Leseerlebnisse 2014... Ich lese gerade...

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Re: Leseerlebnisse 2014... Ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Fr 25. Apr 2014, 08:13

Moin miteinander,

das Buch über die Fitzgeralds ist echt der Wahnsinn: Die beiden waren das Glamour-Paar der 1920er-Jahre. Sie war eine Südstaatenschönheit, er wollte der berühmteste Schriftsteller der Welt werden. Vor lauter Partyfeierei kommt er aber nicht dazu, einen Roman zu schreiben. So schreibt er Kurzgeschichten en masse, um das ausschweifende Leben zu finanzieren. Dabei bedient er sich ungefragt an Zeldas Tagebüchern....
Aber auch Zelda konnte schreiben. Aber Scott verbot ihr praktisch, einen Roman zu schreiben. Konkurrenz konnte er nun gar nicht gebrauchen. Und ihre Kurzgeschichten wurden nur veröffentlicht, wenn sein Name mit dabei stand. Wollte sie darauf bestehen, das allein ihr Name benannt wird, drohte man ihr von Verlegerseite aus mit weniger Geld.
Sehr interessant auch die damaligen psychiatrischen Untersuchungen, die Zelda über sich ergehen lassen muss. Da bekommt man das kalte Grausen.
"Eine Versuchung wird man nur los, indem man ihr nachgibt."

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Re: Leseerlebnisse 2014... Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Fr 25. Apr 2014, 16:56

Hallo zusammen,

ich bin mit “Agatha Raisin und der tote Richter“ schon durch. Da ich ja sonst eine ausgemachte Leseschnecke bin, kann man sich denken, wie kurzweilig und unterhaltsam es auf mich wirkte. Abschließend kann ich sagen, dass M.C. Beaton sicher nicht an Autorinnen wie Charlotte MacLeod, Mary Roberts Rinehart, Earlene Fowler herankommt, dennoch ein vergnüglicher Cozy, den ich sehr gern gelesen habe. Die Figur der Agatha mochte ich gut leiden, obwohl oder gerade weil sie so einige schroffe Eigenschaften hat, die eigentlich gar nicht liebenswert sind. Aber man erlebt die Geschichte aus ihrem Blickwinkel, und da sieht man vieles etwas lockerer. :mrgreen: Die Krimihandlung ist eines Cozys würdig. Darf man nicht zu ernst nehmen, aber dann ist sie mit einem zugedrückten Auge schlüssig und vor allem unterhaltsam. Besonders mochte ich die Umgebung (dem Dorf Carsley in den Cotswold) und Agathas Situation als Zugezogene, die vom lauten und stinkenden London aufs ruhige Land gezogen ist, sich aber dennoch nicht so recht einleben kann in ihrem neuen zu Hause. Das fand ich glaubwürdig dargestellt. Die aufkeimende Freundschaft in dem Buch zu Inspektor Wong war auch sehr schön zu lesen, und verleitet mich bestimmt irgendwann zu Band 2. Wenn mir mal wieder nach purer und kurzweiliger Unterhaltung zumute ist, könnte der genau das richtige für mich sein.

Dass Du, liebe Yvonne, das Buch nicht mochtest, kann ich aber auch verstehen. Mir ging es mal mit einer anderen Cozy-Serie so. Von der waren hier im Forum viele wirklich begeistert, mich konnte sie zu meinem eigenen Erstaunen nicht begeistern. Es geht um die Meg Langslow-Serie von Donna Andrews (Band 1 „Falscher Vogel fängt den Tod“). Mir war die Handlung zu unglaubwürdig und zu sehr gewollt lustig. Dabei mag ich solche Bücher durchaus schon mal. Bei Donna Andrews ging mir das richtig auf die Nerven. Dabei lieben die Serie einige, mit deren Geschmack ich mich oft identifizieren kann. Ich verstehe Deine Kritikpunkte somit, und kann sie nachvollziehen. Gespannt wäre ich auf weitere Meinungen hier zu Agatha Raisin. Vielleicht liest ja demnächst noch jemand den 1. Band.

