur in ihrer direktesten Form", Webeling räumt den täglichen Grausamkeiten den Großteil des Textes ein. Dem Thema "Humor im Konzentrationslager" und Roberto Benignis Das Leben ist schön hat er aber "nichts hinzuzufügen.


Egal, welche Meinung man vertritt, es wird sicher keine leichte Lektüre sein, die ich mir jetzt vorgenommen habe.
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Re: Leseerlebnisse 2015... Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Fr 24. Jul 2015, 15:16

Hallo zusammen,

nach meinem Seminar will ich nun mal schauen, was sich hier in der Woche so getan hat. Viele interessante Bücher lest ihr. Zum ein oder anderen möchte ich etwas beisteuern. Ich selbst habe mich wieder nahtlos, gut und begeistert auf der Farm in Tania Blixens Erinnerungen "Jenseits von Afrika" eingefunden.

@Marly: Auch an dieser Stelle noch mal ein herzlich willkommen an Dich, liebe Marly! Schön dass Du zu uns gefunden hast, und so viel schönes beisteuerst! Auf einen schönen und regen Austausch!

"Der Schatten des Windes" von Carlos Ruiz Zafon hatte ich seinerzeit sehr gern gelesen. Eine ganz besondere Stimmung durchzieht das Buch. Ich hatte damals auch das Hörspiel im Anschluss dazu gehört, und meine mich zu erinnern, dass das durchaus gut gemacht war. Auch die Lesung hatten einige im Hoerbuecher4um damals gehört und für sehr gut befunden. Zum zweiten Band kann ich allerdings nichts sagen, nur dass der, wenn ich mich recht entsinne, hier auch gut weg kam.

Vielleicht könnte auch „Der Club Dumas“ von Arturo Pérez-Reverte etwas für Dich. Ich habe den so gern gelesen, und es ist ebenfalls ein Roman von einem Spanier. Und auch hier herrscht so eine eigene düstere Atmosphäre vor. Und auch in der Welt der Bücher angesiedelt. Vielleicht ein Tipp für Dich. Ich setze Dir hier einen Link zu meiner :arrow: Buchbesprechung von damals.

@Jane: Da bin ich gespannt, wie Dir „Anna Karenina“ gefallen wird. Ich habe die besten Erinnerungen an dieses außergewöhnliche Leseerlebnis! :-)

@Barbara: Da wäre ich auch an Marias Eindrücken interessiert, die ja schon mehr von Thomas Hardy kennt. Ich könnte mir vorstellen, dass es an der Übersetzung liegt. Welche Übersetzungen hast Du?

@Sandra: Danke für Deine Eindrücke zu „Glücksspiel“. Deine Irritation kann ich verstehen. Aber ich glaube auch, Dick Francis hat seinen Sohn rechtzeitig unter seine Fittiche genommen, damit dieser sein Lebenswerk fortführt. Dass er damit ein gutes Auskommen hatte, glaube ich auch, und so ist es ein bisschen wie „dem Sohn in die Firma einführen und sie ihm vererben“. Zu Büchern, die aus einer Kreativität und Individualität heraus entstehen, lässt sich das schwer in Einklang bringen. Zumal Dick Francis für mich nie ein Autor war, der 0815-Krimis geschrieben hat, sie sind und bleiben was besonderes! Umso mehr irritiert es hier gewiss. Aber ich finde auch, solange damit auch das Vergnügen der Leserschaft fortgesetzt wird, überhaupt nicht schlimm, und irgendwie auch wieder originell! ;-)

Ich freu mich, dass sein Werk durch seinen Sohn fortgeführt wird und weiterlebt. Und da ihm das so nahtlos und gut zu gelingen scheint, freue ich mich schon sehr auf das Buch!

Edit:
Dankeschön fürs zitieren der Passage, Maria, in der Du schreibst, wie der Sprachstil von Thomas Hardy auf Dich wirkt. Ich hatte es übersehen.

Und Dankeschön auch für Deine lieben Wünsche. Das Wochenende tut mir richtig gut, nach der stressigen Wochen! :-)
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2015... Ich lese gerade...

Beitragvon Barbara » So 26. Jul 2015, 09:15

Liebe Petra,

@Barbara: Da wäre ich auch an Marias Eindrücken interessiert, die ja schon mehr von Thomas Hardy kennt. Ich könnte mir vorstellen, dass es an der Übersetzung liegt. Welche Übersetzungen hast Du?


Ja, das denke ich auch und bei den ebooks habe ich schon des öfteren bemerkt, dass die Übersetzungen der ältereren, nachträglich zu ebooks "gewandelten" Bücher einfachere Übersetzungen zu haben scheinen. Daher lese lese ich auch immer noch ins papierne Buch hinein. ;)
Da es aber mein erster Hardy ist, bin ich mit meiner Meinung noch etwas zurückhaltend und werde erst einmal abwarten.
:lesen_und_nachdenken:
Liebe Grüße
Barbara
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Re: Leseerlebnisse 2015... Ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » So 26. Jul 2015, 09:36

Tschuldigung, doppelt.
Zuletzt geändert von Didonia am Mi 29. Jul 2015, 10:15, insgesamt 1-mal geändert.
"Eine Versuchung wird man nur los, indem man ihr nachgibt."

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Re: Leseerlebnisse 2015... Ich lese gerade...

Beitragvon Barbara » So 26. Jul 2015, 17:58

Hallo Ihr Lieben, liebe Petra,

heute habe ich Tess ein gutes Stück weitergelesen und bin jetzt auch in der Sprache angekommen und habe meinen Frieden mit der Übersetzung gmacht.

Zwischen den Zeilen und vielen Formulierungen erahnt man die Schönheit von Hardys Sprache. Es scheint als habe der Übersetzer (Paul Baudisch, Piper Verlag) ebenfalls erst ein mal einen Zugang finden müssen, denn die Übersetzung wird besser und sprachlisch harmonischer. Was aber von Anfang an zu erkennen ist, ist die absolute Schönheit von Hardys Gedanken, die dem Buch den Inhalt und den Sinn geben.

Meine papierne Ausgabe aus dem dtv - Verlag ist von Helga Schulz übersetzt worden.
Auch diese Übersetzung ist nicht durchweg gelungen. Es gibt viele Stellen, die passender und harmonisher hätten formuliert sein können.

Während des Vergleichs beider Übersetzungen kam mir der Gedanke, dass man beide Bücher zusammenlegen und aus beiden die schönsten Übersetzungen herauslösen und vereinen müsste. Dann wäre die Übersetzung, zumindest für mich, gelungen. :lol: :lol:

Ich freue mich aber in jedem Fall schon auf weitere seiner Bücher.
:lesen_und_nachdenken:
Liebe Grüße
Barbara
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