Leseerlebnisse 2026...ich lese gerade...

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Re: Leseerlebnisse 2026...ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Mo 6. Jul 2026, 11:27

Hallo Jens,

Willkommen im Forum ! Fühl dich wohl :lesen_und_nachdenken:

Ratgeber und Persönlichkeitsentwicklung lesen bei uns zwei Mitglieder, mindestens, allerdings ist zur Zeit wegen beruflichem Stress oder persönliche Herausforderungen im Alltag, ruhiger um sie geworden. Aber vielleicht gibt dein Beitrag oder deine zukünftigen Beiträge ein Aufwind.

Ich lese hauptsächlich Romane, Biographien über Schriftsteller oder was mit Literatur zu tun hat und Geschichte ist auch mein Thema.

Auf der anderen Seite finde ich Ratgeber sehr wichtig. Und du hast bereits zwei Tipps vorgelegt.
Ein guter Einstieg.

Auf ein gutes Miteinander.
Schöne Grüße, Maria
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50. Todestag von Agatha Christie (12.Jan.)
250. Geburtstag E.T.A. Hoffmann (24. Jan.)
100. Geburtstag Siegfried Lenz (17. März)
100. Geburtstag Ingeborg Bachmann (25. Juni)
100. Todestag von Rainer Maria Rilke (29.Dez.)


Sie schaffen eine Wüste und nennen das Frieden ( Tacitus )
Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen (Johann Wolfgang v. Goethe)
Das Leben und dazu eine Katze, das ergibt eine unglaubliche Summe (Rainer Maria Rilke)
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Re: Leseerlebnisse 2026...ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Do 9. Jul 2026, 11:55

Hallo Jens, herzlich willkommen ! Ich lese eher auch keine Sachbücher, mag es aber, wenn entsprechendes in Romanen verpackt ist. Vielleicht nimmst du ja auch ein paar Tipps über Romane hier mit !
Gruss von Steffi

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Re: Leseerlebnisse 2026...ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Do 9. Jul 2026, 12:07

Gerade beendet habe ich John of John von Douglas Stuart. Ein tolles Buch darüber, wie man in einer kleinen, traditionellen Gemeinschaft Freiheit finden kann. Es spielt auf einer kargen Insel der äußeren Hybriden und nachdem Cal vom College wieder nach Hause zurückkommt, muss er sich diesem Leben stellen, zusammen mit seinem religiösen, strengen Vater und der exzentrischen Grossmutter. Neben der beeindruckenden Atmosphäre und dem Sog, den die Geschichte entwickelt, gefällt mir auch, dass neben der unwirtlichen Natur die Sanftheit der Farben stehen. Eine Leseempfehlung !
Gruss von Steffi

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Re: Leseerlebnisse 2026...ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Di 14. Jul 2026, 19:40

Steffi,
John of John klingt ja gut. Und ein Booker Preisträger, was sonst :breit_grins:

Ich habe Wölfe von Hilary Mantel beendet. Falken liegt bereits parat. Bin begeistert.

Gelesen habe ich auch einen Krimi
Edmund Crispin - Schwanengesang (Band 4)
Gervase Fen, Professor für englische Literatur und Amateurdetektiv hilft einen Locked Room Fall in einem Theater zu lösen, spielt in Oxford ca. 1946.
Schöne Grüße, Maria
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Re: Leseerlebnisse 2026...ich lese gerade...

Beitragvon steffi » So 26. Jul 2026, 11:17

JMaria, viel Spaß bei Falken ! Ich mochte alle drei Bände und finde sie wirklich herausragend !

