ich muss noch einen Kauf gestehen:
Wie Mutter und Tochter leben Bonaria Urrai und die sechsjährige Maria zusammen. Die Bewohner des sardischen Dorfes sehen den beiden verwundert nach und tuscheln, wenn sie die Straße hinunterlaufen. Dabei ist alles ganz einfach: Die alte Schneiderin hat das Mädchen zu sich genommen und zieht es groß, dafür wird Maria sich später um sie kümmern. Als vierte Tochter einer bitterarmen Witwe war Maria daran gewöhnt, »die Letzte« und eine zuviel zu sein. Nun hat sie ein eigenes Zimmer in dem großen reinlichen Haus Bonarias, wo alle Türen offen stehen und sie jeden Raum betreten darf. Doch ein Geheimnis umweht die stets schwarz gekleidete, wortkarge Frau, die mitunter nachts, wenn Maria schlafen soll, Besuch erhält und dann das Haus verlässt. Es scheint, als würde Bonaria in zwei Welten leben. Das Mädchen spürt, dass sie nicht danach fragen darf. Erst sehr spät entdeckt sie die ganze Wahrheit. Michela Murgia erzählt in einer schnörkellosen, poetischen Sprache aus einer scheinbar fernen, doch kaum vergangenen Welt. Von zwei Generationen, zwei Frauenleben, von einem alten, lange verschwiegenen Beruf. Dieser Roman ist sinnlich, radikal und auf verblüffende Weise aktuell.
Dann schleiche ich noch um "Das Labyrinth der Wörter" herum. Ich bin mir nicht ganz schlüssig, ob ich es kaufen soll oder nicht. Beim Hereinlesen hat es mich sehr angesprochen, aber es gibt widersprüchliche Rezenisonen bei amazon, die mich noch vom Kauf abhalten.
Binchen: Flavia habe ich beendet und es hat mir ausgezeichnet gefallen. Ich mochte dieses überaus intelligente, eigenwillige, aber auch einsame Mädchen.
Am Wochenende ebenfalls ausgelesen habe ich "Wer im Dunkeln Blumen pflückt" (gehört zwar nicht in diesen Thread, passt aber gerade so gut, weil es auch hier um ein Mächen geht, welches eine sehr blühene Fantasie hat und mit einem Mordfall konfrontiert wird:
Wie Papa immer sagte - manchmal geschieht genau das, was man am wenigsten erwartet. Etwas, das dein ganzes Leben verändern kann. Wie recht er hatte. Denn nachdem man Saras Leiche gefunden hatte, schien es, als gehörten unsere abendlichen Versteckspiele der guten alten Zeit an, von der Oma immer sprach.Alle begannen sich zu fragen, wer die Nächste sein würde. Alle ausser mir. Ich wusste, dass ich es sein würde. Das war im Sommer 1959, dem Sommer, in dem ich zehn war.In jenem Sommer begannen alle Bewohner der Vliet Street, ihre Türen abzuschliessen. "Unsere Top-Empfehlung! Lesley Kagens erster Roman sprüht vor Charme dank der 10-jährigen Erzählerin Sally O'Malley und ihre Geschichte von einem außergewöhnlichen Sommer im Jahren 1959. Ein unvergessliches Buch." Auch dieses Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen.
Petra:
Ich bin auch sehr gespannt auf M. Ernestam. Und dir hat "Die Röte der Jungfrau" noch einen Tick besser gefallen als "Mord unter Freunden"? Interessant, aber schlecht für mich und meine Geldbörse!