@Manuela: Ich bin total gespannt, wie Dir "Engel aus Stein" gefällt. Von Sally Beauman habe ich vor langer Zeit mal sehr begeistert „Diamanten der Nacht“ gelesen. „Engel aus Stein“ habe ich seither bei mir im Regal stehen, und es hat sämtliche Ausmist-Aktionen überstanden. Erstens weil mir „Diamanten der Nacht“ immer noch so angenehm in Erinnerung ist (ohne zu wissen, ob es mich heute noch genauso begeistern würde, da mein Lesegeschmack sich stark verändert hat), und zweitens, weil es mich jedes Mal wenn ich es in der Hand habe, und kurz rein lese um zu überprüfen ob es mich noch interessiert, interessiert. Deinen Bericht erwarte ich somit mit Spannung. Hier meine Rezension von damals zu „Diamanten der Nacht“, aus meinen Anfängen hier im Buecher4um. :-)
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2014... Ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Sa 26. Apr 2014, 10:45

Bonny hat geschrieben:
@Steffi, dein Theorin-Krimi klingt aber auch gut, der ist gleich mal auf meinen Wunschzettel gewandert ;).
Viel Spaß weiter damit und berichte doch bitte, ob du ihn bis zum und inklusive Ende gut findest.


Hallo Bonny,

ich habe heute den Krimi zu Ende gelesen. Eigentlich ist es kein Krimi sondern eher eine Psycho-Geschichte. Ganz langsam und unaufgeregt erzählt, manchmal ein bißchen unbehaglich, ganz viel von Einsamkeit. Das Ende ist zuerst ein wenig spektakulär aber dann ganz traurig. Mir gefallen solche leisen Bücher ja sehr und auch dieses wieder ! Ich hätte noch gut das doppelte an Seiten lesen können.
Gruss von Steffi

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Re: Leseerlebnisse 2014... Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Mo 28. Apr 2014, 15:21

Didonia hat geschrieben:Moin miteinander,

das Buch über die Fitzgeralds ist echt der Wahnsinn: Die beiden waren das Glamour-Paar der 1920er-Jahre. Sie war eine Südstaatenschönheit, er wollte der berühmteste Schriftsteller der Welt werden. Vor lauter Partyfeierei kommt er aber nicht dazu, einen Roman zu schreiben. So schreibt er Kurzgeschichten en masse, um das ausschweifende Leben zu finanzieren. Dabei bedient er sich ungefragt an Zeldas Tagebüchern....
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Hallo Didonia,

danke für deine Eindrücke. Mich interessiert das Ehepaar Fitzgerald sehr. Letztes Jahr las ich "Alabama Song" von Gilles Leroy, daraus ging auch hervor, daß Fitzgerald sich gerne aus Zeldas Tagebücher bediente.
Schöne Grüße, Maria
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Sie schaffen eine Wüste und nennen das Frieden ( Tacitus )
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Re: Leseerlebnisse 2014... Ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Di 29. Apr 2014, 12:39

Ich hatte das auch nur mal kurz gelesen, Maria. Ich habe aber noch nirgends entdeckt, dass Zelda sich dagegen gewehrt hätte. Sie hatte nur mal geschrieben, dass einige Passagen aus seinem Buch ihr sehr bekannt vorkommen.
Und sie hat nicht nur geschrieben. Sie war eine sehr kreative Persönlichkeit. Sie tanzte, bis es körperlich nicht mehr ging, sie bastelte Papierpuppen, malte.
Und so ziemlich alles, was die beiden schrieben, war autobiografisch. Daher rührte wohl auch seine Angst vor Konkurrenz. Wenn Zelda einen Roman schreiben sollte, was sollte er dann noch schreiben?
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Re: Leseerlebnisse 2014... Ich lese gerade...

Beitragvon Manuela » Mi 30. Apr 2014, 10:14

Petra hat geschrieben:@Manuela: Ich bin total gespannt, wie Dir "Engel aus Stein" gefällt. Von Sally Beauman habe ich vor langer Zeit mal sehr begeistert „Diamanten der Nacht“ gelesen. „Engel aus Stein“ habe ich seither bei mir im Regal stehen, und es hat sämtliche Ausmist-Aktionen überstanden. Erstens weil mir „Diamanten der Nacht“ immer noch so angenehm in Erinnerung ist (ohne zu wissen, ob es mich heute noch genauso begeistern würde, da mein Lesegeschmack sich stark verändert hat), und zweitens, weil es mich jedes Mal wenn ich es in der Hand habe, und kurz rein lese um zu überprüfen ob es mich noch interessiert, interessiert. Deinen Bericht erwarte ich somit mit Spannung. Hier meine Rezension von damals zu „Diamanten der Nacht“, aus meinen Anfängen hier im Buecher4um. :-)


