Nachdem mir "Unser Buch der seltsamen Dinge" in meiner schönen Ortsbuchhandlung aufgefallen war, und ich es gekauft habe, habe ich es nun auch gleich begonnen zu lesen. Scheint für mich gerade genau richtig zu sein.
In der Coming of Age-Geschichte geht es um die heranwachsende Miv. Es ist das Jahr 1979, und Miv lebt mit ihrem Vater und ihrer Mutter in Yorkshire. Seit einiger Zeit lebt auch ihre gestrenge Tante Jean bei ihnen. Genau genommen, seit es Mivs Mutter gesundheitlich nicht mehr gut geht. Mivs größte Freude ist es, wenn sie mit Sharon zusammen sein kann. Sharon ist ihre beste Freundin, und die beiden unzertrennlich. Mivs Vater zieht in Erwägung mit der Familie von Yorkshire wegzuziehen. Umso mehr, seit der Yorkshire Ripper umgeht, und junge Frauen tötet. Miv will mit allen Mitteln verhindern, dass das geschieht, denn es würde heißen, dass sie von Sharon getrennt wäre. So fragt sich Miv, was wäre, wenn sie den Yorkshire Ripper finden würden. Die beiden Freundinnen beginnen Ermittlungen, indem sie die Menschen in ihrer Umgebung beobachten, und seltsame Dinge notieren.
Die Idee finde ich an sich schon toll. Mein Interesse wurde jedoch noch dadurch verstärkt, weil der Yorkshire Ripper tatsächlich während ihrer eigenen Kindheit sein Unwesen trieb, und sich später herausstellte, dass ihr Vater den Yorkshire Ripper kannte. Die Tatsache, dass ihre Familie dem Serienmörder so nahe war, hat sie nie losgelassen, und war schließlich Grund, warum sie ihren Beruf als Personalleiterin in einem großen DAX-Unternehmen an den Nagel gehangen hat, um zu schreiben. Das sie ganz bei der Sache war, merkt man dem Buch an. Sie schreibt wirklich wunderbar. Ich bin gleich mitten drin in den ausklingenden 70ern in Yorkshire, und kann mich wunderbar in Miv hineinversetzen. Toll und mitreißend erzählt. Ich bin sehr gerne an Mivs Seite. Und ich werde mich hüten, im Internet über den wahren Yorkshire Ripper zu googlen, bevor ich das Buch beendet habe. Denn ich möchte mir nichts von der Spannung nehmen.

Ich werde weiter berichten.
steffi hat geschrieben:@Petra: ja, es macht Sinn, zuerst mit dem Sucher anzufangen, denn dann bekommt man die Charakterentwicklung besser mit. Ich finde ja, bei Tana French kann man nichts falsch machen, ich mag ihre langsame und psychologische Art. Und auch wenn bei Feuerjagd der Mörder schon zu erahnen ist, geht es ja mehr um die Personen und das ganze Drumrum.
Gut zu wissen, dann werde ich auf jeden Fall mit dem "Sucher" beginnen, wenn ich die beiden Bücher lese. Ich danke dir, Steffi.
Tana French mochte ich auch so ausgesprochen gerne! Allerdings hatten mir die ersten drei Krimis am besten gefallen. Danach konnten mich die nächsten nicht mehr so interessieren und packen. Ich habe dann irgendwann aufgehört sie zu lesen oder zu hören. Aber "Sucher" und "Feuerjagd" klingen für mich wieder ansprechend. Und schreiben kann sie ja wirklich sehr, sehr gut, und Atmosphäre erzeugen. Ich hätte mal wieder Lust drauf!