wir haben uns inzwischen ganz gemütlich die ersten vier Folgen der BBC-Version von "Die Musketiere" angesehen, die wir in den vergangenen Tagen aufgezeichnet hatten, und ich muß sagen, daß ich schon wesentlich schlechtere Verfilmungen dieses Stoffes gesehen habe.
Die Macher haben merklich Wert darauf gelegt, die Geschichte zwar mit einem zeitgemäßen Ansatz anzugehen, dabei aber auch historisch und literarisch möglichst authentisch zu bleiben. Da es sich diesmal nicht um einen Film, sondern um eine Serie handelt, die schon in eine zweite Staffel gegangen ist, waren natürlich auch Drehbücher von Nöten, die gar nicht mehr auf der Vorlage von Dumas beruhen. Aber dafür fand ich's gut gemacht - die Episoden fügen sich gut zusammen, um einen abgerundeten Einblick in das Frankreich um 1630 herum zu vermitteln.
Zwar sind die Schauplätze öfters deutlich als nicht Paris bzw. Frankreich zu erkennen, aber alles in allem hat man die Wahl der Drehorte gut gemeistert. Einige Orte habe ich zu meiner Freude von eigenen Besuchen wiedererkannt, so beispielweise das Kloster Strahov bei Prag mit seiner wunderbaren Bibliothek.
Ebenso scheinen alle Figuren mit großer Sorgfalt besetzt worden zu sein, und alle Darsteller kommen sehr sympathisch rüber. Bei fast allen hatte ich allerdings das sichere Gefühl, sie schon irgendwo gesehen zu haben, und besonders bei "Aramis" mußte meine Schwester und ich fast im selben Moment lachen, weil wir meinten, jetzt wäre Mats Hummels also zum Film gegangen
Jedenfalls ist die Serie soweit wirklich solide, im besten Sinne altmodische Abenteuerunterhaltung, die trotz der Duelle, Kämpfe, Schlägereien, Intrigen und romantischen Verwicklungen nicht vulgär, brutal oder obszön wurde und daher für fast alle Altersgruppen sehenswert ist. Das hat die BBC jetzt wieder richtig gut hinbekommen!
Ich freue mich darauf, morgen die weiteren Folgen anzusehen und hoffe, daß wir die zweite Staffel dann auch recht bald in Deutschland gezeigt bekommen.
Gruß,
Trixie


