von JMaria » So 20. Apr 2014, 09:31
Hallo zusammen,
@Didonia,
["Wir brechen die 10 Gebote und uns den Hals" - Zelda und F. Scott Fitzgerald - Eine Biografie von Michaela Karl]
ich bin gespannt, wie es dir gefällt.
@Manuela,
viel Spaß mit dem historischen Roman. Ich mag das Genre ab und zu sehr gerne.
ich habe zu Gabriel Garcia Marquez: Hundert Jahre Einsamkeit gegriffen, anlässlich seines Todes.
Bis jetzt gefällt es mir sehr gut. Der Einstieg war unkomplizierter als ich erwartet hatte. GGM erzählt von der Familie Buendias, die das Dorf Macondo gründen, vom Aufstieg und Niedergang dieser Familie.
Der Gründer des Dorfes Jose Arcadio Buendias ist ein wissensdurstiger Mann, mit instinktiven Talent für Naturwissenschaft, betreibt es aber eher mit primitiven Mitteln, die ihm zu Verfügung stehen, ein symphatischer Faust, Wissen und Forschen, auch wenn das meiste ein Mißerfolg ist.
Natürlich fehlen die magischen Elemente nicht, die die harte Realität so leicht und locker nehmen lassen.
zum Beispiel fürchtet seine Frau Ursula, da sie Cousin und Cousine sind, daß ihre Kinder mißgestaltet auf die Welt kommen können, evtl. sogar tierähnlich ...
"Wenn du Leguane gebärst, werden wir Leguane aufziehen".
so Joses Antwort nach einer Begebenheit, die sie aufbrechen lassen, um eine neue Siedlung zu gründen.
Die Sprache ist wunderschön, so finden Jose auf seiner Suche nach einem anderen Weg aus der Wildnis in die 'Moderne' auf eine alte Galeone aus Zeiten Sir Francis Drake:
Vom langen Marsch erschöpft, spannten sie die Hängematten auf und schliefen zum erstenmal in zwei Wochen tief. Als sie bei hohem Sonnenstand erwachten, waren sie starr vor Staunen. Dicht vor ihnen, um wachsen von Farnen und Palmen, weiß und staubig im stillen Morgenlicht, lag eine riesige spanische Galeone. Sie war leicht nach Steuerbord geneigt, von ihren ungebrochenen Masten hing zwischen der orichideengeschmückten Takelage das schmutzige Segelwerk. Der mit einem glatten Panzer aus versteinerten Saugfischen und weichem Moos überzogene Rumpf war fest in einen Steinboden gepflanz. Das ganze Gefüge schien eine eigene Welt zu behaupten, einen Raum aus Einsamkeit und Vergessen, unversehrt von den Lastern der Zeit und den Gewohnheiten der Vögel. Im Schiffsbauch, den die Expeditionsteilnehmer mit verschwiegenem Eifer durchsuchten, fand sich nichts als ein dichter Blumenwald.
So wechselt sich Poesie ab mit manchmal grotesken Szenen. Auf die Entwicklung der Kinder von Jose Arcadio Buendias bin ich gespannt.
Schöne Grüße, Maria
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