Liebe Petra, ich hab das Buch nun beendet. Es hat mir sehr gut gefallen von der ersten Seite an war es nie lanweilig, ich bin wirklich begeistert. Ich lese gerne dicke Schmöker wenn sie richtig gut sind (gibt ja leider auch dünnere Bücher die nicht so spannend sind) dann gefällt es mir umso besser.
Ich würde dir empfehlen es nicht mehr so lange im Regal stehen zu lesen, ich glaube schon das es dir gefallen könnte. ;)
Was tun die Personen in einem Buch, wenn es gerade niemand liest?
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Re: Leseerlebnisse 2014... Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Mi 30. Apr 2014, 17:02

Didonia hat geschrieben:Ich hatte das auch nur mal kurz gelesen, Maria. Ich habe aber noch nirgends entdeckt, dass Zelda sich dagegen gewehrt hätte. Sie hatte nur mal geschrieben, dass einige Passagen aus seinem Buch ihr sehr bekannt vorkommen.
Und sie hat nicht nur geschrieben. Sie war eine sehr kreative Persönlichkeit. Sie tanzte, bis es körperlich nicht mehr ging, sie bastelte Papierpuppen, malte.
Und so ziemlich alles, was die beiden schrieben, war autobiografisch. Daher rührte wohl auch seine Angst vor Konkurrenz. Wenn Zelda einen Roman schreiben sollte, was sollte er dann noch schreiben?



irgendwann nehm ich mir Zeldas autobiographischen Roman vor ("Ein Walzer für mich"). Tragisch wie ihr Leben endete!
Schöne Grüße, Maria
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Re: Leseerlebnisse 2014... Ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Do 1. Mai 2014, 19:02

Nachdem hier die Fitzgeralds Thema sind, habe ich das Büchlein Wir sind verdammt lausige Akrobaten: Eine Freundschaft in Briefen begonnen. JMaria hat es mir geliehen und ich finde es sehr spannend, wie sich die Freundschaft zwischen Hemingway und Fitzgerald darstellt. Interessant auch, wie sich das Leben der beiden verändert hat. Ein sehr schönes Büchlein, das schon jetzt Lust auf mehr macht !
Gruss von Steffi

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Re: Leseerlebnisse 2014... Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Fr 2. Mai 2014, 10:09

@steffi, ja mir hat der Briefwechsel sehr gut gefallen.
Ich bin auch mal wieder bei Hemingway gelandet, nämlich sein Verhältnis zu Marlene Dietrich in....

Marlene und Ernest. Eine Romanze. von Hans-Peter Rodenberg.

Es hat mich überrascht, daß der Briefwechsel in eine Art Biographie beider Akteure einfließt. Das ist zwar sehr flüssig zu lesen und man ist auch gebannt von dem Leben beider, aber ich hätte gerne den Briefwechsel an sich gelesen. Dennoch, es gefällt mir zu lesen, wie das Verhältnis der beiden sich entwickelte, über ihr Kennenlernen, ihre Gemeinsamkeiten und ihre tiefe Freundschaft.
Schöne Grüße, Maria
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Re: Leseerlebnisse 2014... Ich lese gerade...

Beitragvon Bonny » Fr 2. Mai 2014, 10:42

Gestern habe ich Blutstein beendet, sehr passend, da die Geschichte auch am 1. Mai endete :).
Es gab tatsächlich eine Auflösung aller Rätsel und einen sehr rasanten und actionreichen Showdown, der etwas im Gegensatz zum restlichen Buch stand, das doch eher ruhig daherkam.
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, nicht zuletzt, weil mir der Protagonist sympathisch war und auch Gerlof, den ich schon in den anderen Öland-Büchern gern mochte, wieder eine etwas größere Nebenrolle spielt.
Nun bin ich gespannt auf den Abschluss des Öland-Quartetts, aber das wird ja noch ein bisschen dauern, da ich auf das TB warte.

@Steffi, danke für deine abschließenden Eindrücke zu So bitterkalt. Klingt schon interessant für mich. ;)
Liebe Grüße,
Sabine

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