US-amerikanische Literatur

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Re: US-amerikanische Literatur

Beitragvon Petra » Di 10. Nov 2015, 10:08

Hallo zusammen,

dass Dir Stoner auch gleich von Anfang an ans Herz gewachsen ist, freut mich Steffi. Für mich eine literarische Figur, die ich sicher nie ganz vergessen werde. Für mich ist er auch nicht eine durch und durch positive Figur. Durch seine Unfähigkeit Härte zu zeigen, oder von seinen Prinzipien abzuweichen, tut er vermeintlich das richtige. Doch von außen auf ihn blickend sieht man, was hätte für viele besser laufen können, wenn er nicht so starr gewesen wäre. Aber seine Unbeweglichkeit ist absolut schlüssig und er somit eine absolut glaubwürdige authentische Figur. Und gerade deshalb für mich ist dieser Roman so beeindruckend.

Deine Gegenüberstellung des industriellen und des ländlichen Lebens gefällt mir, Steffi. Das trifft es auf den Punkt!

Auch von meiner neusten Entdeckung unter den US-amerikanischen Autoren möchte ich Euch hier berichten. Matthew Thomas erzählt in seinem Debüt “Wir sind nicht wir“ eine Familiengeschichte in New York über drei Generationen hinweg. Von dem Wunsch es einmal besser zu haben, als die Eltern, die aus Irland eingewandet sind. Davon, dass das zum Teil gelingt, das Glück aber trotzdem ausbleibt. Und vom hinterfragen dessen, was wirklich wichtig ist im Leben. Aber auch von Alzheimer, an dem der Vater des Autors erkrankte und starb. Somit weiß Matthew Thomas wovon er da erzählt, und von diesen Passagen verspreche ich mir auch viel. Und in diesem Thema erinnert mich der Roman dann auch an den großartigen Roman „Die Korrekturen“ von Jonathan Franzen.

Ich bin gespannt wie sich dieser Roman entwickelt. Er umfasst fast 900 Seiten, und wird mich eine zeitlang beschäftigen. Doch jetzt schon auf den ersten 60 Seiten bin ich gefangen genommen von den Figuren und ihrem Leben. Es fällt mir auf, dass Matthew Thomas erfreulich facettenreiche Figuren erschaffen hat. Der Leser versteht den Trinker, der Leser versteht den Wunsch eines Kindes es einmal anders zu machen. Alles zutiefst menschlich. Gefällt mir bisher sehr!
Liebe Grüße,
Petra


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Re: US-amerikanische Literatur

Beitragvon JMaria » Do 7. Jan 2016, 11:19

Hallo zusammen,

(...) Der "Büchermarkt" des Deutschlandfunks bietet zwischen den Jahren vom 25.12.2015 bis 05.01.2016 die Gelegenheit, einige der bedeutendsten Autoren der US-Literatur des 20. Jahrhunderts im Gespräch mit DLF-Literaturredakteur Denis Scheck kennenzulernen – unter anderem Saul Bellow, Julien Green, Gore Vidal, Kurt Vonnegut, John Updike, Philip Roth, Joseph Heller, Ray Bradbury und William Gaddis.(...)

noch zum Nachhören bis 02. Juli 2016:
http://www.deutschlandfunk.de/bedeutend ... _id=340480

oder als Podcast
http://www.deutschlandfunk.de/buechermarkt.699.de.rss
Schöne Grüße
Maria

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Re: US-amerikanische Literatur

Beitragvon Petra » Fr 15. Jan 2016, 12:28

Ganz toller Tipp, Maria! Dankeschön dafür! :-)

Ich habe mir gleich mal die Gespräche mit John Updike und Saul Bellow heruntergeladen.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: US-amerikanische Literatur

Beitragvon steffi » Do 20. Jul 2017, 13:59

Ich belebe diesen thread mal wieder, da ich mein erstes Buch von Philip Roth gelesen habe: Empörung Anhand des Schicksale des jungen Marcus Messner, ein eifriger jüdischer Collegestudent zur Zeit des Koreakrieges, zeigt Roth, wie das amerikanische gesellschaftliche Klima dieser Zeit: Überwachung durch den Dekan, Bigotterie und immer wieder Blut als Leitmotiv. Wichtig ist die bürgerliche Gesinnung, Heuchelei notwendig und kein Platz für die neuen Gedanken der Jugend.

Mir hat der kleine Roman, auch wegen eines netten erzählerischen Kniffs, sehr gut gefallen.
Gruss von Steffi

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Re: US-amerikanische Literatur

Beitragvon Petra » Do 20. Jul 2017, 20:52

Ein interessanter Autor, den ich auch noch für mich entdecken möchte. Schön, dass Du das gerade für Dich erlebst und mit uns teilst, Steffi. Und den Thread reaktiviert hast. Berichte bitte weiter über "Empörung" von Philip Roth.

Einen interessanten US-amerikanischen Roman hatte ich dies Jahr mit "Geister" von Nathan Hill.

Besonders begeistert aber hat mich "Wir sind nicht wir" von Matthew Thomas. Davon berichtete ich hier schon mal, als ich ihn vor meiner Erkrankung begann. Ich musste ja anderthalb Jahre unterbrechen, habe ihn dann aber als es wieder mit dem Lesen ging erneut begonnen. Ein tolles Buch. Eine Familiengeschichte, besonders aber auch eine berührende (obwohl nüchtern geschriebene) Geschichte über eine Alzheimererkrankung.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: US-amerikanische Literatur

Beitragvon JMaria » Fr 21. Jul 2017, 11:50

Hallo Steffi,

ich bin ein großer Fan seiner (Philip Roth) kleinen Novellen, wie " Empörung",, hast du schön beschrieben. "Empörung" gehört zu den vier letzten Short Storys, benannt "Nemeses" , dazu gehört außerdem noch "Jedermann", "Die Demütigung" und "Nemesis". Sie sind Themenverwandt, denn es dreht sich darum, wie der Mansch sich in einer dramatischen Lebenssituation entscheidet, und wie sich das auswirkt.

"Nemesis" fand ich am stärksten.
Schöne Grüße
Maria

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Re: US-amerikanische Literatur

Beitragvon steffi » Sa 22. Jul 2017, 16:42

Danke, JMaria, dann werde ich die anderen drei sicherlich auch noch lesen. Mir hat sein Stil sehr gut gefallen, zwar eher realistisch aber doch auf den Punkt gebracht.

@ Petra: ja, es freut mich auch, ich war schon lange neugierig auf Philip Roth, dachte aber, dass er mir womöglich nicht so liegen könnte, warum, weiß ich gar nicht :breit_grins: , daher bin ich jetzt fein überrascht worden.
Gruss von Steffi

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