Ich habe Yesteryear von Caro Clair beendet. Das Buch wurde ja vielfach besprochen und gelobt. Es geht um eine Tradwife Influencerin, die dann in dem Leben aufwacht, das sie vorher romantisiert hat. Gefallen hat mir die unsympathische Protagonistin und natürlich wollte ich auch wissen, wie der Twist aufgelöst wird. Leider fand ich das dann wenig glaubhaft und leider war mir die Erkenntnis, dass Influencer eine falsche Realität vortäuschen und der Sohn eines reichen, aufstrebenden Politikers dumm ist, doch zu wenig. Ich hätte mir sozialwissenschaftliche Kritik gewünscht und die Einarbeitung der aktuellen Theorien. Auch über die Probleme der traditionellen Frauenrolle kam für mich zu wenig, da habe ich in letzter Zeit besseres gelesen.

Danach habe ich einen ganz wundervollen Fantasyroman gelesen, glücklicherweise knapp 900 Seiten und glücklicherweise der erste von drei Bänden: The will of the many von James Islington. Ein römisches setting, ein junge Prinz, der sich unerkannt im System behaupten muss und ein Geheimnis im Eliteinternat - es war spannend bis zum Schluss und Band zwei wird nicht lange auf sich warten lassen.
Gruss von Steffi

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Re: Leseerlebnisse 2026...ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Mi 29. Jul 2026, 10:57

Ich habe eine Relektüre hinter mir und sie ging mir wirksamer unter die Haut als in jüngeren Jahren und ich es zum ersten Mal las.

Martin Walser: Ein springender Brunnen

Konsequent aus der Sicht des Jungen erzählt. :daumen_hoch:


Steffi, du hast ja ein aktuelles Thema über Tradwife aufgegriffen. Deine Kritik finde ich gut, einfach mal eine differenzierte Sicht.
Schöne Grüße, Maria
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Re: Leseerlebnisse 2026...ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Di 25. Aug 2026, 09:27

Ich habe ein weiteres, tolles Buch beendet: Sanditz von Lukas Rietzschel. Es spielt in der DDR und der Gegenwart und erzählt anhand von verschiedenen Mitgliedern der Familie Wenzel von Hoffnungen, Enttäuschungen, Mut und Versagen. Ich fand jetzt nicht mal die Handlung so spannend, aber die Sprache ist einfach toll. Jedes der vielen Kapitel mit soviel Wucht und Emotion, das hat mir sehr gefallen !
Gruss von Steffi

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Re: Leseerlebnisse 2026...ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Sa 12. Sep 2026, 13:42

Nach ein paar erholsamen Wochen in unserer zweiten Heimat, der Türkei, sind wir zurück, und ich finde hin und wieder die nötige Ruhe und Konzentration zum Lesen. Fürs wieder reinkommen habe ich mir genau das richtige Buch ausgesucht: „Die Briefeschreiberin“ von Virginia Evans.
Sybil van Antwerp, 73 Jahre alt, schreibt seit langem jeden Morgen in ihrem Haus, das am Ufer des Severn Rivers in Arnold Maryland liegt, Briefe. An ihren Bruder, dem Sohn eines ehemaligen Kollegen, an ihre besten Freundin und zugleich Schwägerin, ihrem Nachbarn, Autorinnen etc.. Auf diese Art erfährt man, was sie derzeit bewegt, ihre Ängste und was sie erlebt. Auch ihre private und berufliche Vergangenheit formt sich daraus wie ein Puzzle. Das ist großartig gelungen, und es macht mir viel Freude Sybil van Antwerp durch ihre Korrespondenz zu begleiten. Sie hat einen sehr würdigen feinen Schreibstil, und sie erhält viele Antworten auf ihre Briefe, die ebenso interessant zu lesen sind.

Spannend finde ich, dass sie auch Briefe an Autorinnen schreibt. Z. B. an Ann Patchett und an Joan Didion. Ich haben nachgeforscht. Virginia Evans lässt ihre Figur Sybil van Antwerp mit Schriftstellerinnen korrespondieren, deren Bücher für Virginia Evans selbst eine große Bedeutung haben. Virignia Evans soll in einem Interview gesagt haben, dass sie über Jahre Schriftsteller angeschrieben hat, ohne zu erwarten eine Antwort zu bekommen, u. a. Joan Didion. Mit Ann Patchett hingegen entstand tatsächlich eine fortlaufende Korrespondenz und eine Freundschaft. Die fiktive Korrespondenz in dem Roman mit Joan Didion setzt die Autorin ein, um einen Teil des Lebens ihrer Figur Sybil van Antwerp auszuloten.
Auf die Idee einen Briefroman zu schreiben kam Virgina Evans, nachdem sie begeistert „84, Charing Cross Road“ von Helene Hanff gelesen hatte, und weil auch für sie selbst handgeschriebene Briefe einen besonderen Stellenwert haben.

Mir gefällt der Roman ausnehmend gut. Genau etwas für mich. Sybil van Antwerp ist eine interessante Frau, mit Ecken und Kanten. Ihre Gedanken zu Themen wie dem Altern, Verlust, und vielen anderen Dingen empfinde ich als bereichernd. Ich bin sehr neugierig darauf, mehr zu erfahren, und freue mich auf weitere Lesestunden.

Zuvor habe ich „Kibogos Himmelfahrt“ von Scholastique Mukasonga gelesen. In der Inhaltsangabe des Claassen Verlags steht „Ein moderner Mythos, die literarische Karambolage all der konkurrierenden Geschichten in einem kolonisierten Land!“, und das trifft es ganz genau. Die Mythen der ruandischen Bevölkerung wurden ausgetauscht gegen die der christlichen Kolonialherren und Missionare. Und doch kann man die Geschichten der Vorfahren nicht auslöschen. Und das ist gut so!

Beim Lesen musste ich schmunzeln. Die Mythen und Praktiken der Ruander lesen sich wie Geschichten von Abergläubischen. Die der Christen aber auch! :kichern: Und doch wird hier Glauben nicht verlacht (was ich wichtig finde), sondern es wird offen gelassen, ob und welcher Zauber oder Glaube nun geholfen hat. Doch es wird unser überheblicher westlicher Blick auf andere Völker ad absurdum geführt, auf eine herrliche Art und Weise. Und gleichzeitig wird dem Leser vor Augen geführt, was wir uns angemaßt haben. Ein tolles kurzes Buch!

Steffi, auf Sanditz machst du mich sehr neugierig. Das klingt wirklich reizvoll! Zumal es anscheinend so gut gemacht ist.

Maria, toll, dass du "Wölfe" gelesen hast. Du erinnerst mich daran, dass der Roman (und die weiteren) auch schon lange auf meine Lesezeit warten. Deine Begeisterung lässt sie wieder weiter nach oben rutschen.
Liebe Grüße,
Petra


Ich lese gerade: :lesen:
Virginia Evans - Die Briefeschreiberin (HC)
Maxim Leo - Einatmen. Ausatmen (ebook)

Ich höre gerade: :kopfhoerer:
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Re: Leseerlebnisse 2026...ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Do 17. Sep 2026, 12:11

Petra, das klingt toll, was du über Die Briefeschreiberin erzählst. Ich stelle mir das setting schon so schön vor und dass dann die Autorin noch so viel persönliches reinbringt gefällt mir !

Ich habe mit Termination Shock von Neal Stephenson begonnen. Eigentlich wollte ich im Urlaub in Andalusien einen historischen Roman über die Alhambra lesen (Tanja Kinkel: Morgenröte über der Alhambra), aber der war so schlecht, dass ich ihn abbrechen musste.
Aber Termination Shock gefällt mir dafür richtig gut. Es spielt in der nahen Zukunft, nach etlichen weiteren Coronaepidemien und extremer Hitze, Unwetter und Überschwemmungen durch Klimaveränderung wird nun über eine Lösung nachgedacht. Neal Stephenson bringt wie immer auch einige Absurditäten ins Spiel zB einen wildschweinjagenden Einzelkämpfer und die toughe niederländische Königin Saskia.
Gruss von Steffi

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